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Prozessauftakt im Landgericht Zweibrücken
Gab es nun eine Vergewaltigung oder doch nicht?

Zweibrücken/Pirmasens. Seit Dienstag muss sich ein 23-Jähriger vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts Zweibrücken verantworten. Ihm wirft die Staatsanwaltschaft Vergewaltigung und Körperverletzung vor. Demnach soll er im Frühsommer 2018 in seiner Pirmasenser Wohnung einen zunächst einvernehmlich begonnenen Geschlechtsverkehr mit einer heute 19-jährigen Frau gegen deren geäußerten Willen mit Gewalt fortgesetzt und sie dabei verletzt haben. Von Rainer Ulm

In einer von seinem Verteidiger verlesenen Erklärung gab der Angeklagte zwar zu, Sex mit der jungen Frau gehabt zu haben, wies jedoch die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück: „Ich bin möglicherweise ein Drogendealer, aber keinesfalls würde ich jemanden vergewaltigen.“ Tatsächlich war der 23-Jährige im November 2018 wegen Drogenhandels zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden, sitzt derzeit in Zweibrücken hinter Gittern.

Auch die 18-jährige Ex-Freundin des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers bezweifelte im Zeugenstand den Wahrheitsgehalt der Angaben der 19-Jährigen. Die Vergewaltigung habe sie „erfunden“.

Das mutmaßliche Vergewaltigungsopfer musste am Dienstag von der Polizei ins Gericht gebracht werden. Die 19-Jährige gab vor, den Termin „total verpeilt“ zu haben. Seltsam: Kurz zuvor hatte sie der Strafkammer noch per E-Mail mitgeteilt, sie könne „leider keine Aussage machen“ und sie habe „niemals eine Anzeige machen wollen“. Sie wurde dann dennoch nicht öffentlich als Zeugin vernommen.



Die Verhandlung wird am 3. Dezember, 9 Uhr, fortgesetzt.