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Christian Theo Stolle
Eine etwas andere Pilgerreise

Christian Theo Stolle erradelte den Jakobs-Pilgerweg nach Santiago.
Christian Theo Stolle erradelte den Jakobs-Pilgerweg nach Santiago. FOTO: Christian Theo Stolle
Zweibrücken. Christian Theo Stolle fuhr mit dem Fahrrad knapp 2300 Kilometer weit von Zweibrücken nach Santiago de Compostela. Von Cordula von Waldow

Spätestens seit dem Bestseller „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling ist das Wandern auf dem Camino, dem Jakobs-Pilgerweg nach Santiago de Compostela, in Mode gekommen. Die Jakubusgesellschaft hat auch eine Regionalgruppe in der Südwestpfalz, die Informationsabende und Wanderungen in der Region organisiert und deren Mitglieder aus eigener Erfahrung Interessierten unterstützen können.

Immer mehr Menschen, auch aus Zweibrücken und der Region, machen sich auf: In Kleingruppen, paarweise oder auch allein. Einer von ihnen ist Christian Theo Stolle. Er hat dabei nicht Schusters Rappen, sondern seinen Drahtesel gesattelt. Im Mai pilgerte der Zweibrücker Gebraucht-Möbelhändler drei Wochen und knapp 2300 Kilometer weit von Zweibrücken nach Santiago de Compostela. Entlang an Schwarzbach, Blies, Saar und Mosel startete er in Richtung Paris. Südlich der französischen Hauptstadt radelte Christian Theo Stolle an den Atlantik und entlang der Küste nach Spanien.

Übernachtete er in Frankreich oft recht einsam auf ehemaligen Campingplätzen im mitgeführten Zelt, genoss er in Spanien den Komfort der Pilgerherbergen. Hier traf er „interessante Leute“, kam mit anderen Pilgern ins Gespräch.



Am Sonntag, 25. November, geht er ab 18 Uhr im Gasthaus Sutter der Frage nach: „Warum habe ich das gemacht? Wo liegt die Faszination?“. Seine Erlebnisberichte, Texte und Bilder von der Tour wechselt der mit passenden Liedern ab. „Ich trete jedes Jahr einmal auf, hauptsächlich mit Titeln von Reinhard Mey, Cat Stevens und Klaus Hoffmann“, erzählt er. In diesem Jahr passen sie zu seinen Geschichten rund um das Pilgern.

Aus Gesprächen weiß er, dass sich viele Menschen in Zeiten einer Krise auf den Pilgerpfad begeben, um dort sich selbst und ihre Neuausrichtung zu finden. „Das war bei mir anders“, erinnert er sich an ein Buch des indischen Philosophen Osho, das ihn bereits vor drei Jahren zu einer neuen Weltsicht und damit zu einer veränderten Lebenseinstellung inspirierte. Weshalb er sich dennoch auf die Pilgerreise auf den Camino begab, erfährt sein Publikum von ihm persönlich. „Mein Leben ist ähnlich wie der Jakobsweg: Manchmal denkt man, es geht nicht mehr weiter – und dann offenbart sich eine Lösung.“