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Pfälzerwald-Verein Zweibrücken
Gemeinsam etwas Großes vollbracht

 Die Hahnberghütte ist der Stolz des Pfälzerwald-Vereins Zweibrücken.
Die Hahnberghütte ist der Stolz des Pfälzerwald-Vereins Zweibrücken. FOTO: Volker Baumann
Zweibrücken. Der Zweibrücker Pfälzerwald-Verein hat endlich einen Löschwassertank für die Hahnberghütte. Von Susanne Lilischkis

„Die Hüttenkultur in der Pfalz ist einmalig, die wollen wir aufrechterhalten“, sagt Jürgen Grauwickel, Vorsitzender des Pfälzerwald-Vereins Zweibrücken. Viele Wanderhütten in unserer Region stehen wegen neuer Brandschutzbestimmungen und erweiterter Hygiene-Vorschriften vor dem Aus oder haben bereits geschlossen. Dieses Schicksal traf auch die Hahnberghütte der Zweibrücker Ortsgruppe (wir berichteten). Seitdem hat sich viel getan.

„Bei jedem Pächterwechsel endet der Bestandsschutz und wir müssen die aktuellen Auflagen erfüllen“, bemerkt Schriftführer Christian Krauskopf. Als der letzte Pächter aufhörte, renovierten die Mitglieder die Küche. Der Gasherd wurde neu aufgebaut, die 30 Jahre alte Gastronomie-Spülmaschine erhielt eine Generalüberholung. „Die ist so alt, die hätte ein H-Kennzeichen verdient“, vergleicht Krauskopf das Gerät mit einem Oldtimer. Auch bei der Toilettenanlage packten die Mitglieder tatkräftig mit an, inklusive eines Behinderten-WCs und eines barrierefreien Zugangs.

Doch die größte Hürde, die der Verein zu überwinden hatte, war die Auflage aus Gründen des Brandschutzes einen 30 000-Liter Löschtank vorzuhalten. Verzweifelt machten sich die Mitglieder Gedanken, wo ein solcher Tank aufzutreiben sei. Und wie es in unserer Region so ist: einer kennt jemanden, der jemanden kennt und schließlich konnte man bei der Ortsgruppe aufatmen. Die UBZ stellte dem Verein einen 50 000 Liter fassenden Wassertank, der auf der Mülldeponie nicht mehr gebraucht wurde, kostenfrei zur Verfügung. Nur den Transport mussten die Mitglieder selbst stemmen.



Es gab nicht viele Unternehmen, die es sich zutrauten, den 16 Meter langen Tank den steilen Weg zur Hütte zu transportieren. Um das überhaupt möglich zu machen, asphaltierten die Mitglieder die Zufahrt von der Landstraße auf den Waldweg ein kleines Stück. Nachdem die notwendigen Erdarbeiten erledigt waren, wurde der Tank in der Erde versenkt. „Wir haben dann noch zwei Auslaufrohre dichtgemacht“, erzählt Jürgen Grauwickel, „und den Tank befüllt“. Jetzt muss nur noch das Okay der Feuerwehr kommen. Da man beim Ausbaggern des Grundes schnell auf Felsen stieß, wurde auf dem Tank ein kleiner Hügel aufgeschüttet. Dort sollen später eine Bienenweide und ein Bienenhaus entstehen.

Der finanzielle Aufwand für den Verein war trotz der großzügigen Spende der UBZ enorm. Jürgen Grauwickel bat den Bezirksverband Pfalz um einen Zuschuss und die Ortsgruppe erhielt einen positiven Förderbescheid von 34 000 Euro. Die restlichen Kosten brachten die Vereinsmitglieder selbst auf. Natürlich war hier vor allem die Eigenarbeit gefragt. „Von 2016 bis 2017 haben wir fast jeden Tag in der Hütte gearbeitet“, erinnert sich Jürgen Grauwickel.

Und als dann die Frage aufkam, ob man einen neuen Pächter suchen solle, entschieden sich die Mitglieder dagegen. Für viele ist die Hütte eine zweite Heimat, die sie schon aus ihrer Kindheit kennen. Christian Krauskopf war früher Mitglied der Wanderjugend und auch er erinnert sich an viele schöne Stunden auf der Hahnberghütte. Die Ortsgruppe ist deshalb zur traditionellen Hüttenbewirtschaftung durch die Vereinsmitglieder zurückgekehrt. „Wir wollen die Hütte erhalten – in unserem Sinne“, sagt Christian Krauskopf. Das bedeutet, dass man ein Angebot für Wanderer vorhält, die gut und preiswert speisen möchten. Auch Familien sollen nicht zu viel für das Essen zahlen müssen. Im Angebot sind typische pfälzische Gerichte wie Bratwurst oder die Variante „Schiefer Sack“ mit einem Leberknödel. Sie werden durch ein Tagesessen ergänzt, die sich das Hüttenteam einfallen lässt.

Die Zutaten und die Getränke kommen aus der Region, das ist dem Verein wichtig. Schließlich wolle man keine großen Gewinne machen. Die Einnahmen kommen der Hütte zugute. Und da ist noch einiges geplant. Im Außenbereich sollen ein Boule-Feld und eine Kinderkegelbahn entstehen. Auch das Obergeschoss will man wieder für Wandergruppen öffnen, die dann dort übernachten können. Doch auch hier muss noch einiges in Sachen Brandschutz getan werden. Eine feuerfeste Verkleidung der Holztreppe und eine fest installierte Feuerleiter sind von den Behörden gefordert. An Ideen, wie man die Hütte verschönern kann, mangelt es nicht. So könnte ein Kachelofen eingebaut werden. Oder eine Vogelbeobachtungsstation, bei der eine Webcam die gefiederten Besucher des Vogelhauses live in die Hütte überträgt.

Den aktuellen Wanderplan und die Termine der Seniorenwanderungen sowie der anderen Aktivitäten und die Öffnungszeiten der Hahnberghütte findet man auf der neu gestalteten Homepage des Pfälzerwald-Vereins unter
www.pwv-zweibruecken.de

 Damit die Hütte in dieser Form weiter existieren kann, ist der große Löschwassertank unabdingbar.
Damit die Hütte in dieser Form weiter existieren kann, ist der große Löschwassertank unabdingbar. FOTO: Volker Baumann