| 20:50 Uhr

Schlagernacht
Peter Kraus und Vanessa Mai begeistern im Rosengarten

Vanessa Mai im Rosengarten.⇥ Fotos: Marco Wille
Vanessa Mai im Rosengarten.⇥ Fotos: Marco Wille FOTO: Marco Wille
Zweibrücken. Tolle Stimmung bei SWR4 Schlagernacht: 3200 Besucher im Zweibrücker Rosengarten.

Tolle Stimmung, mitreißende Songs und am Ende ein Lichterreigen aus Handykameras bei der SWR4 Schlagernacht in Zweibrücken: 3200 Menschen zwischen acht und 80 strömten am Sonntagabend in den Rosengarten, um auf der blau-magenta glitzernden Großbühne mitzuerleben, wie sexy der als „deutscher Elvis“ bekannte Rock‘n-Roll-Star Peter Kraus (78) bei „Sugar, Sugar Baby“ noch immer seinen Hüftschwung ansetzt. Wie Maite Kelly (37) diesmal mit einem „unsichtbaren Mann“ statt Roland Kaiser ihren erotisierenden Erfolgshit „Warum hast Du nicht Nein gesagt“ trällert und wie die erst 25-jährige Vanessa Mai als „Shooting Star des Jahres 2017“ und Echo-Preisträgerin Pop ihre Fans in bauchfreiem Top und schwarzem Spitzenhöschen auf „Wolke 7“ mitnimmt, mit ihrer Show fast schon eine neue Helene Fischer erahnen lässt.

Eingeläutet wurde der musikalische Viereinhalbstunden-Marathon von SWR-Moderator Michael Münkner mit dem Versprechen, dass die grauen Regenwolken über den Garten hinwegziehen werden. Zum Glück behielt er recht, denn die mitgebrachten Regenschirme mussten alle Besucher aus Sicherheitsgründen gleich am Eingang abgeben.

Dann bezaubert zum Auftakt der Schlagernacht die junge Sängerin Franiska Wiese auf ihrer E-Gitarre mit einer „Sinfonie der Träume“ und dem ausgekoppelten Song „Ich bin frei“. Es folgt die wie 30 aussehende, aber gerade 40 Jahre gewordene Schweizerin Franzine Jardi, die mit ihrem Alter und den Pfälzern kokettiert: „Hier ist das Brasilien von Europa“, verkündet sie schmunzelnd und reißt mit ihrem Hit „Ich will sterben, um zu leben“ erstmals das Publikum von den Sitzen. Dann wirbelt Peter Kraus auf der Bühne, faltig im Gesicht, aber mit Waschbrettbauch, offenem weißen Hemd und Lederkrawatte. Die achtjährige Emilie aus Kaiserslautern, die zur Schlagernacht mit den Eltern gekommen ist, outet sich ebenso als begeisterter Peter Kraus-Fan wie die aus Homburg angereiste Inge Winter oder der 75-jährige Zweibrücker Heinz Peifer. „Ich bin wahnsinnig stolz darauf der Erfinder des Rock ‚n‘ Roll zu sein“, sagt der für seine Fans ewig junge Rocker. Applaus bekommt er dafür, dass er für diesen Herbst eine neue CD und für 2018 eine neue Tournee mit den schrägsten Hits der 1950er und 1960er Jahre ankündigt.



Gleich nach der Pause, die mit irre langen Besucherschlangen vor den Bon-Schaltern für Getränke und Essen sowie vor den Damentoiletten die einzigen Mankos dleses Abends aufzeigt, sorgt Maite Kelly für eine Überraschung: Von ganz hinten im Garten marschiert sie den Howard Carpendale-Titel „Hello again“ singend und tänzelnd durch die Zuschauerreihe zur Bühne. Da sind nicht nur viele Männer von ihrem Charme begeistert, sondern auch die im Rollstuhl sitzende Zweibrückerin Christine Hoffmann. Maite, zweitjüngstes Kind der berühmten Kelly-Family, gibt an diesem Abend alles auf der Bühne, verlangt sich ein Handtuch gegen den Schweiß und verkündet: „Ich schwitze im Gegensatz zu Helene Fischer.“ Auch dafür gibt‘s Applaus.

Für Stimmung und Spaß pur sorgt dann das Schlager-Duo Fantasy mit Liedern wie „Eine Nacht im Paradies“ und „Halleluja“ sowie dem derzeit meist gehörten Song im SWR4-Programm „Bonnie and Clyde“. Bei soviel musikalischem Vollgas geht auch das Publikum voll mit. Und dann als Highlight des Abends – vor allem für die Jüngeren im Publikum – die mit dem Stiefsohn von Andrea Berg frisch verheiratete Vanessa Mai. „Das war die schlechte Nachricht, die gute Nachricht: Er ist nicht dabei“, witzelt der SWR-Moderator über die „fantastisch aussehende“ langbeinige „Let‘s-Dance“-Teilnehmerin, die mit ihrer bunten Show und neuen Songs wie „Sternenhimmel“ und „Ich vermiss Dich so“ im Nu die Herzen der Besucher erobert. Dann gibt sie mit „Küss mich noch mal“ und der Aufforderung, die Handykameralichter in den grauen Himmel leuchten zu lassen, das Kommando zum Finale der SWR-Schlagernacht.

Der unverwüstliche Peter Kraus.
Der unverwüstliche Peter Kraus. FOTO: Marco Wille