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Investor Schenk stellt Bauausschuss veränderte Pläne vor
Park-Wäldchen wird nicht zugebaut

 Im Wäldchen über der ehemaligen Zweibrücker Parkbrauerei hat Investor Manfred Schenk in den vergangenen Tagen etliche Bäume fällen lassen. Jetzt soll im oberen Bereich auf 4500 Quadratmetern aufgeforstet werden und ein Park für das geplante Hotel und die Pflegeeinrichtungen entstehen.
Im Wäldchen über der ehemaligen Zweibrücker Parkbrauerei hat Investor Manfred Schenk in den vergangenen Tagen etliche Bäume fällen lassen. Jetzt soll im oberen Bereich auf 4500 Quadratmetern aufgeforstet werden und ein Park für das geplante Hotel und die Pflegeeinrichtungen entstehen. FOTO: Manuel Görtz
Zweibrücken. Der Unmut Zweibrücker Stadträte über die Baumfäll-Aktion des Investors oberhalb der ehemaligen Parkbrauerei ist verflogen. Gestern hat Manfred Schenk im Bauausschuss Aufklärungsarbeit geleistet. Er will 4500 Quadratmeter Wald erhalten und aufforsten.

Wer hat in Sachen Baumfäll-Aktion oberhalb der ehemaligen Parkbrauerei wen hinter die Fichte geführt? Für FDP-Fraktionschefin Ingrid Kaiser ist der Fall klar: die Stadtverwaltung den Zweibrücker Stadtrat. Die habe nämlich den Räten vorenthalten, dass die SGD Süd als obere Naturschutzbehörde empfohlen habe, Eingriffe in den alten Baumbestand der Anlage zu vermeiden und diese zu enthalten, betonte Kaiser gestern unmittelbar vor der Sitzung des Bauausschusses in der Merkur-Redaktion und fügte hinzu: „Die Verwaltung hat gegenüber dem Stadtrat eine Informationspflicht. Dieser ist sie nicht nachgekommen.“

Auch im Ausschuss selbst gab es Unmut. „Die Verwaltung hat uns das Schreiben der SGD vom 25. Januar verheimlicht“, kritisierte FWG-Fraktionschef Kurt Dettweiler, der beantragt hatte, das Thema kurzfristig auf die Tagesordnung zu setzen – auch, damit die Verwaltung die Bürger über das Geschehen und seine Hintergründe aufklärt.

Diese Arbeit übernahm dann Investor Manfred Schenk persönlich, der auf dem ehemaligen Brauereigelände ein Hotel, Pflegeeinrichtungen und Wohnhäuser bauen will und die Abholzaktion im Wäldchen oberhalb der Brauerei in Auftrag gegeben hatte. Zwar seien die Forstarbeiter dabei über den den Räten bei einem Ortstermin gezeigten und abgesteckten Bereich hinausgegangen, betonte Schenk, aber lediglich im Radius von zehn Metern und auch nur aus Sicherheitsgründen. Alles, was im oberen Bereich des Waldes an Bäumen gefällt wurde, sei entweder krank, tot oder minderwertig gewesen.



Schenk kündigte an, das obere Wäldchen, das einst der Parkbrauerei ihren Namen gab, wieder zu dem zu machen, was es einmal war: zu einem Park , zu einer „Oase der Ruhe“ für die Gäste des geplanten Hotels und die Bewohner der Einrichtung für betreutes Wohnen. Hierfür sollen 4500 Quadratmeter Wald wieder aufgeforstet werden. Auf eine Bebauung mit Wohnhäusern, wie ursprünglich dort vorgesehen, will der Investor nun verzichten, wie er im Bauausschuss betonte. Aber auch sonst möchte er viel Grün in den Innenhöfen zwischen dem geplanten Hotel und den Wohnkomplexen schaffen, die auf mehreren Terrassen den Hang hinauf platziert werden sollen.

Das überzeugte denn auch Grünen-Fraktionschef Norbert Pohlmann, der die Rodungen in den vergangenen Tagen heftig kritisiert hatte. „Das ist ein Konzept, das den Wald aufwerten kann“, auch wenn ein Park nicht die ökologische Funktion eines Waldes erfüllen könne. Es wäre aber gut gewesen, wenn Schenk die Räte früher über seine geänderten Pläne informiert hätte.

Bernd Helbing, der für die FDP im Bauausschuss sitzt, unterstrich, dass seine Fraktion bereits von Anfang an das Projekt des Investors unterstütze und dies auch weiter tue, solange sich Schenk an Absprachen hält. Volker Neubert von der CDU sprach bei den Irritationen um die Baumfällaktion von einen „Wehrmutstropfen“, von dem er hofft, dass er jetzt „aufgestoßen ist“. SPD-Ausschussmitglied Thorsten Gries stimmte sogar ein Loblied auf Manfred Schenk an: „Wir sollten froh sein, dass wir einen Investor gefunden haben, der diese Industriebrache für Zweibrücken zu etwas besonderem entwickelt“, findet er.