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P1-Insolvenz: Investor Weingarth will Truppacher Höhe nun alleine bebauen

 Die Truppacher Höhe (oberhalb der Autobahn) gegenüber den Style Outlets. Foto: pma
Die Truppacher Höhe (oberhalb der Autobahn) gegenüber den Style Outlets. Foto: pma
Zweibrücken. Der auserkorene Favorit für die Bebauung des größten Teils der Truppacher Höhe ist wegen Insolvenz aus dem Rennen: Auf die Heiligenrother P1-Gruppe hatte sich der Zweckverband Entwicklungsgebiet Flugplatz Zweibrücken (Zef) vergangenen November festgelegt Von Merkur-Redakteur Eric Kolling

Zweibrücken. Der auserkorene Favorit für die Bebauung des größten Teils der Truppacher Höhe ist wegen Insolvenz aus dem Rennen: Auf die Heiligenrother P1-Gruppe hatte sich der Zweckverband Entwicklungsgebiet Flugplatz Zweibrücken (Zef) vergangenen November festgelegt. Dessen Sparte P1-Projektentwicklung sollte auf 78 000 der 121 000 Quadratmeter Gesamtfläche (insgesamt etwa 17 Fußballfelder) ein Fachmarktzentrum mit interaktiven Testflächen mit einem Internet-Abholmarkt errichten. Die Finanzprobleme der P1-Sparte Projektbau (wir berichteten) rissen nun aber offenbar weitere Teile der Firma mit in den Abgrund. Der künftige Zweibrücker Oberbürgermeister Kurt Pirmann hat Anfang Mai bei einem Treffen der Zef-Spitze mit P1 von den Problemen erfahren, erklärte er gestern dem Merkur auf Anfrage. Ursprünglich sollte das Treffen dazu dienen, einen Konsens zwischen P1 und dem Investor Oliver Weingarth vorzubereiten (wir berichteten). Dieser plant eine Shell-Tankstelle, ein McDonalds und eine Spielhalle auf 17 000 Quadratmetern Fläche auf der Truppacher Höhe und hat eine Option für 28 000 weitere Quadratmeter, die P1 teilweise überplant hatte.Laut Pirmann ist Weingarth nun bereit, die komplette Truppacher Höhe selbst zu bebauen. Ob er die P1-Gedankenspiele etwa für interaktives Testen von Artikeln weiterverfolgt, sei unklar. "Wir wollen jedenfalls kein Zielabweichungsverfahren", so Pirmann. Weingarth hatte in seinem Konzept vergangenen Herbst unter anderem einen Baumarkt und zwei Fachmärkte vorgesehen, deren Branchen er aber nicht nennen wollte.

Pirmann: "Weingarth und auch der weitere Interessent Admira haben inzwischen innenstadtverträgliche Sortimente. Wir hatten die Gespräche mit ihnen nie ganz aufgegeben." Auch ein weiterer Interessent, der nicht genannt werden wolle, sei im Rennen. Dabei handele es sich allerdings nicht um die Firma P4, die Nachfolgefirma für die insolvente P1. In P4 habe man "nicht das nötige Zutrauen", so Pirmann. Erstens seien die handelnden Personen nicht mehr die gleichen, zweitens sei der noch von P1 aufgebaute Kontakt zu interessierten Märkten für das Fachmarktzentrum Truppacher Höhe inzwischen etwas eingeschlafen.

"Wir wollen vor den Ferien eine neue Regelung hinbekommen", sagt Pirmann. Ein wichtiger Schritt dabei: eine Zef-Versammlung, bei der Oliver Weingarth sein Konzept für die komplette Truppacher Höhe vorstellen soll. Weingarth hatte bereits vor einem Jahr mit dem Zef gehadert, weil sich der Zweibrücker Stadtrat - auch er bestimmt die Zef-Geschicke mit - gegen eine von ihm geplante West-Zufahrt ausgesprochen hatte. Dieses Thema rücke nun wieder in den Fokus, so Pirmann. Weingarth müsse seine Erschließungspläne logisch darlegen. Dann könne das ganze Gelände "in einem Guss" erschlossen werden. Das mache das Verfahren sogar einfacher, als wenn diesbezüglich - wie bei P1 geplant -, Absprachen mit einem anderen Investor zu treffen seien.