| 23:20 Uhr

Auch Holzvermarktung Thema im Rat
Kleinbundenbach zahlt für fremde Brücke

Die zur Ölmühle (Hintergrund) führende Brücke über den Wiesbach muss erneuert werden.
Die zur Ölmühle (Hintergrund) führende Brücke über den Wiesbach muss erneuert werden. FOTO: Norbert Schwarz
Kleinbundenbach. Das Bauwerk liegt auf Winterbacher Gemarkung. Aber ein rätselhafter alter Vertrag verpflichtet auch den Nachbarort. Von Norbert Schwarz

„Was einmal unsere Vorväter schwarz auf weiß bescheinigt haben, wird auch weiterhin für uns gelten. Daran soll das Sanierungsvorhaben auf keinen Fall scheitern. Das Kostendrittel wird die Ortsgemeinde übernehmen, wir stehen zu unserem Wort“, betont der Kleinbundenbacher Ortsbürgermeister Karl Bißbort im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur. Es geht um die Sanierung der kleinen Brücke über den Wiesbach zur Ölmühle.

Dabei muss man wissen, dass die Ortsgemeinde Kleinbundenbach mit der „Ölmühle“ als solcher nichts zu tun hat. Das Mühlen-Gebäude liegt, daran gibt es keine Zweifel, eindeutig auf Winterbacher Gemarkung. Folglich müssten die heutigen Besitzer die Angelegenheit normalerweise auch mit der gleichnamigen Ortsgemeinde regeln. Doch zu der alten Bausubstanz, die inzwischen vorbildlich saniert wurde, gesellte sich in den Nachkriegsjahren ein weiteres Wohnhaus, das selbst unter den gesetzlichen Vorgaben der sechziger Jahre im Außenbereich nicht ohne Weiteres hätte errichtet werden dürfen. Was damals genau lief, lässt sich rückblickend nicht mehr recherchieren. Jedenfalls hat die Ortsgemeinde Kleinbundenbach (!) dem damaligen Landratsamt Zweibrücken, das für die Erteilung einer Baugenehmigung zuständig war bestätigt, dass die Erschließung der nachträglich bebauten Parzelle gesichert ist. Aus dieser Zusicherung erwächst nun die Pflicht Kleinbundenbachs zur Kosten-Beteiligung an der Brücke.

Mittlerweile ist die kleine Brücke in einem sehr schlechten Zustand und soll nun mit einem Kostenaufwand von maximal 20 000 Euro saniert werden, der Kleinbundenbacher Rat stimmte jetzt der Beteiligung zu einem Drittel zu. Die beiden anderen Drittel tragen die Ortsgemeinde Winterbach sowie die die Anlieger der Ölmühle, das sind die beiden Hausbesitzer.



Die Vermarktung der Holzernte aus dem Gemeindewald muss bekanntlich neu geregelt werden, weil die Landesforstverwaltungen nicht mehr den Verkauf des Holzes steuern dürfen. Gegen die bisher geltenden Vorgaben hatte ein Holzaufkäufer erfolgreich geklagt. In diesem Zusammenhang muss der Landesforst auch die bestehenden Geschäftsbesorgungsverträge kündigen. Die Ratsmitglieder sprachen sich für die Aufhebung der bisherigen Vertragsregelung aus und stimmten zugleich für den neuen, geänderten Vertrag zu. Über fünf Vermarktungsorganisation soll künftig das Holz aus den waldbesitzenden Gemeinde vermarktet werden. Es werden kommunale Holzvermarktungsorganisationen gegründet. Kleinbundenbach käme, wie die anderen Orte der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, zu der Holzvermarktungs-GmbH, die in Maikammer ihren Sitz haben soll. Die Ratsmitglieder sprachen sich dafür aus, dieser beizutreten. Gesellschafter werden die Verbandsgemeinden. Die Selbstvermarktung, das ist klar, kommt für die Kleinbundenbacher Ratsmitglieder nicht in Frage.