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Schlackenaufbereitungsanlage
Ortsbeirat Mörsbach besorgt wegen großer Schlacken-Lagerfläche

Im Entladebereich der Konditionierungsanlage am Deponie-Eingang soll eine Vorhalle errichtet werden. Der Ortsbeirat Mörsbach begrüßt dies ausdrücklich.
Im Entladebereich der Konditionierungsanlage am Deponie-Eingang soll eine Vorhalle errichtet werden. Der Ortsbeirat Mörsbach begrüßt dies ausdrücklich. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Mörsbach. Vor-Ort-Termin auch mit Stadträten gefordert, weil die MDSU vor beantragter Halle 10 000 Quadratmeter plant. Lebhafte Debatte über Behinderten-WC fürs DGH. Von David Oliver Betz

Im Ortsbeirat Mörsbach ist es einmal mehr um die Mülldeponie gegangen. Terrag will eine neue Vorhalle zur bestehenden Konditionierungsanlage bauen und die MDSU (Mitteldeutsche Schlacken Union) eine Halle zur Schlacken- und Metallaufbereitung. Dabei beschäftigte das Gremium am Dienstagabend vor allem eine Frage: Wozu braucht man bei der Schlackenaufbereitungshalle so viel Lagerraum unter freiem Himmel?

Rund 10 000 Quadratmeter asphaltierte Lagerfläche unter freiem Himmel sind neben der Aufbereitungshalle geplant. Was dort gelagert wird und wie lange, das war dem dem Ortsbeirat vorliegenden Plan nicht zu entnehmen. Die Befürchtung lautete: Wenn da Schlacke vor die Halle gekippt wird, bevor sie weiterverarbeitet wird, dann könnte das Staub aufwirbeln und damit träte genau das ein, was die Mörsbacher nicht wollten. Vom Bau der Schlackenaufbereitungshalle hatte man sich ja eigentlich erhofft, dass die Schlacke künftig staubfrei verarbeitet wird.

Nach einer langen Diskussion mit vielen Mutmaßungen wurde dann Folgendes beschlossen: Die Stadtverwaltung soll einen Vor-Ort-Termin für die Zweibrücker Stadtrats- und die Mörsbacher Ortsbeiratsmitglieder organisieren. Dort sollen dann die offenen Fragen konkret und direkt auf dem Deponiegelände erläutert werden.



Weniger problematisch war der Bauantrag der Terrag auf einen Anbau einer Vorhalle an die bestehende Konditionierungsanlage. Der Ortsbeirat begrüßte dieses Vorhaben und hatte dazu keine Einwände, die er dem Stadtrat mit auf den Weg geben wollte.

Das ehemalige Bürgermeisteramt in der Steinackerstraße dient in Mörsbach als Dorfgemeinschaftshaus (DGH). In dem Gebäude neben der Turnhalle ist unter anderem die Altenstube untergebracht, hier tagt der Ortsbeirat und auf dem Vorplatz finden auch Feuerwehr- und Dorffest statt. Nun sollen die Toiletten saniert werden. Wie das bei öffentlichen Gebäuden so ist: Werden die Toiletten erneuert, dann muss eine Behindertentoilette her. Die Diskussion, die dazu im Ortsbeirat Mörsbach entbrannte, erinnerte teilweise an einen Loriot-Sketch.

Vor einiger Zeit hat man einen Treppenlift zur Beförderung von Rollstuhlfahrern und Gehbehinderten ins DGH eingebaut. Denn im Obergeschoss trifft sich die Altenstube, hier kann man Räumlichkeiten, beispielsweise für runde Geburtstage mieten. Dementsprechend plante das Stadtbauamt, die neue Behindertentoilette ins Obergeschoss zu bauen. Die im unteren Geschoss befindlichen Herren- und Damentoilette würden saniert, erklärte Stadtbauamtsleiter Christian Michels den Mörsbachern. Damit war die Diskussion eröffnet.

Zunächst wurde deutlich, dass der Treppenlift offenbar schwierig zu bedienen sei. Nur ein extra geschulter Personenkreis sei in der Lage, dieses Gerät zu bedienen. Wenn nun Dorf- oder Feuerwehrfest sei, dann hieße das für einen Rollstuhlfahrer, dass er erst eine Person finden müsse, die den Lift bedient. Zudem sei der Lift aufgrund gesetzlicher Vorgaben sehr langsam. Bis also ein Gehbehinderter Mensch via Lift beim einem der Feste das Behindertenklo im Obergeschoss erreichen könne, sei es wahrscheinlich zu spät, so die einhellige Meinung im Ortsbeirat.

Aufgrund der Diskussion soll die Behindertentoilette nun ins Erdgeschoss. Sollte bei einer Veranstaltung im Obergeschoss ein Rollstuhlfahrer dabei sein, dann – so der Ortsbeirat – sei auf jeden Fall ein Liftexperte dabei, sonst könne man mit Rolli ja nichts ins OG kommen. So sei es einfacher bei den überschaubaren Veranstaltungen im OG einen Gehbehinderten Menschen ins Erdgeschoss zu befördern, als bei den großen Festen jemanden nach oben zu bringen. Michels sah keinerlei Probleme in der Umsetzung dieses Vorschlages. Ins Erdgeschoss komme damit ein behindertengerechtes WC sowie eine Unisextoilette, ins Obergeschoss die Herren- und Damentoiletten.