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Orden der Nansteiner
Nerother-Gruppen auf Weltreise

 Die Nerother bei einem Auftritt in Bolivien.
Die Nerother bei einem Auftritt in Bolivien. FOTO: Nerother Wandervogelbund/privat / Nerother Wandervogelbund
Zweibrücken. Der Orden der Nansteiner im Nerother Wandervogelbund aus Zweibrücken und Elversberg war in drei Gruppen in Portugal, Südamerika und Kanada unterwegs.

(red) Im Nerother Wandervogelbund gilt heute wie damals, seit der Gründung: Die großen Fahrten sind die jährlichen Höhepunkte der Nerother, vor allen anderen Aktivitäten. In diesem Jahr hatte der Orden der Nansteiner im Nerother Wandervogelbund, ansässig in Elversberg und Zweibrücken, gleich drei Großfahrten durchgeführt.

Die jungen Männer des Ordens bereisten Portugal. Über Lissabon erreichten sie per Anhalter und teilweise per Bahn die Stadt Braga, nahe der Atlantikküste. Nach ausgiebiger Besichtigung startete die Gruppe nach Ofir. Diese Stadt mit ihrem Umfeld gehört zu dem sagenhaften Goldland, welches bereits im alten Testament im ersten Buch der Könige erwähnt wird. König Salomo soll von dort sein Gold geholt haben. Die Nerother Fahne zog entlang der Küste in Richtung Porto, wobei die Nächte kurzerhand am Strand verbracht wurden. Nach drei Wochen erreichten die Nerother Porto, von wo aus die Heimreise angetreten wurde.

Eine größere Fahrt nach Südamerika unternahm eine gemischte Gruppe von acht jungen Männern, zugehörig den Orden der Nansteiner und Orden der Geusen im „Nerother Wandervogel“ unter Leitung der Nansteiner Ordensführung, Ordens-Führer Tobias Gräber aus Elversberg und Ordens-Kanzler Sebastian Schwartz aus Zweibrücken.



Die Wandervögel folgten einer Einladung der Musikgruppe „Los Masis“, die in den vergangenen Jahren schon des Öfteren im Haus der Nerother, Elverberger Nest genannt, weilte. Per Flug erreichten die Männer Santiago de Chile. Eine abenteuerliche Busfahrt brachte die die Gruppe über La Sarena nach Pisco Elqui. Das alkoholische National-Getränk in Peru und Chile, der Pisco, ein Destillat aus Traubenmost, wird hergestellt in der Destillerie in Pisto Elqui. Kurzerhand wurde eine Besichtigung organisiert.

Weiter gelangten die Nerother mit dem Bus nach Calma. Chuquicamata bezeichnet den größten Kupfertagebau der Welt, der sich bei Calma befindet. Auch hier konnte eine Besichtigung durchgeführt werden.

Über einen Pass in 4700 Metern Höhe führte der Weg nach San Salvador de Juijui in Argentinien. Hier wurde eine Grillfeier organisiert und zusammen mit den Einheimischen musiziert und gefeiert. Nach zwei Tagen Fahrtenpause gelangten die Großfahrer, abermals mit dem Bus, nach einer abenteuerlichen Fahrt zur 18 000 Einwohner zählenden Andenstadt Uyuni. Dort beginnt die größte Salzebene der Welt. Mit geliehenen Fahrrädern wurde das Gebiet erkundet. Wegen politischen Unruhen war die Stadt blockiert, sodass eine Weiterreise nicht möglich war.

Drei Tage gingen ins Land, bis eine Ausreise per Flugzeug nach La Paz ermöglicht wurde. Ein Minibus brachte die Nerothergruppe nach Sucre, das Ziel der Reise. Hier traf die Nerother-Abordnung endlich auf die Musikgruppe „Los Masis“, auf deren Einladung die Reise stattgefunden hatte. „Los Masis“ betreibt in Sucre eine Musikschule. Drei Tage feierten alle Beteiligten in der Öffentlichkeit mit Liedbeiträgen und viel Musik, Speisen und Getränken, bis die Nerotherfreunde zur Heimat aufbrachen. Vorbei an La Paz über eine Strecke der Yungas Straße. Diese wird als gefährlichste Straße der Welt bezeichnet. Nachdem Santiago de Chile erreicht wurde, ging die Reise per Flug über Rom nach Frankfurt und zurück nach Elversberg, wo die Nerother zum Abschlussfahrtenfest erwartet wurden.

Auch die älteren Herren des „Nansteiner-Ordens“ blieben nicht untätig und brachen auf nach Canada, wo sie ein Mitglied des Nerotherbundes besuchten. Der Zweibrücker Dieter Meier war als Heranwachsender in eine Zweibrücker Wandervogelgruppe der Nerother eingetreten und hatte einen großen Teil seiner Jugend dort verbracht. Als Erwachsener war er dann nach Brandon/Manitoba ausgewandert.

Willi Schwartz, besser bekannt als „Der Rote Baron“, Ordensgründer des Ordens der Nansteiner und früher Gruppenleiter von Dieter Meier, nebst Berthold Ludwig aus Zweibrücken reisten dorthin zu einem Besuch. Zusammen mit Dieter Meier erkundeten sie den Riding-Mountain-Nationalpark in Manitoba. Die Einwohner sprachen von der „Insel der Wildnis im Ozean aus Farmland“. Hier leben noch Elche, Bären und Rotwild in freier Wildbahn.

Ein unvergessliches Erlebnis war wohl der Besuch von zwei Schwarzbären, die sich in den frühen Morgenstunden an dem Mülleimer einer Waldhütte zu schaffen machten. Drei Wochen vergingen wie im Fluge und schließlich kehrten die Wandervögel nach Zweibrücken zurück.

 Der Salar de Uyuni liegt im Südwesten Boliviens auf einer Höhe von 3653 Metern und ist mit mehr als 10 000 Quadrat­kilometern die größte Salzpfanne der Erde. Die Nerother waren dort mit Fahrrädern unterwegs.
Der Salar de Uyuni liegt im Südwesten Boliviens auf einer Höhe von 3653 Metern und ist mit mehr als 10 000 Quadrat­kilometern die größte Salzpfanne der Erde. Die Nerother waren dort mit Fahrrädern unterwegs. FOTO: Nerother Wandervogelbund/privat / Nerother Wandervogelbund
 Die jungen Männer des Ordens der Nansteiner bereisten Portugal.
Die jungen Männer des Ordens der Nansteiner bereisten Portugal. FOTO: Orden der Nansteiner/privat / Orden der Nansteiner