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Neuer Bachelor-Studiengang
OLG und Hochschule arbeiten zusammen

Herbert Mertin, Bernhard Thurn, Albert Meij und Konrad Wolf bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags.
Herbert Mertin, Bernhard Thurn, Albert Meij und Konrad Wolf bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags. FOTO: Norbert Rech
Zweibrücken. Wissenschaftsminister Konrad Wolf lobt die Kooperation am Standort Zweibrücken als einzigartig in Deutschland. Von Norbert Rech

Das Recht ist kein trockener Lehrstoff. Das unterstrich gestern der Mainzer Justizminister Herbert Mertin (FDP) bei der feierlichen Unterzeichnung der Kooperation zwischen der Hochschule Kaiserslautern und dem Pfälzischen Oberlandesgericht im Zweibrücker Schloss. Der Vertrag sieht einen neuen Bachelor-Studiengang vor. „Es geht darum, wie man die Probleme anderer lösen kann“, erklärte Mertin, warum Jura durchaus interessant sei. Nach Kenntnis seines Kollegen in der Landesregierung, Wissenschaftsminister Konrad Wolf (SPD), ist die neue Zusammenarbeit einzigartig in ganz Deutschland. „Sie ist ein Beispiel dafür, wie gut sich eine Hochschule entwickeln kann“, sagte Wolf, der selbst von 2009 bis 2016 Präsident der Einrichtung war, die einen ihrer drei Standorte in Zweibrücken hat. „Genau solche Kooperationen braucht unsere Hochschullandschaft in Rheinland-Pfalz. Alle Beteiligten werden davon profitieren“, sagte Wolf.

Schon vor 20 Jahren sei die Idee entstanden, Wirtschaft und Recht zu verzahnen. Doch dafür hätte man fünf neue Professuren benötigt. „Umso mehr ist es erfreulich, dass diese Idee nun nach gut zehn Jahren umgesetzt werden kann“, so Minister Wolf. Die Rechtslage sei ganz entscheidend für das Handeln in der Wirtschaft. Es sei in den vergangenen Jahren schon gelungen, Netzwerke zwischen der Hochschule und Unternehmen zu bilden, was der Substanz der Studien zuträglich sei. Es könnten sich jetzt Kompetenzen entwickelt, die es den Absolventen ermöglichten, im Bereich der Steuer- und Unternehmensberatung tätig zu werden. Auch selbstständige Tätigkeiten, die stets Anliegen der Hochschule seien, würden gefördert. Diese Synergien sieht auch Mertin. Professor Albert Meij, Vizepräsident der Hochschule, sieht drei von vier Maximen seiner Einrichtung mit Einführung des neuen Studiengangs erfüllt. So erfolge eine Inspiration durch das Umfeld, eine Vernetzung der Menschen und eine Begleitung zu den Menschen, mit denen zusammengearbeitet werden soll. Christian Gauf (CDU), Bürgermeister von Zweibrücken, freut sich, dass die Stadt bundesweit positiv in die Schlagzeilen kommt: „Mit der Kooperation erfolgt ein Brückenschlag zwischen den Einrichtungen, auf die wir besonders stolz sind.“

Für Oberlandesgerichts-Präsident Bernhard Thurn ist die Zusammenarbeit ein Zeichen dafür, dass die Justiz außer der Rechtsprechung auch Teil der Gesellschaft sei. Der Startschuss des Studiengangs sei nicht nur ein wichtiges Ereignis für den Standort, sondern auch für die Region. Losgehen soll es im kommenden Wintersemester 2018/2019 am Hochschul-Standort Zweibrücken. Bewerbungen sind ab sofort möglich. Als Berufsfelder zukünftiger Absolventen nennt die Hochschule Tätigkeiten in der Leitung mittlerer und großer Unternehmen, in der Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung oder Insolvenzverwaltung sowie im öffentlichen Dienst.