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OGV Ernstweiler
Vom Kürbiskern bis zur Ernte

Alle Kinder zeigen stolz ihren Kürbis, die Größe ist dabei ganz nebensächlich.
Alle Kinder zeigen stolz ihren Kürbis, die Größe ist dabei ganz nebensächlich. FOTO: Margarete Lehmann
Ernstweiler. Der Obst- und Gartenbauverein Ernstweiler verkauft sein schönes Grundstück, bleibt aber weiter aktiv. Von Peter Fromann

„Wir finden keine Freiwilligen mehr, die sich regelmäßig um das Vereinsgrundstück kümmern wollen und können. Für derlei Aktivitäten fehlen uns junge Mitglieder“, sagt Vorsitzender Stephan Kerst. So mussten die Ernstweiler Gartenbauer in den sauren Apfel beißen, der nicht einmal vom eigenen Grundstück stammte, und das Grundstück verkaufen. Gartenbau findet also faktisch nicht mehr statt. Wobei die theoretischen Grundlagen natürlich gegenwärtig und erhalten bleiben: Wer Rat sucht, findet ihn auch weiterhin im Verein. Der langjährige Vorsitzende Wolfgang Zimmermann verstarb viel zu früh im vergangenen Jahr, sodass jetzt der damalige Stellvertreter Stephan Kerst an die Spitze gewählt wurde. „Der Verkauf des Grundstücks war schon länger im Gespräch, er war nicht meine erste Amtshandlung als Vorsitzender“, betont Kerst nachdrücklich.

Gut 160 Mitglieder zählt der Verein. Arbeitslos werden die Mitglieder jetzt nicht. „Wir beteiligen uns weiterhin am Weihnachtsmarkt, am Dorffest, veranstalten einen geselligen Nachmittag, einen Kochkurs, machen ein Herbstfest hier am Symbolbaum neben der Kirche, und wollen wie heute jedes Jahr einen Kürbiswettbewerb für die Kinder ausschreiben. In Planung ist auch ein jährliches Mensch-ärger-dich-nicht-Turnier“, berichtet der Vorstand.

Im Mai wurden Kürbiskerne an die Kinder ausgegeben, jetzt wurde geerntet. Die anhaltende Dürre im Jahr ließ die Kürbisse klein bleiben. Dianas Siegerkürbis erreichte „nur“ 9,06 Kilogramm. Der größte je gezüchtete Kürbis wog dagegen 1190 Kilogramm im Jahr 2016 in Ludwigsburg. Schon 10 000 Jahre vor Christus sollen die Menschen Kürbisse gezüchtet haben.



Nun sind die Ernstweiler Gartenbauer mit ihrem Kürbisfest an der Reihe. Die Stimmung ist prima, Essen und Trinken schmeckt. Rund 20 Kinder sind dabei, jedes stolz seinen Kürbis vorzeigend. Lena, neun Jahre alt, sagt: „Ich habe den Kürbiskern selbst im Garten vergraben, ihn immer gegossen, aber er wollte einfach nicht größer werden.“ Was jetzt mit dem Kürbis geschieht, steht noch nicht fest, „entweder bleibt er eine Zierde für Haus und Garten oder er wird zu Suppe verarbeitet“.

Gegen Abend ging das Fest zuende. Alle waren zufrieden. Kein Kind ging ohne Anerkennungspreis nach Hause. Es gab für die Sieger einen Kinogutschein und einen Verzehrbon oder nur einen Kinogutschein oder einen freien Eintritt ins Hallenbad. Alle anderen bekamen einen Verzehrgutschein Richtung Fastfood. Insgesamt beteiligt waren der Kindergarten, Schulklassen der Albert Schweitzer-Schule und Privatpersonen.

Hier die Teilnehmer am Kürbiswettbewerb: Tilo Hartfelder, Torben Hartfelder, Mirja Marczinkoski, Kara Marczinkowski, Jasmin Brem, Sophia Goroll, Louisa Goroll, Anelia Hergert, Helena Urban, Linnea Hergert, Norah Feldner, Diana Lizenberg, Julia Lizenberg, Mira Zimmermann, Helena Waibel, Leonhard Waibel, Felix Huckert, Ben Huckert, Timm Zimmermann, Leon Zimmermann, Liya Zimmermann, Yara Zimmermann und Lena Gottert. Von der Albert-Schweitzer-Schule die Klassen: 2b, 3a, 3b, 4a und 4b.