| 23:39 Uhr

Zweibrücken wählt am 14.10. neuen Oberbürgermeister
Wer gibt im Rathaus künftig den Ton an?

Die Sitzungsglocke des Oberbürgermeisters mit seinem Sessel im Stadtratssaal von Zweibrücken. Die Glocke darf künftig entweder Marold Wosnitza oder Christian Gauf schwingen – wer, das entscheiden am Sonntag die Bürger.
Die Sitzungsglocke des Oberbürgermeisters mit seinem Sessel im Stadtratssaal von Zweibrücken. Die Glocke darf künftig entweder Marold Wosnitza oder Christian Gauf schwingen – wer, das entscheiden am Sonntag die Bürger. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. 26 950 Zweibrücker entscheiden am Sonntag die Oberbürgermeister-Stichwahl zwischen Wosnitza und Gauf. Von Fritz Schäfer

Diesen Sonntag, 14. Oktober, fällt höchstwahrscheinlich die Entscheidung, wer die nächsten acht Jahre als Oberbürgermeister die Geschicke der Stadt Zweibrücken mitbestimmt: Marold Wosnitza von der SPD oder Christian Gauf von der CDU. Höchstwahrscheinlich – denn bei Stimmengleichheit würde erst zwei Tage später das Los entscheiden, wer Oberbürgermeister wird, erläutert Hauptamtsleiter Jörg Eschmann auf Merkur-Anfrage: Der Wahlleiter, der Beigeordnete Henno Pirmann, müsste in diesem Fall bei der Sitzung des Wahlausschusses am Dienstag, 16 Uhr, im Rathaus das Los ziehen.

Die beiden Bewerber um den Chefsessel im Rathaus versuchen am Samstag in der Fußgängerzone noch einmal, möglichst viele Zweibrücker von sich zu überzeugen. Und gegen 17 Uhr werden beide am Samstag beim Fassanstich bei der Ernstweiler Kerb alles geben, um auch auf diesem Terrain ihr Können zu zeigen: Die Ernstweiler Straußbuben geben beiden Kandidaten die Chance, sich im Festzelt zu präsentieren.

Insgesamt waren nach Auskunft Eschmanns bis Freitag, elf Uhr 26 950 Zweibrückerinnen und Zweibrücker im Wahlverzeichnis registriert. Beim ersten Wahlgang waren es fünf Wahlberechtigte weniger. Mit den 3744 Personen, die schon vor dem ersten Wahlgang am 23. September einen Antrag auf Briefwahl bei einer möglichen Stichwahl gestellt hatten, haben bis Freitag 3934 Personen einen Antrag auf Briefwahl gestellt.



Bei der ersten Wahl hätten fast alle, die eine Briefwahl beantragt hätten, auch gewählt, berichtet Eschmann. Beim alles entscheidenden zweiten Wahlgang am Sonntag wird mit Spannung erwartet, wie viele der Briefwähler der vier Bewerber, die es nicht in die Stichwahl geschafft hatten, ihr Wahlrecht auch diesmal wahrnehmen. Diese Wähler zu überzeugen, war in den letzten drei Wochen auch ein Ziel von Wosnitza und Gauf.

Beim ersten Wahlgang gingen 12 065 Personen (44,8 Prozent) zur Wahl. Davon wählten 5129 (42,7 Prozent) Marold Wosnitza und 4363 (36,4 Prozent) Christian Gauf – wegen des Vorsprungs steht Wosnitza bei der Stichwahl oben auf dem Stimmzettel. Die anderen Bewerber Atilla Eren (unabhängig), Klaus Peter Schmidt (AfD), Andreas Wente (unabhängig) und Thomas Kewel (unabhängig) erhielten zusammen 2511 der gültigen Stimmen.

Hauptamtsleiter Eschmann (der auch stellvertretender Wahlleier ist) wies am Freitag im Gespräch mit dem Pfälzischen Merkur noch einmal darauf hin, dass die Wahlbenachrichtigung für den ersten Wahlgang auch für die Stichwahl am Sonntag ihre Gültigkeit behält. Es wurden keine neuen Wahlbenachrichtigungen verschickt. „Personen, die ihre Wahlbenachrichtigung verloren haben, können selbstverständlich auch wählen“, betont Eschmann. Dazu müssten sie in ihrem Wahllokal ihren Personalausweis oder Reisepass vorlegen.
Wie beim ersten Wahlgang sind auch am Sonntag die 34 über das Stadtgebiet und die Vororte verteilten Wahllokale zwischen 8 und 18 Uhr geöffnet.

Auch wenn einer der beiden Bewerber am Sonntag die meisten Stimmen erhält, ist er nicht gleich Oberbürgermeister. „Oberbürgermeister ist man erst nach Überreichung der Ernennungsurkunde“, erklärt Eschmann. „Das ist gesetzlich so geregelt.“ Die Überreichung der Urkunde erfolge in einer „öffentlichen, feierlichen Stadtratssitzung“. Ein Termin dafür sei noch nicht zu nennen. Das nämlich hänge von dem künftigen Oberbürgermeister ab. Wenn dieser in einem Beschäftigungsverhältnis stehe, müsste er auch die Kündigungsfristen einhalten. Nach Auskunft des Hauptamtsleiters ist da keine Frist vorgegeben. Es gebe lediglich den Hinweis, dass die Ernennung in einer „angemessenen Zeit“ erfolgen soll.

Am Wahlabend kann man ab 18 Uhr die Zwischenstände nach Auszählung der Ergebnisse aus den 34 Wahllokalen im Internet auf www.zweibruecken.de verfolgen

Drei Oberbürgermeister wurden in Zweibrücken bislang vom Volk gewählt: Jürgen Lambert (CDU) 1999 in einer Stichwahl sowie im ersten Wahlgang Helmut Reichling (parteiunabhängig) 2003 und Kurt Pirmann (SPD) 2011.
Drei Oberbürgermeister wurden in Zweibrücken bislang vom Volk gewählt: Jürgen Lambert (CDU) 1999 in einer Stichwahl sowie im ersten Wahlgang Helmut Reichling (parteiunabhängig) 2003 und Kurt Pirmann (SPD) 2011. FOTO: dpa / Werner Baum
Kurt Pirmann wurde 2011 gewählt.
Kurt Pirmann wurde 2011 gewählt. FOTO: pm / lf
Helmut Reichling gewann die OB-Wahl 2003.
Helmut Reichling gewann die OB-Wahl 2003. FOTO: pma / privat