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Vorort von Stadt vernachlässigt?
Oberauerbacher fühlen sich ignoriert

Willy Danner-Knoke sähe den tristen Spielplatz in Oberauerbach gerne aufgewertet. Auch das Bürgerhaus müsste aufgewertet werden und der Radweg nach Winterbach sollte gebaut werden, fordert der Sozialdemokrat. Allerdings ignoriere die Stadt diese Wünsche seit fünf Jahren beharrlich.
Willy Danner-Knoke sähe den tristen Spielplatz in Oberauerbach gerne aufgewertet. Auch das Bürgerhaus müsste aufgewertet werden und der Radweg nach Winterbach sollte gebaut werden, fordert der Sozialdemokrat. Allerdings ignoriere die Stadt diese Wünsche seit fünf Jahren beharrlich. FOTO: David Oliver Betz
Oberauerbach. Der neue stellvertretende Ortsvorsteher Willy Danner-Knoke fordert von der Stadt endlich Investitionen in dem Zweibrücker Vorort. Von David Oliver Betz

Dicke Luft in Oberauerbach: Willy Danner-Knoke, seit April stellvertretender Ortsvorsteher, beklagt: „Seit fünf Jahren werden unsere Investitionswünsche bei der Haushaltsplanung ignoriert.“ Dabei seien die Sanierung des Spielplatzes in der Ortsmitte, der Radweg nach Winterbach sowie die Sanierung der Toilettenanlage im Bürgerhaus dringend notwendig. Der Spielplatz unweit des Bürgerhauses ist gepflegt und sehr großzügig. Allerdings sind die Spielgeräte alles andere als zeitgemäß. „Das wurde noch unter dem Ortsvorsteher Heinz Heller angelegt, das müsste 1988 gewesen sein“, so Danner-Knoke, der auch SPD-Ortsvereinsvorsitzender ist. Seitdem sei außer Instandhaltung nichts passiert. „Dabei liegt der Spielplatz sehr schön, ist weit genug von der Straße weg und liegt auch ruhig. Da könnte man sehr viel draus machen“, findet auch Danner-Knokes Frau Hedi Danner, die für die SPD im Stadtrat sitzt und bis 2009 Ortsvorsteherin war. Derzeit stehen auf dem Spielplatz eher triste Klettergerüste, eine uralte Rutschbahn und ein Fußballtor. „Das Tor wird noch am meisten genutzt, Fußball kommt immer gut an“, sagt Danner-Knoke.

Die beiden ärgern sich, dass die Investitionswünsche des Ortsbeirates „seit bestimmt fünf Jahren einfach nicht berücksichtigt werden“, so Danner-Knoke. Nach den Sommerferien stünden die Verhandlungen für das nächste Haushaltsjahr an. „Deshalb ist es uns wichtig, vom Ortsbeirat und der SPD-Fraktion auf diesen Missstand hinzuweisen“, sagt Danner-Knoke.

Ebenso wünschten sich die Oberauerbacher bisher erfolglos eine neue Toilettenanlage im Bürgerhaus. „Die ist mindestens 40 Jahre alt und auch alles andere als barrierefrei“, sagt Danner-Knoke. Hedi Danner erklärt, warum dem Bürgerhaus in Oberauerbach so eine wichtige Bedeutung zukomme. „Wir haben hier etliche Veranstaltungen von Ortsbeiratssitzungen über Vereinstreffen bis hin zu Blutspendeterminen unseres Ortsvereins vom Deutschen Roten Kreuz und bis hin zu kulturellen Veranstaltungen. Auch private Feiern werden hier abgehalten. Weil unser Sportverein (FC Oberauerbach) ruht, ist das so ziemlich der einzige Anlaufpunkt für solche Termine.“ Wolle man einen lebendigen Ortsteil mit einem intakten, bürgerlichen Zusammenleben erhalten, dann sei dieses Bürgerhaus ein ganz entscheidender Baustein. „Und dazu gehören eben auch moderne und barrierefreie Toiletten“, sagt Danner-Knoke.



Nicht zuletzt fordern Danner-Knoke und seine Frau im Namen des Ortsbeirates auch den Lückenschluss des Fahrradweges nach Winterbach. „Das sind drei Kilometer. Damit wäre man dann endlich an die hervorragende Radweg-Infrastruktur im Wallhalbtal angebunden. In die andere Richtung nach Niederauerbach und Zweibrücken ist er ja da“, so Danner-Knoke.

Warum der Stadtrat Oberauerbach derart ignoriert, das können sich die beiden nicht erklären. „Hier wohnen rund 1100 Menschen. Die kann man doch nicht einfach überhören“, sagt Hedi Danner. „Aber es ist einfach ärgerlich, wenn man sich im Ortsbeirat Gedanken macht, etwas bewegen will und dann passiert nichts“, ist Danner-Knoke frustriert.

Kritik, dass Stadtspitze und Stadtrat die Ortsbeiräte und Ortsvorsteher oft im Regen stehen lassen, kommt nicht zum ersten Mal auf. Auch in Rimschweiler, Niederauerbach und Mörsbach gab es bereits Kritik an der Haltung von Rat und Verwaltung zu den Ortsgremien.