| 00:27 Uhr

Kommentar
OB-Wahl: Verlierer mit Zukunft

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Wosnitza oder Gauf? Seit Sonntag wird in Zweibrücken nur noch über zwei Namen geredet, wenn es um die Oberbürgermeister-Wahl geht. Das ist einerseits natürlich kein Wunder – schließlich sind es Marold Wosnitza (SPD) und Christian Gauf (CDU), die es in die Stichwahl am 14. Oktober geschafft haben. Von Lutz Fröhlich

Und ihre Ergebnisse von 42,7 und 36,4 Prozent beweisen, dass es falsch ist, das Ende der Volksparteien an die Wand zu malen: Wenn sie gute, nicht abgehoben wirkende Personen zur Wahl stellen, müssen sie vor Wahlen weiter keine Angst haben.

Andererseits haben auch die im ersten Wahlgang ausgeschiedenen vier Kandidaten noch Aufmerksamkeit verdient. Besonders die Einzelbewerber Atilla Eren (13,3 %) und Andreas Wente (2,7 %) haben im Wahlkampf beeindruckt. Vor allem Wente wurde deutlich unter Wert geschlagen. Offensichtlich wollten viele Wähler keine Stimme verschenken im sich abzeichnenden Duell Wosnitza/Gauf. Eren hat durch seine völlig unverstellte volksnahe Art und einige patente Ideen Menschen an die Wahlurne gebracht, die sonst nur über „die da oben“ schimpfen, statt sich zumindest bei Wahlen auch mal selbst zu beteiligen. Wente hat sich im Wahlkampf systematisch reingekniet in die Kommunalpolitik, hat den Kontakt zu Bürgern genauso gesucht wie zu Amtsleitern und kreative politische Vorschläge gemacht.

Deutlich blasser blieben AfD-Kandidat Klaus Peter Schmidt (4,2 %) und Einzelbewerber Thomas Kewel (0,7 %) – aber auch Sie haben einzelne interessante Akzente gesetzt.



Bei allem Verständnis für die teils große Enttäuschung der vier aus dem OB-Rennen Ausgeschiedenen hoffe ich deshalb auf ein Wiedersehen bei der Stadtratswahl 2019. Denn auch als ehrenamtliches Ratsmitglied kann man viele Impulse für Zweibrücken setzen. Und Erfahrungen sammeln. Erfahrungen, die dann vielleicht eines Tages auch für andere politische Ämter qualifizieren.

Wobei der Stadtrat gewiss keine achte oder neunte Fraktion braucht – weshalb gut wäre, wenn Wählervereinigungen sich zusammentun oder Parteien ihre Ratswahllisten auch für unabhängige Kandidaten öffnen.