| 00:19 Uhr

Nur wenige Kündigungen erwartet

Die Kontogebühren-Erhöhung erfolge auch aus „Verantwortung für die Sparkasse und die Mitarbeiter“, so Sparkassen-Chef Rolf E. Klein. Zudem sei der Preis 14 Jahre lang konstant gewesen, warb er am Freitag beim Pressegespräch um Verständnis. Foto: Jan Althoff
Die Kontogebühren-Erhöhung erfolge auch aus „Verantwortung für die Sparkasse und die Mitarbeiter“, so Sparkassen-Chef Rolf E. Klein. Zudem sei der Preis 14 Jahre lang konstant gewesen, warb er am Freitag beim Pressegespräch um Verständnis. Foto: Jan Althoff FOTO: Jan Althoff
Zweibrücken. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) habe die Sparkasse Südwestpfalz zum Handeln gezwungen, erklärt Vorstandschef Rolf E. Klein den Grund, warum man die Kontoführungsgebühren erhöhe. Fritz Schäfer

Als Folge der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank "schwindet uns die Zinsspanne durch die Hände", sagte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Südwestpfalz, Rolf E. Klein. Und wenn die Erträge fehlten, dann müsse der Geschäftsmann etwas ändern. Schon seit einiger Zeit denke der Sparkassenvorstand über eine Änderung des Girokontomodells nach. Am 1. Juni wird das "S-GiroPrivat" eingeführt: Das bedeutet für die Kunden höhere Gebühren für das Girokonto (wir berichteten).

In dem Pressegespräch am Freitag hob Klein, hervor dass die Girokonto-Gebühr seit 2002 nicht verändert worden sei. Die Pauschalgebühr beträgt seitdem drei Euro. Ab 1. Juni 4,50 Euro. "Wir haben ein Modell entwickelt, bei dem die Kunden mitgestalten können", erläuterte Klein das neue Modell, das das "Verursacherprinzip" beinhalte. So reduziere sich der Grundpreis von 4,50 Euro bei Online-Banking und Auszügen auf dem ePostfach jeweils um ein Euro auf mögliche 2,50 Euro. Das wäre sogar noch günstiger als die jetzige Drei-Euro-Gebühr, sagte Klein. Allerdings war das Online-Konto bislang komplett kostenlos.

Zu den erhöhten monatlichen Pauschalen muss ab Juni für Überweisungen, die Einrichtung von Daueraufträgen oder Scheckeinreichungen mit Beleg jeweils ein Euro zusätzlich bezahlt werden. Wobei Sparkassen-Pressesprecherin Iris Steuer darauf hinweist, dass Zahlungen mit Geldkarten in Geschäften keine Überweisungen und somit weiter kostenlos seien. Aufträge an den Selbstbedienungsterminals kosten 50 Cent. Sonstige Buchungen kosten fünf Cent. Klein sagte, dass der Großteil der Kunden zwei, drei Überweisungen im Monat tätige. "Wir beraten die Kunden auch, dass sich das mit Lastschriften reduzieren lässt." Dabei weist Steuer auf die Informations-Hotline der Sparkasse hin, Telefon (0 63 32) 5 42 32 60.

Die Sparkasse Südwestpfalz verwaltet rund 75 000 Girokonten. Zu den Mehreinnahmen durch die Gebührenerhöhung wollte Klein nichts sagen. "Das sind allenfalls Schätzungen. Das können wir erst bei der Jahresbilanz sagen." Der Vorstandsvorsitzende rechnet nicht mit einer "nennenswerten Zahl" von Kündigungen. Bisher habe es erst "in bescheidenem Maße" Reaktionen auf die Preiserhöhung gegeben. Das sei auch eine Frage der Alternativen. Denn die Sparkasse Südwestpfalz sei die nicht das erste Geldinstitut, das die Gebühren geändert habe. "Als Unternehmen haben wir auch eine Verantwortung für die Sparkasse und die Mitarbeiter", sagte Klein.

Der Jahresgewinn 2015 der Sparkasse betrug 7,1 Millionen Euro (wir berichteten). Trotz der Gebührenerhöhung rechnet Klein dieses Jahr aufgrund der EZB-Zinspolitik mit einem Gewinnrückgang.

Die Entscheidung habe der Vorstand getroffen. Allerdings sei der Verwaltungsrat mit Blick auf die Bedeutung der Änderung "in Kenntnis" gesetzt worden. Entschieden habe dieses Gremium, in dem die Vertreter der Kommunen sitzen, nicht. Mit einem Schreiben hat die Sparkasse diese Woche einen Teil der Kunden über die Änderung in Kenntnis gesetzt. Die übrigen würden über die Kontoauszüge informiert.

Die Zinspolitik der EZB in Frankfurt macht nicht nur Sparern, sondern auch Kreditinistituten das Leben schwer. Foto: Boris Roessler/dpa
Die Zinspolitik der EZB in Frankfurt macht nicht nur Sparern, sondern auch Kreditinistituten das Leben schwer. Foto: Boris Roessler/dpa FOTO: Boris Roessler/dpa