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Leserbrief
Nicht nur eine Personen-Wahl

Oberbürgermeister-Wahl

Ich kann Herrn Gauf sehr wohl verstehen, weshalb er die bereits zugesagte Diskussion mit Herrn Wosnitza abgesagt hat. Auch wenn es immer heißt „die OB Wahl ist eine Personen-Wahl und keine Parteien-Wahl“, stimmt das so nicht. Sicher waren im ersten Wahlgang auch Personen wählbar, die keiner Partei angehören. Man konnte sich aber im Vorfeld schon ausrechnen, dass es auf eine Stichwahl der beiden Kandidaten von CDU und SPD hinausläuft. Wahlkampf ist nicht immer fair, aber was in diesem Wahlkampf teilweise stattfand, war des Guten zuviel. Wenn Plakate von Kandidaten abgehängt werden, so ist das in meinen Augen noch in die Rubrik „Lausbubenstreich“ einzuordnen, auch wenn es natürlich nicht in Ordnung ist – wenn sie rein zufällig nur abgefallen sind dann zum richtigen Zeitpunkt.

In Diskussionen politisch anders denkender einzusteigen und hier einen anderen Kandidaten hochleben zu lassen ist genauso legitim wie auch mal mit einer Prise Sarkasmus den anderen Kandidaten „alt“ aussehen zu lassen. Sich mal einen Schlagabtausch zu liefern ist auch unter den politischen Gegnern erlaubt, nicht nur unter den Kandidaten – solange es auf einer sachlichen Ebene erfolgt. Aber im Wahlkampf einem Bürgermeister, der nach seinem Amtsantritt ins kalte Wasser geworfen wurde Dinge nachzusagen bezüglich seiner Entscheidung, nicht an der Diskussion der Grünen teilzunehmen und zwar Dinge, die fernab jeglicher Realität sind, das ist unfair. Ich meine ausdrücklich nicht den Kandidaten Wosnitza, den ich sehr schätze und der sich bei seinen Auftritten fair gezeigt hat, sondern ich meine einige wenige aus den Parteikreisen, die durch ihren persönlichen Wahlkampf, den sie meinen führen zu müssen, nicht nur in meinen Augen teilweise ihrer Partei und ihrem Kandidaten dadurch mehr schaden als nutzen. Wenn ich mich bei Christian Gauf und allen CDU-Mitgliedern für einen fairen Wahlkampf bedanke, spreche ich sicher nicht nur in meinem Namen.



Uwe Menzner, Zweibrücken