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Expansionspläne
Nicht nur der Globus-Getränkemarkt soll wachsen

 Der Globus-Baumarkt in der Zweibrücker Wilkstraße war der erste, den das Handels-Unternehmen im Jahr 1986 eröffnete. Jetzt soll der Eingang umgestaltet werden.
Der Globus-Baumarkt in der Zweibrücker Wilkstraße war der erste, den das Handels-Unternehmen im Jahr 1986 eröffnete. Jetzt soll der Eingang umgestaltet werden. FOTO: Eric Kolling
Zweibrücken. Die Erweiterungspläne für den Baumarkt in der Wilkstraße von 17 700 auf 19 500 Quadratmeter Verkaufsfläche sorgten gestern im Bauausschuss für mahnende Worte. Im Mittelpunkt standen die zentrenrelevanten Sortimente und die befürchtete Konkurrenz für den Innenstadt-Handel. Von Eric Kolling

Wenn der Globus-Baumarkt anbauen und seine Verkaufsfläche erweitern will, müssen natürlich die Themen Randsortimente, Innenstadtverträglichkeit und Zweibrücker Liste aufs Tapet kommen. Gestern Abend im Bauausschuss war es vor allem Kurt Dettweiler (FWG), der hier Fragen aufwarf. „Es gibt dort einen Bäcker, Gemüsehändler, Metzger – ich begrüße das, nutze es selbst. Aber wir wollen auch, dass Zweibrücker in der Innenstadt einkaufen. Daher müssen wir das detailgetreu auflisten.“ Im Detail ging es ihm um den Anstieg der sogenannten zentrenrelevanten Produkte. Manfred Weber (PBZ), der selbst in der Kaiserstraße einen Laden rund um Arbeitsschutz führt, monierte, dass ihm die Verkaufsfläche von Arbeits- und Handwerkerbekleidung auf 60 Quadratmeter beschränkt worden sei. Globus solle künftig bis zu 300 Quadratmeter in Anspruch nehmen. „Sie können nicht eigene Dinge mit der aktuellen Debatte vermischen“, maßregelte ihn Sitzungsleiter Henno Pirmann.

Globus-Standortplanerin Anja Dusemond und Michael Braun vom Bebauungsplan erstellenden Büro Firu hatten zuvor Details erläutert. Die Verkaufsfläche soll von 17 700 auf 19 500 Quadratmetern wachsen, der Anteil zentrenrelevanter Sortimente bei zehn Prozent der Fläche bleiben – also 1950 anstatt 1770 Quadratmeter (siehe „Info“). Die Sitzungsunterlagen listeten dabei allerdings Sortimente mit insgesamt 2700 Quadratmeter auf, nebst Verweis, dass die 1950 Quadratmeter nicht überschritten werden dürften. Man wolle Flexibilität im Handel und Saisonthemen berücksichtigen, erklärte Dusemond diesen scheinbaren Widerspruch. Sortimente, die nicht liefen, könne man so einschränken, andere ausbauen. All das sei verträglich mit dem hiesigen Einzelhandel und den Zielen des Landesentwicklungsplans (LEP), so Planer Braun. Das habe eine Verträglichkeitsuntersuchung im Vorfeld ergeben. In Sachen Verkehrsströme habe eine vorbereitende Analyse nur Mehrbelastungen an der Ecke Gottlieb-Daimler-Straße/Lanzstraße ausgemacht, wo inzwischen aber ein Kreisel gebaut wurde.

Dusemond hatte erläutert, dass man den Markt „sechs Meter nach vorne ziehen“ wolle (also über den aktuellen Parkplatz), ein neues Vordach plane, einen veränderten Eingang und einen größeren Getränkemarkt (1000 statt bisher 850 Quadratmeter Verkaufsfläche). Dieser solle auch künftig links und nicht wie bisher rechts im Markt zu finden sein. Bei den Getränken habe sich das Warensortiment vergrößert, so Dusemond zu den Vorhaben. Vor allem gehe es aber um Innovationen im Baumarkt. So sollten Kunden etwa alles zum Thema Sicherheit fürs Haus an einem Platz finden können. Ansonsten habe die Bestandssicherung des Marktes im Mittelpunkt gestanden. „Wir würden gerne weitere 5000 Quadratmeter dransetzen, dann hätten unsere Kunden aber keine Parkplätze mehr“, erklärte Dusemond ironisch. Ein Ausbau des Marktes sei durch Wilkstraße und Hornbach in der Fläche sowie den danebenstehenden Möbel Martin in der Höhe beschränkt, so Planer Braun.



Die Bestandssicherung habe laut Dusemond bei den von Dettweiler angesprochenen Shops am Eingang auf 200 Quadratmeter im Mittelpunkt gestanden. Die Gastronomie soll bei bis zu 500 Quadratmetern im Gebäude und höchstens 200 Quadratmeter außerhalb (zuzüglich eines Imbissstandes) bleiben. Ausnahmsweise könnten baumarktaffine Gewerbe ohne Verkaufsflächen wie Geräteverleih oder Wartungsservice zugelassen werden, der Verkaufsstand für landwirtschaftliche Produkte vor dem Gebäude ist mit 80 Quadratmetern veranschlagt. Dirk Schneider (SPD) regte an, diese Fläche in den Markt zu integrieren und auf 100 Quadratmeter zu vergrößern. „Nicht Sache des Rates“, war im aufkommenden Rumoren zu vernehmen. Dusemond meinte, dass man im weiteren Verfahren durchaus mit dem höheren Wert arbeiten könne.

Der Bauausschuss votierte einstimmig dafür, das Bebauungsplanverfahren voranzubringen und die frühzeitige Beteiligung von Öffentlichkeit, Behörden und Träger öffentlicher Belange einzuleiten.

Nichtöffentlich vertagte sich der Bauausschuss gestern in der Frage, welcher Bewerber das Gelände der Alten Stadtgärtnerei entwickeln soll. Die Planungsbüros von zwei Bewerbern werden gebeten, ihre Konzepte in 3-D-Präsentationen zu vertiefen, teilte Stadtsprecher Heinz Braun am Abend mit. Beide Projekte sehen Geschosswohnungsbau in gehobener, altersgerechter Ausstattung vor.