| 20:42 Uhr

Kino-Start
Neugierig, frech, rebellisch

Karoline Herfurth als die kleine Hexe mit Rabe Abraxas ist auch im Zweibrücker Cinema Europa zu sehen.
Karoline Herfurth als die kleine Hexe mit Rabe Abraxas ist auch im Zweibrücker Cinema Europa zu sehen. FOTO: Walter Wehner / dpa
Zweibrücken. Neu im Kino: „Die kleine Hexe“ von Michael Schaerer – Karoline Herfurth überzeugt in der Titelrolle.

Wie wird man eine gute Hexe? Das verrät der Schriftsteller Otfried Preußler in seinem Kinderroman „Die kleine Hexe“. Generationen von jungen Lesern in aller Welt haben das Buch seit seinem Erscheinen 1957 begeistert gelesen. Nun kommen die vergnüglichen Abenteuer auch ins Kino: Karoline Herfurth spielt die Hexe, die mit 127 Jahren noch zu jung ist, um in der Walpurgisnacht mit den Großen auf dem Blocksberg zu tanzen. Weil sie aber trotzdem dabei sein will, soll sie beweisen, was sie kann und 7892 Zaubersprüche aus dem dicken Hexenbuch auswendig lernen.

Eigentlich wollte Preußler „Die kleine Hexe“ nicht im Kino sehen. Er befürchtete, dass ein Film nicht dem Geist des Buches und dem Charakter der kleinen Hexe gerecht werden könnte. Doch die  Produktion hätte Preußler sicher Freude bereitet. Es kommen zwar nicht alle Geschichten des Buches darin vor und einiges wurde leicht geändert. Doch Regisseur Michael Schaerer hat den Film sehr behutsam und mit viel Liebe zum Detail inszeniert. Die kleine Hexe ist neugierig, frech und ein bisschen rebellisch. Mit einfachen Erklärungen lässt sie sich nicht abspeisen, schon gar nicht mit dem Satz: Dafür bist du zu jung. Selbst von der bösen Rumpumpel lässt sie sich nicht einschüchtern, hervorragend gespielt von der bis zur Unkenntlichkeit verkleideten Suzanne von Borsody. Und auch die Ratschläge ihres Raben Abraxas, gesprochen von Axel Prahl, hört sie nicht immer gern.

Herfurth spielt ihre Rolle mit Begeisterung, nicht nur, weil sie von Natur aus rote Haare hat. „Ich habe die kleine Hexe schon als Kind gelesen“, erinnert sich die 33-Jährige. „Sie hat mich sehr beeindruckt und gehörte zu meinen Kindheitsidolen.“ Dafür musste Herfurth nun aber einiges in Kauf nehmen und viel Zeit in der Maske verbringen, vor allem wegen der langen Hexennase aus Silikon: „Es dauerte jeden Morgen anderthalb bis zwei Stunden.“ Da wäre ein bisschen Hexerei sehr hilfreich gewesen: „Heia Walpurgisnacht. Heia, heia ho!“



(Deutschland 2018, 103 Min.)