| 23:20 Uhr

Weiter Schutz für Händler in der Innenstadt?
Neues Konzept soll 2019 stehen

Ist das derzeitige Einzelhandelskonzept, das dem Innenstadt-Handel Schutz bietet, noch zeitgemäß? An der Frage scheiden sich die Geister. Archivfoto: voj/pm
Ist das derzeitige Einzelhandelskonzept, das dem Innenstadt-Handel Schutz bietet, noch zeitgemäß? An der Frage scheiden sich die Geister. Archivfoto: voj/pm FOTO: Jörg Jacobi
Zweibrücken. Im Frühjahr beauftragte der Stadtrat das Büro „Junker + Kruse“ mit der Überarbeitung des Einzelhandelskonzepts. 2019 soll es fertig sein, erklärt die Stadtverwaltung. Globus und Möbel Martin dürften ungeduldig darauf warten. Von Mathias Schneck

Das neue Einzelhandelskonzept für Zweibrücken soll im Verlauf des nächsten Jahres stehen. Das erklärt Stadtsprecher Heinz Braun auf Anfrage unserer Zeitung. „Im Verlauf von 2019 dürfte es fertig sein – sicher wird es nicht Ende 2019“, skizzierte Braun.

Die Überarbeitung des Einzelhandelskonzept tut not. So zumindest lautet die Auffassung des Hauptausschusses. Der beschloss Mitte Mai in nicht-öffentlicher Sitzung, das derzeitige Einzelhandelskonzept aus dem Jahr 2009 fortschreiben und auf die aktuellen Entwicklungen hin anpassen zu lassen. Beauftragt wurde damit das Planungsbüro „Junker + Kruse“ in Dortmund (wir berichteten), das bereits das derzeitige Einzelhandelskonzept erstellt hat.

Die Arbeiten an dem neuen Konzept liefen bereits seit geraumer Zeit, sagte Braun. Die Stadt habe eine Lenkungsgruppe eingerichtet, in der Vertreter von Einzelhandel und Verwaltung säßen. Diese hätten die Aufgabe, so der Stadtsprecher, die Überarbeitung des Einzelhandelskonzepts zu begleiten.



„Junker + Kruse“ hätten im Frühsommer, also kurz nach der Erteilung des Auftrags, der Lenkungsgruppe den „Ist-Zustand“ vorgestellt, sprich, sie hätten eine Analyse der Situation des Handels in der Stadt Zweibrücken vorgenommen und geprüft, wie sich das Angebot darstellt, welche Konkurrenz es gibt, wie viele Leerstände etc.

„Seitdem gab es noch mehrere Sitzungen der Lenkungsgruppe“, so Braun. Es sei dabei über Fragen diskutiert worden, wie: „Welche Abgrenzung der Innenstadt ist erforderlich?“ oder: „Ist die sogenannte ,Zweibrücker Liste’, die den Verkauf von innenstadtrelevantem Sortiment auf der Grünen Wiese verbietet, noch zeitgemäß, gehört sie abgeschafft oder geändert?“

Die Sitzungen der Lenkungsgruppe mit dem Büro „Junker + Kruse“ seien stets nicht-öffentlich, deshalb, so Braun, könnten keine Details daraus genannt werden.

Fakt sei: Der Einzelhandel in der Stadt Zweibrücken stehe vor enormen Herausforderungen. Und zwar nicht nur wegen des Angebots der Konkurrenz auf der Grünen Wiese. „Gerade der Online-Handel ist eine ernste Konkurrenz für die Gewerbetreibenden“, so Braun.

Die zunehmende Zahl von Leerständen in der Fußgängerzone zeigt, wie schwierig der Existenzkampf für die Händler geworden ist.

Wenn das neue Einzelhandelskonzept stehe, müsse es natürlich erst noch vom Stadtrat verabschiedet werden.

Braun erklärt, dass es „einen gewissen Zeitdruck“ hinsichtlich der Erstellung des Konzeptes gebe. Der Globus-Baumarkt sowie der benachbarte Möbel Martin (beide in der Wilkstraße) wollten ihre Häuser erweitern und das gehe nur über ein Zielabweichungsverfahren, habe die zuständige SGD Süd (Struktur- und Genehmigungsdirektion) deutlich gemacht; schließlich seien die Auswirkungen der geplanten Erweiterungen auf den innerstädtischen Handel signifikant (wir berichteten). Es sei hilfreich, wenn das neue Einzelhandelskonzept fertig sei, sobald dieses Zielabweichungsverfahren läuft, sagte Braun. Nichtsdestotrotz sei es auch möglich, das Verfahren parallel durchzuführen, also wenn das Konzept noch in Arbeit ist.

Globus möchte seinen Baumarkt um 1800 auf insgesamt 19 500 Quadratmeter Verkaufsfläche (davon 1950 innenstadtrelevant) vergrößern, Möbel Martin plant eine Aufstockung seiner Fläche von derzeit 24 000 auf 35 000 Quadratmeter (hier wären ebenfalls zehn Prozent, in diesem Fall also 3500 Quadratmeter, innenstadtrelevant.

Beide Märkte haben in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass sie diese Investitionen nicht auf die lange Bank schieben wollen, Globus und Möbel Martin dürften folglich mit Ungeduld darauf warten, dass der Stadtrat das neue Einzelhandelskonzept verabschiedet.