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Den Glauben gewechselt
Neuer Pfarrer für Zweibrücker Soldaten

 Leitende Militärdekanin Petra Reitz läuft auf Alexander Beck zu, um dem neuen Militärseelsorger zu gratulieren.
Leitende Militärdekanin Petra Reitz läuft auf Alexander Beck zu, um dem neuen Militärseelsorger zu gratulieren. FOTO: Norbert Schwarz
Zweibrücken. Alexander Beck ist neuer evanglischer Seelsorger in der Niederauerbachkaserne. Früher war er auch schon katholischer Pastoralreferent. Von Norbert Schwarz

Die längere Zeit der Vakanz ist vorbei. Bei einem Feldgottesdienst in der Niederauerbachkaserne wurde der evangelische Seelsorger Alexander Beck von Militärbischof Sigurd Rink, der dafür extra von Berlin aus nach Zweibrücken kam, in Gegenwart weiterer zahlreicher Gäste (darunter die Leitende Militärdekanin Petra Reitz aus Köln, die Oberkirchenrätin der Evangelischen Kirche der Pfalz Marianne Wagner, der katholische Standortpfarrer Marius Merkelbach, der Stadtbeigeordnete Henno Pirmann und der Kommandeur des Fallschirmjägerregiments 26 Markus Meyer) in sein Amt als evangelischer Seelsorger bei den Fallschirmjägern eingeführt.

Mitten in der Soldatenwelt, weder Stadtkirche noch Kapelle (sie soll auch erst noch auf dem Militärgelände errichtet werden) sondern, wie, Militärbischof Rink am Donnerstag beim Einführungsgottesdienst mit zahlreichen Besuchern aus der Familie Beck, Freunden und Vertrauten aus seiner vorherigen Pfarrstelle Hassel bei St. Ingbert und natürlich vielen Zweibrücker Soldaten an einem symbolträchtigen Ort vor einem einfachen Birkenholz-Feldkreuz unweit des Ehrenmals für in Auslandseinsätzen gestorbene Soldaten.

Einfühlsam stellte Militärdekanin Reitz den Menschen Alexander Beck näher vor, der zunächst katholische Theologie studierte, Pastoralreferent in Landstuhl war und sich später der evangelischen Theologie und Kirche zugewandt habe. Mit Liebe, wie es die Militärdekanin formulierte, denn inzwischen hatte Alexander Beck sich vermählt. Ehefrau Elisabeth ist gleichfalls Pfarrerin, gemeinsam leiteten sie die Gemeinde in Hassel bei St. Ingbert. Petra Reitz: „Alexander Beck kennt von beiden Traditionen die Schwächen, doch von beiden lebt Alexander Beck das Beste. „Damit sie alle eins werden“, wie es im Johannisevangelium heiße, solle ein Stück mehr Wirklichkeit werden. In Zeiten großer Umbrüche lebe der neue Militärseelsorger damit ein Stück Zukunft. Er selbst habe an sich viele Spannungen erlebt und durchgemacht – und deshalb, so Petra Reitz zukunftsblickend, werde der neue Seelsorger den Zweibrücker Soldatinnen und Soldaten ein guter Wegbegleiter sein.



Militärbischof Rink sagte, dass der verheißungsvolle und tröstliche Schlusssatz des Taufbefehls Jesu für Beck, Evangelium in einem Satz sei. Und weil dies die Basis seines Glaubens, Redens und Handelns sei, sei Beck als Militärseelsorger genau richtig, so der Militärbischof. Seelsorger im Namen Jesu Christi zu sein dort, wo Sicherheit Auftrag ist. Menschen, die als Soldatinnen und Soldaten der Sicherheit des Landes dienen, verdienten dafür Respekt und Unterstützung. Rink skizzierte den seelsorgerischen Dienst bei der Bundeswehr facettenreich und es sei gut zu wissen, dass Alexander Beck diesen Dienst gelassen und selbstverständlich als kirchlichen Dienst begreife. Auch in der Militärseelsorge werde das Rad der Kirche nicht neu erfunden, aber die Arbeit mit jungen Menschen sei eine große Herausforderung, weil jene die Herausforderung und einen harten Beruf gewählt haben.

In seiner Predigt schilderte Militärseelsorger Alexander Beck bereits erste Eindrücke, zu denen auch solche vom Truppenübungsplatz Hammelburg zählten. Er sei nicht Soldat, habe keinen Rang, sei aber doch Teil der Bundeswehr.

Beim weltlichen Empfang anschließend im Offiziersheim hieß Oberst Markus Meyer den neuen Militärseelsorger in wenig militärischen Jargon herzlich willkommen, und sehr passende, einfühlsame Worte für den „Neue“ am Standort Zweibrücken fand auch Oberkirchenrätin Marianne Wagner, in deren Zuständigkeit die Zuweisung der Pfarrstellen bei der Evangelischen Kirche der Pfalz fällt