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Neuer Anlauf für längere Ladenöffnungszeiten

 Will viel anpacken: Andreas Michel beim Redaktionsgespräch. Foto: eck
Will viel anpacken: Andreas Michel beim Redaktionsgespräch. Foto: eck FOTO: eck
Zweibrücken. Längere Ladenöffnungszeiten, weniger Leerstände, Beratung für Einzelhändler: Damit will Andreas Michel, Vorsitzender von „Gemeinsamhandel Zweibrücken“, die Rosenstadt als Einkaufsziel noch attraktiver machen. Lutz Fröhlich

Zweibrücken hat viel Potenzial, noch mehr Kunden zum Einkaufen, Essen und Trinken in die Stadt zu bringen. Davon ist Andreas Michel überzeugt, Vorsitzender des im Mai gegründeten "Gemeinsamhandel Zweibrücken e. V.", zu dem sich die drei vorherigen Zweibrücker Händler-Vereine zusammengeschlossen haben.

Es gebe viele sehr gute Geschäfte und Gastronomie, tolle Plätze und eine hervorragende Autobahn-Anbindung, zählt Michel im Merkur-Redaktionsgepräch als Pluspunkte auf. Es gebe aber auch Probleme, die es anzupacken gelte. So stünden, außerhalb des Kernbereichs der Fußgängerzone in der Hauptstraße, zu viele Geschäfte leer. Und in den nächsten Monaten drohten einige Geschäftsaufgaben, weil Einzelhändler keine Nachfolger hätten. Was fehle, sei eine Nachfolge-Beratung für inhabergeführte Geschäfte . Aber auch sonst wäre es für diese manchmal gut, qualifizierte Beratung in Anspruch nehmen zu können, um sich erfolgreicher zu vermarkten.

Nicht nur über dieses Thema soll bei den Gemeinsamhandel-Treffen gesprochen werden. So will Michel schon beim nächsten Händler-Treffen ein Thema auf die Tagesordnung setzen, dass nach einigen gescheiterten Anläufen schon ad acta gelegt zu sein schien: verlässliche längere Ladenöffnungszeiten in der Innenstadt. So könne man darüber diskutieren, morgens später und dafür abends länger zu öffnen. Und dass viele Geschäfte ausgerechnet samstags schon um 14 Uhr schließen, "kann auf Dauer nicht gehen", findet Michel. Denn samstags hätten Menschen am meisten Zeit zum Einkaufsbummel. Man brauche aber ein bis zwei Jahre Geduld, um Kunden an längere Öffnungszeiten zu gewöhnen, betont Michel, dass man längere Samstags-Öffnungszeiten nicht wie 2001 nach der Eröffnung des Outlet-Centers schon nach wenigen Wochen wieder aufgeben darf.



Stichwort Style Outlets: Von deren jährlich rund dreieinhalb Millionen Besuchern könne Zweibrücken noch viel, viel mehr profitieren, ist Michel überzeugt. "In jeder Werbung von denen taucht ,Zweibrücken ' auf", sieht Michel den Bekanntheitsgrad der Stadt massiv gestärkt.

Zwar gebe es in der Innenstadt viele attraktive Geschäfte - beim Branchenmix sieht der Alutech-Chef aber noch Lücken, etwa bei Lederwaren. Wegen der Leerstände werde "Gemeinsamhandel" auch das Gespräch unter anderm mit Immobilienmaklern suchen. So fragt sich Michel, ob Mieten zu hoch sind oder in einige Häuser zu wenig investiert werde. Michel wünscht sich auch noch mehr hochwertige Geschäfte , "denn der Geiz-ist-Geil-Trend ist vorbei".

Auch gelte es zu analysieren, "warum es so ein Problem ist, Ankermieter zu finden, wie man im Ex-City-Outlet oder der Hallplatzgalerie sieht".

Angesichts von kostenlosen Parkplätzen etwa in Homburg wünscht sich Michel auch mehr Möglichkeiten zum kostenlosen Parken in Zweibrücken , vor allem samstags in den Parkhäusern. Die Stadt dagegen hat die Parkgebühren erhöht, auf Druck der Kommunalaufsicht. Auch die steht deshalb auf der langen Liste derer, mit denen Michel das Gespräch sucht. Wobei der 53-Jährige betont, dass er "Gemeinsamhandel" nur ehrenamtlich führt. Man wolle deshalb die Arbeit noch mehr als bisher auf weitere Schultern verteilen. Hervorragend klappe die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, hier hebt Michel besonders das Wirtschaftsförderungs-Team mit Citymanagerin Petra Stricker und das Ordnungsamt hervor. Nach den ersten dreitägigen "Saarländertagen" im August plant der Werbegemeinschafts-Nachfolger "Gemeinsamhandel Zweibrücken " eine weitere, diesmal sogar vollständig neue, Aktion: einen "Lichtermarkt" auf dem Schlossplatz, voraussichtlich am Wochenende 19./20. November. Dies werde ein Markt mit "hochwertigen, klassischen Advents-Artikeln", erläutert Vorsitzender Andreas Michel. Durch diese Fokussierung sei auch sichergestellt, dass der Lichtermarkt keine Konkurrenz zum Zweibrücker Weihnachtsmarkt (ab 2. Dezember) werde. Das Oberlandesgericht habe bereits zugesichert, dass für den Lichtermarkt auch das Schloss illuminiert werden darf.