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Filiale der Krankenkasse
Beratung oder Briefkasten? Lob und Kritik zu AOK-Entscheidung

Bislang ist die Filiale der AOK in der Von-Rosen-Straße, und an fünf Tagen in der Woche jeweils drei bis vier Stunden geöffnet.
Bislang ist die Filiale der AOK in der Von-Rosen-Straße, und an fünf Tagen in der Woche jeweils drei bis vier Stunden geöffnet. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Die AOK bleibt in Zweibrücken – jedenfalls ein bisschen. Zweieinhalb Tage in der Woche soll ab nächstem Jahr ein Mitarbeiter im Beratungszentrum der Stadt in der Poststraße sitzen (wir berichteten).

Das sorgte zunächst einmal für Freude vor Ort – und auch bei den Bundestagsabgeordneten der Region.

„Die nun gefundene Lösung für den Verbleib der AOK in Zweibrücken ist eine gute Nachricht für alle AOK-Versicherten“, schreibt etwa die CDU-Abgeordnete Anita Schäfer auf ihrer Facebook-Seite. Weiter heißt es: „Ich freue mich, dass meine Idee aufgegriffen wurde, die AOK-Geschäftsstelle in einer städtischen Einrichtung unterzubringen. Den neuen Standort solle man für Kooperationsangebote nutzen.

„Entscheidend wird aber sein, wie bürgerfreundlich das Angebot der AOK im Hinblick auf Öffnungszeiten, Erreichbarkeit und Barrierefreiheit sein wird“, kommentiert Schäfers SPD-Kollegin Angelika Glöckner die Entscheidung. Der Beauftragte des AOK-Vorstandes habe ihr zudem bestätigt, dass es zu den Räumen in der Poststraße einen barrierefreien Zugang geben werde.



Wasser in den Wein goss SPD-Ratsmitglied Walter Rimbrecht. Sein Facebook-Kommentar zum Merkur-Artikel über den AOK-Standort: „Der ‚Kompromiss’, wie er jetzt als Erfolg dargestellt wird verhindert zwar den vollständigen Abzug, wird aber wie folgt aussehen: Keine Beratung mehr in Zweibrücken, es werden keine Akten vor Ort gelagert, keine Computer installiert, kein Geld ausgezahlt. Die Versicherten können lediglich íhre Unterlagen abgeben und erhalten dann irgendwann Nachricht. Das wurde in den Verhandlungen ganz deutlich gesagt und dieses Ergebnis hätte man schon im April verkünden können, wenn damals die Stadt nicht gesagt hätte, sie hätte keine Räume. Die AOK war nicht bereit, eigene Räume zu mieten und sie mit der notwendigen Geschäftsausstattung zu vorsorgen. Die Versicherten werden erst im Januar merken, dass es sich nicht um eine echte Niederlassung, sondern nur um einen besseren Briefkasten handelt. Zur Beratung muss man nach Pirmasens oder nach Homburg. Das haben die Vertreter der AOK immer deutlich gesagt.“

AOK-Pressereferent Jan Rößler dementierte auf Merkur-Anfrage das Ende des Beratungsangebotes am neuen Standort. An den zweieinhalb Tagen pro Woche werde dort Beratung der Versicherten angeboten. Es werde zusätzlich in der restlichen Zeit eine Möglichkeit geben, Unterlagen abzugeben.