| 20:42 Uhr

Hilfe für bedrohte Art
Ein Hotel von den Kindern für die Bienen

Das neue Wildbienenhotel „Zur wilden Rose“ wurde im Wildrosengarten von den Kindern des Zweibrücker Naju und Mitgliedern des Nabu errichtet.
Das neue Wildbienenhotel „Zur wilden Rose“ wurde im Wildrosengarten von den Kindern des Zweibrücker Naju und Mitgliedern des Nabu errichtet. FOTO: Nadine Lang
Zweibrücken. Mit Hilfe der Zweibrücker Naturschutzjugend haben die für unser Überleben so wichtigen Insekten im Wildrosengarten gleich neben dem Vereinsheim eine neue Heimat gefunden. Natürlich haben auch die Erwachsenen vom Nabu kräftig mitgeholfen. Von Nadine Bröcker

Noch ist es recht ruhig im Bienenhotel, nur vereinzelt schauen mögliche fliegende Bewohner herein. Doch im Frühjahr soll es hier laut summen und brummen – so hoffen jedenfalls die Kinder und Jugendlichen der Naturschutzjugend (Naju) Zweibrücken, die gemeinsam mit zwei erfahrenen Naturschutzbund-(Nabu)-Mitgliedern das Bienenhotel gebaut haben.

„Das Ganze gehört zur Aktion ,Bees In’ der Naturjugend, bei der es darum geht, eine Wildbienenhotelkette in ganz Deutschland zu eröffne, mit dem Ziel bis Herbst 500 Wildbienenhotels zu eröffnen“, erklärt Ingrid Beck von der Naturschutzjugend. Angelehnt ist die Aktion an das englische Wort „Bee“ – also Biene.

Etwa 60 Prozent sei bundesweit bisher erreicht worden, im Internet können sich die Teilnehmer sogar auf einer Karte mit Fotos eintragen lassen. Nach wie vor ist das Thema Bienensterben, oder allgemein auch das Insektensterben, ein wichtiges Thema unserer Zeit, und so lag es auch dem Nabu mit seiner Jugendgruppe am Herzen, für Aufklärung, aber auch für einen Platz für die Insekten zu sorgen. Denn etwa 80 Prozent unserer Blütenpflanzen sind darauf angewiesen, von Insekten bestäubt zu werden. Weit weniger Pflanzen lassen sich vom Wind bestäuben, zum Beispiel Weizen oder Gras.



Im Wildrosengarten gleich neben dem Vereinsheim wurden sie fündig. Gemeinsam mit Heiko Hübscher, dem gärtnerischen Leiter des Rosengartens, haben sie die Aktion abgesprochen, der dem Verein einen Platz für die Errichtung des „Hotels“ inmitten des Wildrosengartens vorschlug. Von der Aktion selbst gab es keine Vorgaben, wie dieses Hotel auszusehen hat, lediglich Vorschläge, was sinnvoll ist, damit es am Ende auch bewohnt und von einigen der insgesamt über 560 Wildbienenarten zum Zweck der Aufzucht des Nachwuchses genutzt wird.

Wie das Hotel genau werden soll, damit haben sich dann Norbert Fakumdiny und Horst Macke beschäftigt. Die beiden Nabu-Mitglieder bauten zuvor schon drei Bienenhotels für den Eigenbedarf und hatten damit bereits einiges an Erfahrung sammeln können und die Bauweise stets verbessert. Hilfe holten sie sich außerdem im Internet.

Das Außengestell fertigten die beiden Männer selbst an. Bei der „Innenausstattung“ kamen die Kinder mit ins Spiel, die beispielsweise Löcher in den Holzstamm gebohrt oder die Schilfrohre zusammengestellt haben.

Zwei Mal trafen sich die acht Kinder dafür mit den beiden „Bauherren“, ein drittes Mal, um das Hotel dann schließlich aufzubauen. Die Arbeit der Erwachenen war allerdings deutlich umfangreicher. „Es ist sehr zeitintensiv gewesen“, erzählt Horst Macke. Wie viele Stunden da genau ins Land gingen, können sie schwer einschätzen, da sie immer mal wieder stundenweise Zeit investiert haben.

Das Ergebnis kann sich jedenfalls sehen lassen und das Thema Bienen ist für die Mitglieder des Nabu und Naju damit noch lange nicht erledigt. „Das wird jetzt auch noch Thema bleiben“, erklärte Ingrid Beck, sowohl für die Erwachsenen als auch für die Kinder. So soll es im kommenden Jahr beispielsweise Wildbienenexkursionen geben oder Mittelpunkt von Vorträgen und Aktionen werden. Die Kindergruppe, die sich jeweils am zweiten Samstag im Monat in der Zeit von 15 bis 17 Uhr trifft, hat außerdem fest eingeplant, regelmäßig im neuen Wildbienenhotel vorbeizuschauen. Das hat am Samstag von den Kindern übrigens auch noch einen eigenen Namen erhalten: „Insektenhaus Zur wilden Rose“.