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Apfelsaft
Spielen und arbeiten im Apfelparadies

Mit Begeisterung sind die Kinder bei der Sache, sowohl beim Apfelaufsammeln als auch beim Waschen. Natürlich waren sie auch bei der Herstellung des Apfelbreis und -safts beteiligt.
Mit Begeisterung sind die Kinder bei der Sache, sowohl beim Apfelaufsammeln als auch beim Waschen. Natürlich waren sie auch bei der Herstellung des Apfelbreis und -safts beteiligt. FOTO: Margarete Lehmann
Kleinsteinhausen. Die Frage, wie der Apfelsaft in die Flasche kommt, wurde den Kindern der Zweibrücker Naturschutzjugend (Naju) anschaulich beantwortet.

Die Naturschutzjugend (Naju), die Kinder- und Jugendgruppe des Naturschutzbundes (Nabu), war kürzlich auf Erkundungstour auf dem großen, wunderbar gelegenen Grundstück des Vereinsmitglieds Norbert Fakundiny am Ortsausgang von Kleinsteinhausen. Im Ort werden ja gerade die Straßen ausgebaut, man findet nur schwer zu der Adresse hin, was mal wieder verdeutlicht, dass der Weg ins Paradies mit Unwägbarkeiten gepflastert ist.

Uralte Apfelbäume, „die sind noch vom Großvater gepflanzt“, bilden ein hohes, Schatten spendendes Gewölbe, die Äste tragen schwer an der Menge Äpfel in diesem Jahr, der Boden ist schon bedeckt von herabgefallenem Obst. Da freuen sich die Kinder, gekommen sind zwölf mit ihren Eltern, und füllen eifrig die Körbe, schleppen sie an die Sammelstelle, wo sie gewaschen werden. „Da kriegt man richtig saubere Hände“, ruft ein Kind und trocknet sie an seinem Hosenbein ab.

Der Schweiß steht ihm auf der Stirn, es ist heiß und dann kommt noch die Aufregung hinzu. Hanieh ist geradezu penibel, die Mutter erzählt: „Im Kindergarten hörten die Kinder etwas über Umweltverschmutzungen und Müllentsorgung, seitdem hebt sie auch die kleinsten Schnipsel auf, die sie findet“. Die vielen Äpfel, die herabgefallen auf der Erde durcheinander liegen, behagen ihr irgendwie auch nicht.



Die sauberen Äpfel werden dann zu reinstem Apfelbrei von einer Maschine zerkleinert, mit Gehäuse und allem. Das Obst wird in einen Trichter einer Maschine geworfen, dann knackt und kracht es, und unten fällt der Apfelbrei in ein darunter gestelltes Gefäß.

„Das macht riesig Spaß“, sagt Felix, sieben Jahre alt, und stopft mit einem Holzstecken die Äpfel im Trichter nach unten. Dann kommt der Brei in eine Presse, die mit Hand mittels eines Rades, das gedreht wird, den Saft aus dem Brei presst. Der Saft wird in einem Eimer aufgefangen.

Übrig bleibt die Maische. „Die verfüttert ein Bauer hier im Ort an seine Schweine“, sagt Fakundiny. So schließt sich der Kreislauf mit dem Verdauten, den Ausscheidungen, mit denen die Schweine ganz nebenbei den Boden düngen, auf dem ein neuer Apfelbaum wachsen kann.

Tim, sechs Jahre, war schon öfter bei Naju-Veranstaltungen: „Viele hier sind meine Freunde“, sagt er und weist in die Runde. Natürlich darf der frische Saft probiert werden. „Der schmeckt prima“, sagen die Kinder begeistert.

Aufsicht führen die Eltern, von der Naju Ingrid Beck und vom Vorstand des Nabu Miriam Krumbach. Es war eine spannende Aktion, die ein für alle Mal klar stellte, wie der Apfel in die Flasche kommt.