| 22:53 Uhr

Matinee in der Zwinglikirche
Nachdenkliches zum Abschluss

Niederauerbach. Peter Butz und Daniel Clemens begeistern bei einer österlichen Matinee in der Zwinglikirche. Von Norbert Rech

Mit einer Matinee hat die protestantische Kirchengemeinde gestern Vormittag den Abschluss des Osterfestes gefeiert. Solche Veranstaltungen haben hier schon Tradition, wie Presbyterin Inge Seebach im Gespräch mit dem Merkur erzählt. So werden regelmäßig auch an Weihnachten und Pfingsten Lesungen mit musikalischer Umrahmung organisiert.

Diesmal war es der Zweibrücker Dekan Peter Butz, der verschiedene Texte zu Gehör brachte. Besonders zum Nachdenken animierten die Zeilen von Dietrich Bonhoeffer, in dem dieser einmal mehr unterstrich, dass Gottes Liebe stärker als der Tod sei. Bei den Menschen verwandele sich der Blick auf den Tod meistens von Furcht hin zum Trotz – das reiche von krankhafter Lebensbejahung und auch leichtfertige Lebensverachtung. Bonhoeffer rät stattdessen zu akzeptieren, dass es im Leben Freude und Schmerz gebe. Jeder solle sich das nehmen, was das Leben hergibt und sich mit der begrenzten Zeit auf Erden begnügen. Es warte eine neue Welt jenseits vom Tod. „Das sind Gedanken, die auch für unsere Zeit interessant sind“, bemerkte der Dekan, der auch einen eigenen Text im Gepäck hatte. Dabei ging es um das Weizenkorn – angelehnt an das bekannte biblische Gleichnis. Das Korn wachse und sei fruchtbar – wie der Glaube und die Hoffnung. Diese würden von den Menschen verbreitet – vergleichbar mit einem Korn. Die Früchte seien hier die vielen Menschen, die überzeugt werden.

Tod und Auferstehung sind im Grunde die Themen der Osterzeit. Weitere Texte stammten unter anderem aus der Feder von Reiner Kunze („Ostern“), Johann Wolfgang von Goethe („Osterspaziergang“) und Konstantin Wecker („Doch seht, die Nacht erlahmt schon“). Letzterer hat in seinem Werk „Mönch und Krieger“ seine spirituelle Seite entdeckt und eine gerechtere Welt beschrieben. Vom Theologen Ernst Lange, der nach Einschätzung des Dekans in den 1960er und 70er Jahren wichtige Impulse für die evangelische Kirche gesetzt hat, trug Peter Butz den Text „Ein Signal für alle Lebenden“ vor.



Viel Applaus erhielt Daniel Clemens, der mit seiner Gitarre die Besucher zu begeistern wusste. Ob „Norwegian Wood“ von den Beatles, „Book of love“ von Peter Gabriel oder „Say it right“ von Nelly Furtado – die Lieder sorgten für Auflockerung zwischen den nachdenklichen, von  Butz vorgetragenen Texten.