| 22:03 Uhr

Musikalische Reise um die Welt

Der Mittelbacher Gospelchor „Gospel and Praise“ bot mit Dirigent Wolf-Rüdiger Schreiweis eine große musikalische Bandbreite. Foto: Norbert Schwarz
Der Mittelbacher Gospelchor „Gospel and Praise“ bot mit Dirigent Wolf-Rüdiger Schreiweis eine große musikalische Bandbreite. Foto: Norbert Schwarz FOTO: Norbert Schwarz
Zweibrücken. Das Evangelische Krankenhaus ist Vergangenheit. Es lebe die Krankenhauskapelle als Ort für geistige und kulturelle Veranstaltungen. Der Mittelbacher Gospelchor „Gospel and Praise“ begeisterte jetzt die Besucher. Norbert Schwarz

Gospelklänge - kann ein Chor sie trefflicher singen, sie zelebrieren, die Zuhörer zugleich in den Bann ziehen, sie vielleicht selbst zum Mitsingen und Klatschen animieren als in einem Gotteshaus? Zwar ist die Kapelle beim früheren evangelischen Krankenhaus nur eine "Miniaturausgabe", doch das spielte beim Auftritt der 14-köpfigen Sängerschar unter der Leitung ihres Dirigenten Wolf-Rüdiger Schreiweis überhaupt keine Rolle. Ganz im Gegenteil. Das Kapelleninnere erfüllte einmal mehr den Anspruch als Veranstaltungsstätte.

Ob dieser Umstand ein zusätzlicher Ansporn für die allesamt weiblichen Sängerinnen war? Auf jeden Fall war schon der traditionell singende Einzug der Konzertierenden ein furioser Auftakt, ließ erahnen, was die kommenden 90 Minuten an überzeugender Gospelgesang dem Publikum im wahrsten Wortsinn "zu Ohren" kommen sollte. "Now let us sing" war die musikalische Botschaft, die fortan für die gesamte Veranstaltungsdauer galt und dabei auch die Konzertbesucher zu Mitwirkenden machte, wie das erstmals beim Lied "Du bist die Kraft" der Fall gewesen ist und erstaunlich viele Zuhörer der Einladung von Wolf-Rüdiger Schreiweis mitzusingen auf Anhieb folgten. Das "Du bist die Kraft", war gleich dem Intro mit "Now, let us sing" ein Loblied Gottes, das aus der Feder von Dennis Jarnigan stammt und vom bekannten Übersetzer und Texter Günther Balders ins Deutsche übertragen wurde.

Chorleiter Wolf-Rüdiger Schreiweis wusste aber nicht nur die Gospelsängerinnen zur musikalischen Höchstleistung zu inspirieren, seine Überleitungen zu den jeweiligen Werken, welche die Sängerschar vortrug, verknüpfte Schreiweis gekonnt mit Textbeiträgen oder Hinweisen aus der Bibel. Die Ereignisse im großen Weltgeschehen hatten den Gospelchor zudem animiert, hebräischisches Liedgut mit ins Programm aufzunehmen. Zum einen das von Or Shimrit getextete und Nurit Hirsch komponierte "El Haderech", das den Gang eines ganzen Volkes auf die Straße beschreibt und die Feststellung trifft, dass dieser Weg nicht umsonst sein wird. Passend in der Ergänzung dazu das "Havenu Shalom", dem jüdischen Volkslied, das weltweit von den Juden gesungen wird und ihre Sehnsucht nach Frieden zum Ausdruck bringt. Beim zuvor gesungenen "Mighty wind" erfreute Connie Haller als Tenorsolistin und nach dem "Good Day" und "My Promis" wurden einmal mehr die Zuhörer zum bekannten "We shall overcome" ins Geschehen einbezogen, kam ein klitzekleiner Hauch von "Fischer-Chor-Feeling" auf, wenngleich zwischendurch ja gerade beim einem Gospelkonzert mitgeklatscht und mitgeschnalzt werden kann, was ganz spontan auch vom Publikum immer wieder eingebracht wurde.

Mit "Every time i feel", "Soon and very soon" und dem bekannten "Lord reign in me" wurde das großartige Konzert beendet, bei dem auch die beiden Sopranistinnen Sonja Hahn und Anja Pless ihre großartigen Stimmen einfühlsam und ausdrucksstark zu Gehör bringen konnten. "Das kleine Licht" war die Zugabe, nachdem sich Pfarrerin Suse Günther für den großartigen Konzertabend bedankt hatte, und so wie begonnen wurde das Gospelkonzert in der Himmelsbergkapelle auch beendet. Singend, nämlich mit dem bekannten "Now let us sing", zog das Ensemble unter dem stehenden Applaus aller aus.