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Russisch-orthodoxe Gesänge
Musikalische Reise in das alte Russland

Maxim Kowalews Don Kosaken am Samstagabend in der Zweibrücker Alexanderskirche.
Maxim Kowalews Don Kosaken am Samstagabend in der Zweibrücker Alexanderskirche. FOTO: Volker Baumann
Zweibrücken. Publikum fasziniert vom Konzert der Maxim Kowalew Don Kosaken in der Alexanderskirche. Von Norbert Rech

Ein Hauch von „Mütterchen Russland“ wehte am Samstagabend durch die Zweibrücker Alexanderskirche. Im Grunde fehlte beim Auftritt von Maxim Kowalews Don Kosaken nur noch der Frost und Schnee vor der Tür, um die Stimmung abzurunden. Über hundert Zuhörer zeigten sich von dem russisch-orthodoxen Sakralgesang und den Volksweisen tief beeindruckt. Die Stimmgewalt und Klänge der sieben Sänger, die sich traditionell schwarz gekleidet im Altarbereich formierten, faszinierte das Publikum.

Im ersten Teil des Konzerts trugen die Don Kosaken überwiegend Liturgien vor, wie beispielsweise die „Alte Klosterlegende“. Es folgte das Lied „Abendglocken“ und mit einer Volksweise wurde „Auf die Gesundheit“ angestoßen.

Maxim Kowalew erhielt mit sechs Jahren den ersten Unterricht. Er schloss sein Studium mit Diplom ab und war vor allem als Opernsänger tätig. 1994 fasste er den Entschluss, einen eigenen Chor zu gründen. Die Maxim Kowalew Don Kosaken touren bis heute durch die Lande. Der Urvater ist längst nicht mehr dabei und auch sonst änderte sich mehrfach die Besetzung.



Dirigiert wurden die Kosaken in der Alexanderskirche mit knappen Handbewegungen von Tenor Viacheslav Yeromin, der jede Strophe mitsang und beim weltbekannten Lied „Ich bete an die Macht der Liebe“ als Solist mit glockenheller Stimme und viel Gefühl beeindruckte. Im Laufe des eineinhalbstündigen Konzerts traten auch die anderen Chormitglieder an den Rand des Altarraums.
Nach der Pause wurden heiter-fröhliche Weisen wie der Kosakenmarsch „Hinter dem Don“ und das alte Kosakenlied „Stenka Rasin“ vorgetragen. Auch „Kalinka“ durfte zum Schluss nicht fehlen. Für rund zwei Stunden gelang es dem Männerchor, die Konzertbesucher mitzunehmen auf eine musikalische Reise in das alte Russland, mit dessen Kultur er die zahlreichen Fans der Kosakenmusik vertraut mache. Die Lieder erklangen von tiefen Bässen über Bariton bis hin zu den Spitzen der Tenöre – mal mit einer einzelnen Stimme, mal getragen vom kompletten Chor.

Schon zu Beginn des Konzertes stellte Dirigent Viacheslav klar: „Die Kosaken sind ein stolzes und freies Volk.“ Genau diese Eigenschaften würden sich in den Stücken widerspiegeln. Die Maxim Kowalews Don Kosaken sorgen gerade mit solchen Auftritten wie in Zweibrücken dafür, dass das Liedgut ihrer östlichen Heimat nicht in Vergessenheit gerät.