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Theater
Musikalische Paartherapie begeistert

Paartherapieübung mit Frank (Maximilian Nowka), seiner Frau Gabi (Alice von Lindenau), Vera (Heike Trinker) und ihrem Mann Wolfgang (Heiko Senst).
Paartherapieübung mit Frank (Maximilian Nowka), seiner Frau Gabi (Alice von Lindenau), Vera (Heike Trinker) und ihrem Mann Wolfgang (Heiko Senst). FOTO: Marco Wille / Marco Wille; www.marcowille.de
Zweibrücken. Brillante Gags und flotte Songs überzeugen in der Komödie „Doch lieber Single?!“ in der Festhalle. Von Norbert Rech

Eine Paartherapie der ganz besonderen Art erlebten die Zuschauer am Mittwochabend in der Zweibrücker Festhalle. In der Komödie „Doch lieber Single?!“ wird sich so mancher auch an Situationen seiner eigenen Partnerschaft erinnert gefühlt haben. Doch die fünf Schauspieler des Euro-Studios Landgraf stellten zum Schluss bei tosendem Applaus des Publikums eines klar: „Everybody needs somebody to love – jeder braucht jemandem zum Lieben.“, das sie mit dem gleichnamigen Song der Blues Brothers auch musikalisch vermittelten. Überhaupt ist das Werk der Autorin Amina Gusner, die auch selbst Regie führte, ein flotter Wechsel zwischen brillianten Gags und Musik.

In dem Stück geht es um zwei Paare, die sich bei „Dr. Leid“ – gekonnt von dem Comedian Rüdiger Rudolph in Szene gesetzt – einfinden, um ihre Probleme gemeinsam mit dem Therapeuten zu lösen. Vera (Heike Trimmer) und Wolfgang (Heiko Senst) haben ein ausgeprägtes Verständigungsproblem, was von Wolfgangs häufigem Schweigen verstärkt wird. Bei Immobilienmaklerin Gabi (Alice von Lindenau) und ihrem Ehemann Frank (Maximilian Nowka) läuft es nicht besser: Gabi bevormundet Frank, lässt ihn nicht einmal selbst reden und drängt ihn mit ihrer Dominanz in die Ecke. Frank leidet unter der Situation und sucht nach mehr Bestätigung in der Beziehung, während Gabi eigentlich gar kein Problem sieht.

Fast jeder wird sie wohl kennen – die festgefahrenen Beziehungen. „Ich interessiere mich eben nicht so fürs Zippeln und Zupfen und Schnuffeln und Buffeln. Hoffe, bald in dem Alter zu sein, wo es legitim ist, die Wohnungseinrichtung spannender zu finden als Sex“, beschriebt Gabi ihre Gefühle. Während Frank ihr vorhält, dass sie früher so getan habe, „als ginge da was“.



Als Publikumsliebling entpuppte sich der erst so schweigsame Wolfgang, der im Laufe des Abends immer mehr in Fahrt kam. Als er Peter Schillings „Major Tom“ zum Besten gab, eroberte Senst die Herzen der Zuschauer.

Insgesamt wurde das Stück immer wieder mit Musiktiteln von Künstlern wie Falco, Adriano Celentano, Markus, Mireille Mathieu und Marius Müller-Westernhagen, die in passenden Situationen zum Einsatz kamen, unterstützt. Der Gitarrist Raphael Beil und Andreas Peschel am Keyboard bewiesen im schlichten Therapieraum ihr Können. Das „Experiment Gusners“, den Dialog der Schauspieler tänzerisch und gesanglich zu begleiten, war gelungen, nach der gut zweistündigen Vorstellung war der Applaus groß .