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Geplantes Arche-Dorf in Mörsbach
Murer will auch Kühe einspannen

Ob sich auch diese kecke Kuh für das Mörsbacher Projekt vor einen Karren spannen ließe? Das Tier schaut auf jeden Fall schon mal interessiert in die Kamera.
Ob sich auch diese kecke Kuh für das Mörsbacher Projekt vor einen Karren spannen ließe? Das Tier schaut auf jeden Fall schon mal interessiert in die Kamera. FOTO: Oliver Berg / dpa
Mörsbach. Mörsbacher Ortsvorsteherin: Auch Rindviecher könnten Karren mit Gästen ziehen. Initiator des „Arche-Dorfes“ in Steinlahn warnt: Projekt braucht viel Vorlaufzeit.

Bundesweites Echo findet der Vorstoß von Susanne Murer. Die Mörsbacher Ortsvorsteherin, die ein „Arche-Dorf“ in dem Zweibrücker Stadtteil gründen möchte und als zusätzliche Attraktion für Besucher eine Art „Esel-Taxi“ plant, hat nicht nur auf Facebook in ein Wespennest gestochen, wo es zahlreiche Wortbeiträge gibt.

Gestern griff sogar das Internet-Portal „t-online“ die Pläne für ein „Esel-Taxi“ auf; bis 22 Uhr abends kommentierten 140 Menschen aus der gesamten Republik das Vorhaben, viele ätzend, voller Ironie – einige hingegen begrüßten den ungewöhnlichen Vorstoß. Auch die Satirepartei „Die Partei“ griff die Sache auf (siehe Infokasten).

Murer hatte bereits zuvor im Gespräch mit dem Merkur erklärt, dass sie die Kritik gelassen sehe. Man dürfe sich gerne witzig äußern, es müsse ja nicht gleich ausfällig werden. Die Ortsvorsteherin, Mitglied der Grünen, zeigt sich selbstbewusst, sie ist davon überzeugt, dass die „Esel-Taxis“ genauso zur Attraktion werden wie das geplante „Arche-Dorf“, das zahlreiche Tiere, unter anderem auch bedrohte Rassen, beherbergen soll (wir berichteten). Murer will nächsten Monat mit Vertretern der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen) sprechen. Die GEH zeichnet sich für das Projekt „Arche-Dorf“ verantwortlich. Murer: „Momentan ist ja die Grüne Woche in Berlin, die läuft bis 28. Januar, Vertreter der GEH sind vor Ort.“ Daher müsse sie mit Detailgesprächen noch warten, im Februar soll es ans Eingemachte gehen.



Ein „Arche-Dorf“ könnte ihrer Meinung nach im Sommer 2019 in Mörsbach stehen, die „Esel-Taxis“ schon dieses Jahr ins Rollen kommen. Wobei Murer auch überlegt, nicht nur Esel vor die Karren zu spannen, in denen sich dann Einheimische und Besucher ziehen lassen könnten. „Das könnten auch Kühe machen“, überlegt sie. Das wäre genauso eine Attraktion, Kühe seien hierfür ebenso geeignet.

Aus Steinlah (hier entstand im Jahr 2009 das erste „Arche-Dorf“ in der Republik) kam gestern eine mahnende Stimme. Hans-Jürgen Hesse, der gemeinsam mit anderen Hofbetreibern nahe Salzgitter das „Arche-Dorf“ führt, sagte im Gespräch mit dem Merkur: „Es braucht ganz schön viel Anlaufzeit, bis ein ,Arche-Dorf’ realisiert ist. Mörsbach sollte dafür drei Jahre Zeit einplanen.“ Da würde es also nichts mit dem von Murer geplanten Starttermin Sommer 2019. Hesse begrüßte es grundsätzlich, dass sich Mörsbach für bedrohte Arten einsetzen und Besuchern die Tiere näherbringen wolle. Er widersprach allerdings Murer, die gesagt hatte, sie müsse für das Vorhaben einen Verein gründen. Das sei nicht richtig, ein „Arche-Dorf“ sei kein Verein. Hesse zog eine positive Bilanz zu seinem „Arche-Dorf“ in Steinlah. Es kämen regelmäßig Besucher, Erwachsene und Kinder, um die Tiere zu erleben, ferner sei das jährlich stattfindende Hoffest in Steinlah ein Erfolg. Die Arbeit lohne sich also.