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Selbsthilfegruppe
Die Krankheit mit den 1000 Gesichtern

 Das häufig verbreitete Vorurteil, dass MS in jedem Fall zu einem Leben im Rollstuhl führt, ist so nicht richtig. Die Krankheit hat viele unterschiedliche Verläufe.
Das häufig verbreitete Vorurteil, dass MS in jedem Fall zu einem Leben im Rollstuhl führt, ist so nicht richtig. Die Krankheit hat viele unterschiedliche Verläufe. FOTO: Pixabay/CC0
Zweibrücken. Austausch für Betroffene und Angehörige bietet die Selbsthilfegruppe für Multiple Sklerose in Zweibrücken. red

(red) „Ich plage den einen heftiger, den andern fast gar nicht, entzünde Sehnerven, lasse stolpern und wanken, verwirre die Empfindungen, tanze mit manchen den ‚Zitterfox‘, mache schlapp oder auch steif, lasse bleierne Müdigkeit den Tag vermiesen, vergälle das Liebesleben und zische da und dort mit einem mörderischen Schmerz durch die Glieder und Eingeweide. Nicht umsonst nennt man mich auch: Die Krankheit mit den tausend Gesichtern.“ Das würde Multiple Sklerose über sich selbst sagen, wäre die Krankheit ein Mensch und könnte sprechen.

Darüber zu sprechen ist auch das große Anliegen der Selbsthilfegruppe Zweibrücken. „Gemeinsam ist es leichter, Wege zur Bewältigung der mit MS zusammenhängenden Probleme zu finden!“ Die Gruppe Zweibrücken ist eine von 55 Selbsthilfegruppen der DMSG in Rheinland-Pfalz und betreut die MS-Betroffenen aus der Stadt Zweibrücken und Umgebung. Sie trifft sich an jedem ersten Donnerstag im Monat um 19 Uhr in der Pizzeria Zur Breitwiese, in der Allensteinstraße 32, Zweibrücken, im Januar allerdings erst am zweiten Donnerstag, 10. Januar. Alle, die mit dem Thema MS zu tun haben, sind hier herzlich willkommen.

Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die das Gehirn und das Rückenmark umfasst und meist im frühen Erwachsenenalter beginnt. Die Krankheit lässt noch viele Fragen unbeantwortet und ist in Verlauf, Beschwerdebild und Therapieerfolg von Patient zu Patient so unterschiedlich. In Deutschland leben nach neuen Zahlen des Bundesversicherungsamtes mehr als 240 000 MS-Erkrankte.



Jährlich werden zirka 2500 Menschen neu mit MS diagnostiziert. Frauen erkranken etwa doppelt so häufig wie Männer. Die Erkrankung wird in der Regel zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr festgestellt – mit geringerer Häufigkeit tritt sie aber auch schon im Kindes- und Jugendalter auf. Erstdiagnosen nach dem 60. Lebensjahr sind selten.

Kontakt: MS-Selbsthilfegruppe Zweibrücken, Barbara Oster, Tel. (0 63 32) 1 39 75.
Infos zur Krankheit gibt es auch bei der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft DMSG, www.dmsg.de.