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Landespflegekammer-Präsident wirbt besonders um mehr Männer
Ein Beruf mit Zukunft auch für fast 50-Jährige

 Im Bild von links: Landespflegekammer-Präsident Markus Mai und Einrichtungsleiter Raphaël Baumann mit den neuen Auszubildenden und Ausbildern des Johann-Hinrich-Wichern-Hauses in Zweibrücken.
Im Bild von links: Landespflegekammer-Präsident Markus Mai und Einrichtungsleiter Raphaël Baumann mit den neuen Auszubildenden und Ausbildern des Johann-Hinrich-Wichern-Hauses in Zweibrücken. FOTO: Wichernhaus/Diakonissen Speyer / Diakonissen Speyer
Zweibrücken. Wichern-Haus begrüßt 13 neue Altenpflege- und Altenpflegehilfe-Azubis. Von Fritz Schäfer

„Sie haben einen anstrengenden Beruf, aber auch einen schönen Beruf gewählt“, begrüßte der Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, Markus Mai, die 13 Frauen und Männer, die am 1. August im Johann-Hinrich-Wichern-Haus eine dreijährige Altenpflegeausbildung oder die einjährige Ausbildung zur Altenpflegehilfe begonnen haben. „Aber auf jeden Fall ist es ein Beruf mit Zukunft“, sagte der Kammerpräsident.

„Unsere Gesellschaft altert. Um alle die, die Pflege brauchen, angemessen zu versorgen zu können, müssen wir dringend Fachpersonal ausbilden“, betonte der Leiter des Diakonissen-Seniorenzentrums in Zweibrücken, Raphaël Baumann, die Bedeutung der Ausbildung. In diesem Jahr seien es mit 13 Frauen und Männern mehr als in den Jahren zuvor. „Der Bedarf ist da“, erklärte Baumann. Deshalb habe das Wichern-Haus auch noch mehr für den Beruf geworben. Zudem sei es das letzte Jahr, bevor im Jahr 2020 die berufliche Qualifikation als generalisierender Ausbildungsgang für Alten- und Krankenpflege neu geordnet wird. Mit den 13 neuen werden derzeit insgesamt 30 Schülerinnen und Schüler ausgebildet. „Alle haben eine Übernahmeperspektive“, sagte der Leiter des Wichern-Hauses.

Die Auszubildenden sind nach Angaben Baumanns zwischen 17 und „knapp 50“ Jahre alt. „Das ist auch gut so. Wir brauchen Menschen aus unterschiedlichen Altersgruppen und mit unterschieden Lebenserfahrungen.“ Deshalb stellte Baumann auch gerne fest, dass die Azubis aus zwölf Nationen und vier Kontinenten kämen. „Jede und jeder bringt seine kulturellen Hintergründe mit ein. Das ist ein Gewinn für das Haus.“



Das sei nur möglich dank der Praxisanleiterinnen und des Pflegedienstleitung, meinte Baumann. „Auch die Kolleginnen und Kollegen der fortgeschrittenen Ausbildungsjahrgänge geben den Neuen Ratschläge für den Start in den anstrengenden und erfüllenden Beruf“, sagte die Pflegedienstleiterin Angelika Lapp.

Kammerpräsident Mai hob die besondere Bedeutung des Altenpflegeberufs hervor: „Der Beruf ist kein Selbstzweck. Der Beruf dient der Gesellschaft.“ Und angesichts des demographischen Wandels sei der Beruf „so wertvoll und werde immer wertvoller“. Gleichzeitig würden die Anforderungen für die Pflegenden immer größer.

Markus Mai informierte die neuen Zweibrücker Auszubildenden auch über die Einrichtung der Landespflegekammer, in der alle in dem Beruf ausgebildeten Personen Mitglied würden. Mit der beruflichen Selbstverwaltung erfahren die Pflegekräfte eine Anerkennung. Die Kammer regele die Berufsordnung, kümmere sich um Weiterbildung und sei die politische Interessenvertretung der Pflegeberufe. Immerhin seien in der rheinland-pfälzischen Pflegekammer etwa 41 000 Frauen und Männer organisiert. „41 000 sind ein gutes Argument und werden auch gehört.“

Der Kammerpräsident warb, dass der Beruf auch für Männer interessant sei. „Die Pflege ist kein Frauenberuf.“ Auch wenn das die Zahlen nahelegten. So seien von den 41 000 Mitgliedern der Kammer 87 Prozent Frauen. Im Wichern-Haus sei der Männeranteil mit 33 Prozent überdurchschnittlich.