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Müllverbrennung wird erneut teurer

 Das Müllheizkraftwerk bei Fehrbach. Foto: pma/scharf
Das Müllheizkraftwerk bei Fehrbach. Foto: pma/scharf FOTO: pma/scharf
Zweibrücken. Schon vor einem Jahr hatte UBZ-Chef Werner Boßlet vor der Entwicklung gewarnt, jetzt hat sie sich erneut verschärft: Im Heizkraftwerk Pirmasens wird immer weniger Müll verbrannt. Die Folge: Das Verbrennungsentgelt steigt weiter und weiter. Franz Pioth

Die Mitglieder des Zweckverbands Abfallverwertung Südwestpfalz (Zas) müssen sich auf steigende Verbrennungspreise einstellen: Die Verbandsversammlung hat am Mittwoch in Pirmasens für die zehnte Anhebung in Folge einstimmig grünes Licht gegeben. Das Verbrennen einer Tonne Restmüll wird 20,16 Euro (7,5 Prozent) teurer und kostet ab dem Jahreswechsel 288,76 Euro .

Auch Bürger müssen bei Privatanlieferungen am Müllofen in Fehrbach tiefer in die Tasche greifen. Zas-Geschäftsführer Norbert Schnauber nannte mehrere Gründe für die geänderte Planung. Aufgrund der hohen Müllmengen in Deutschland - es gebe sogar Einfuhren - hätten die Erlöse um 6,2 Prozent höher angesetzt werden können. Gleichzeitig gingen aber die Einnahmen aus dem Stromverkauf weiter zurück. Da die Müllmenge aus dem Zas-Gebiet um fast 8000 auf 62 000 Tonnen weiter sinke, steige das Verbrennungsentgelt für die sechs Mitglieder. Als Beispiel nannte Schnauber das neue Abfallkonzept des Kreises Südwestpfalz, wo im nächsten Jahr mit 7900 Tonnen Restmüll gerechnet wird. 2014 war mit 18 000 Tonnen doppelt soviel verbrannt worden.

Deutlich gestiegen sind nach Angaben Schnaubers wegen neuer Verträge auch die im Entgelt enthaltenen Kosten für Umschlag und Beförderung. Vom südpfälzischen Edesheim wird der Müll aus Landau, der Südlichen Weinstraße und Germersheim nach Fehrbach gekarrt. 2,2 Millionen Euro bekommt die Firma Remondis aus Edenkoben dafür in drei Jahren.

Zas-Vorsitzender Bernhard Matheis sagte, Schnauber habe die Preissteigerungen plausibel erklärt. Es sei eine Daueraufgabe, die sinkenden Restmüllmengen auszugleichen. Benno Heiter sprach im Zusammenhang mit dem neuen Wirtschaftsplan, der einstimmig beschlossen wurde, die Verbrennung gewerblicher Abfälle an. Der Vertreter aus Germersheim wollte wissen, ob es einen Preis gebe, ab dem es sich nicht mehr lohne, Müll von Dritten zu verbrennen. Schnauber versicherte, jedes Jahr werde geprüft, ob die laufenden Kosten gedeckt seien. Würde kein Gewerbemüll verbrannt, müssten die Zas-Mitglieder noch mehr bezahlen. Außerdem habe der Zweckverband bei der Verbrennung von Gewerbemüll Vorteile durch den Abzug der Umsatzsteuer. 2014 seien dadurch immerhin 1,1 Millionen Euro geltend gemacht worden.

Im kommenden Jahr will der Zas fast 176 000 Tonnen Müll in Fehrbach verbrennen. In diesem Jahr werden rund 175 000 Tonnen erwartet. 2014 hat der Zas einen Gewinn von 1,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Dies führte der Prüfer der Mittelrheinischen Treuhand auch auf bessere Konditionen bei der Verbrennung von Gewerbemüll zurück. Per Handschlag verpflichtete Vorsteher Matheis Gerhard Hussong (SPD ) neu unter den Zas-Vertretern der Stadt.

Im anschließenden nicht öffentlichen Teil wurde der Vertrag mit Geschäftsführer Schnauber um ein Vierteljahr bis vorerst Ende April 2016 verlängert. Seine Planungen sahen vor, Ende Januar mit dann 67 Jahren beim Zas auszuscheiden. Ein Nachfolger war bereits gefunden. Der sagte jedoch kurzfristig ab. Mittlerweile war die Stelle - unter Beteiligung eines Saarbrücker Fachbüros - neu ausgeschrieben. Nach den Worten Schnaubers sollen in 14 Tagen die ersten Vorstellungsgespräche in Pirmasens stattfinden, um seine Nachfolge im zweiten Anlauf dann schnellstmöglich zu regeln.