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Mülldeponie: Firma Terrag zieht Antrag komplett zurück

Zweibrücken. Gute Nachricht für die Bürgerinitiative Mörsbach: Die Firma Terrag hat ihren Antrag auf Verarbeitung gefährlicher Stoffe auf der Mülldeponie gestern offiziell zurückgezogen. Allerdings soll ein neuer Antrag formuliert werden. gda

Tosender Beifall brandete gestern Abend in der evangelischen Kirche in Mörsbach auf, als Bürgerinitiativen (BI)-Sprecher Dennis Nizard die frohe Botschaft verkündete: "Der Antrag der Firma Terrag ist offiziell zurückgezogen." Damit ist die Verarbeitung gefährlicher Stoffe in der Konditionierungsanlage auf der Mörsbacher Deponie vom Tisch - zumindest vorerst. Denn in einer Pressemitteilung kündigte Terrag gestern bereits an, einen neuen Antrag formulieren zu wollen - "nach intensiven Diskussionen mit betroffenen Bürgern und den Vertretern der politischen Parteien in den Räten", wie es heißt.

Terrag hat der BI Mörsbach bereits ein Gesprächsangebot unterbreitet. Die habe ihrerseits Redebereitsschaft signalisiert, so Nizard. Gestern Abend sammelten etwa 120 Mörsbacher schonmal Argumente, um die Verarbeitung gefährlicher Stoffe möglichst ganz zu verhindern. Die BI fürchtet vor allem Gesundheitsgefährdungen durch die Emission von Giftstoffen. "Nach unserer Auffassung ist die Anlage technisch nicht auf dem Stand, die Stäube so zu verarbeiten, wie sie verarbeitet werden müssen", sagte Nizard. Die BI zweifelt zudem die Rechtmäßigkeit der Genehmigung der Konditionierungsanlage an sich an, die längst erteilt ist, aber laut BI rückgängig gemacht werden sollte.

Eine andere Baustelle ist die Erweiterung der Mörsbacher Deponie. Da sieht es für die BI weniger gut aus. Falls es heute ab 17 Uhr im Zweibrücker Stadtrat wie geplant zur Abstimmung über die Pläne kommt, werden die Ratsmitglieder aller Voraussicht nach zustimmen, auch wenn zumindest die Grünen nach Merkur-Informationen dagegen sein werden. Die Mörsbacher hoffen nun, dass die Abstimmung vertagt wird, da noch massiver Klärungsbedarf bestehe. So werden sich morgen drei BI-Mitglieder in der Einwohnerfragestunde zu Wort melden. Demnächst will die Genehmigungsbehörde SGD Süd zudem BI-Vertreter zu den Erweiterungsplänen anhören.

Die Bürgerinitiative Mörsbach plant für diesen Samstag, 1. März, elf Uhr, eine Demonstration vor dem Deponiegelände. Treffpunkt ist um 10.30 am Biohof Ruf.