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Test- und Einstellfahrt
MSC Schiffweiler sagt Flugplatz-Event ab

Anders als in den beiden Vorjahren (hier 2016) wird der MSC Schiffweiler dieses Jahr keine Testfahrt auf dem Flugplatz durchführen.
Anders als in den beiden Vorjahren (hier 2016) wird der MSC Schiffweiler dieses Jahr keine Testfahrt auf dem Flugplatz durchführen. FOTO: Sebastian Dingler
Zweibrücken. Testfahrten sollen jetzt an den Nürburgring verlagert werden. Im Februar sucht der Verein das Gespräch mit Landrätin Ganster. Das Misstrauen in den Kreis ist groß. Von Eric Kolling und Mirko Reuther

Jetzt ist es amtlich: Der MSC Schiffweiler bläst seine für 17. Februar auf dem Zweibrücker Flughafen vorgesehene Einstell- und Testfahrt ab, nachdem die Kreisverwaltung die Genehmigung zuvor verweigert hatte. Man habe mit dem ADAC gesprochen, doch bei juristischen Schritten gegen den Kreisverwaltungsbescheid mache man sich für die Zukunft einiges kaputt. „Das wollen wir nicht“, sagte Vereinschef Karl-Heinz Ganster gestern auf Merkur-Anfrage.

Man versuche nun kurzfristig, die Veranstaltung an den Nürburgring zu verlegen. Ob es klappt, entscheide sich heute. „Ich habe schonmal die Zusage, dass der Termin frei ist“, so Ganster. Doch auch die Wetterprognose sei zu beachten, ebenso die Resonanz der Fahrer, ob diese auf den Nürburgring ausweichen wollten. Gestern standen noch Gespräche etwa mit dem Fachsicherheitszentrum am Nürburgring aus, dazu war eine Vorstandssitzung des Vereins angesetzt. Sollte es zu der Verlegung kommen, stünde der MSC unter Zeitdruck für die Organisation, die bisher wie in den beiden Vorjahren ganz auf Zweibrücken zugeschnitten war.

Zu der Entscheidung genötigt sah sich der Verein infolge der Entwicklungen der vergangenen Tage. Da hatte die Kreisverwaltung den Antrag für die Einstell- und Testfahrt mit dem Verweis darauf abgelehnt, dass der Flughafenbesitzer Triwo, auf dessen Areal das Event hätte steigen sollen, gerade in einem Genehmigungsverfahren steckt. Solange das laufe, dürften gar keine Motorsportevents dort stattfinden. Kurios: Die Genehmigung dient gerade dem Zweck, dass dort Motorsportveranstaltungen ausgerichtet werden dürfen, und zwar an mehr als vier Tagen im Jahr. Bis zu vier Tage im Jahr waren bisher auch ohne Genehmigung erlaubt und wurden von der Triwo auch ausgeschöpft.



MSC-Vorsitzender Karl-Heinz Ganster echauffiert sich über die Kreisverwaltung. Marco Krohn, der Geschäftsführer der Triwo Kfz-Testcenter GmbH, habe ihm von einem Gespräch berichtet, das die Triwo im April 2017 mit der Pirmasenser Behörde geführt habe. Damals sei es um die geplante Genehmigung gegangen, auch Kreissprecher Thorsten Höh hatte vorgestern dieses Gespräch erwähnt. Laut Ganster habe dabei der Kreis der Triwo vier Motorsportveranstaltungen zugesagt – auch für den Fall, dass die Triwo besagtes Genehmigungsverfahren (wie jetzt geschehen) anstoße.

Der MSC Schiffweiler habe in dem Wissen Anfang Dezember also die Februar-Einstellfahrt beantragt.

„Wir sind umso erstaunter, dass es jetzt nicht funktioniert“, so Ganster. Am 14. Februar gebe es ein Gespräch zwischen Landrätin Susanne Ganster und Triwo-Chef Peter Adrian. Das warte man ab und setze sich dann seinerseits mit der Landrätin zusammen, um zu klären, ob 2019 die Einstellfahrt wieder am Flughafen stattfinden könne. „Ich werde darauf drängen, dass dann ein Sitzungsprotokoll geführt wird“, sagt MSC-Vorsitzender Karl-Heinz Ganster. Man wolle verhindern, dass die Kreisverwaltung einmal mehr ihre Zusagen vergesse.

Dem Club entstünden durch die Absage nun tausende Euro Kosten. Nicht nur müsse man Nenngelder von etwa 15 000 Euro an die Fahrer zurückerstatten. Auch für Bewirtung, Ärzte, Rettungssysteme und Versicherungen haben man schon zwischen 8000 und 10 000 Euro ausgegeben. Auch seien die Teilnehmer über die Absage sicher nicht erfreut. Viele hätten Hotels oder Pensionen rund um Zweibrücken gebucht und müssten nun Stornokosten zahlen. Das Teilnehmerfeld hätte aus 450 bis 500 Leuten bestanden, viele würden erfahrungsgemäß freitags an- und sonntags abreisen.

Im Hotel Erika hatten bereits gestern Abend drei Personen ihre geplante Übernachtung abgesagt. „Natürlich ist es für uns ärgerlich, wenn Gäste aufgrund bürokratischer Hürden ausbleiben“, sagte Geschäftsführerin Zabrina Kerth. Das Kloster Hornbach und das Hotel Rosengarten hatten hingegen gestern noch keine Absagen zu verzeichnen. Laut MSC-Orgaleiter Marc Ludwig werden den hiesigen Hoteliers mindestens die Einnahmen von 70 Personen aus den teilnehmenden Motorsportteams durch die Lappen gehen.

Kreissprecher Thorsten Höh erklärte gestern hinsichtlich des Gesprächs vom April 2017 auf Merkur-Anfrage, man könne nicht beurteilen, was die Triwo dem MSC Schiffweiler geschildert habe. Das könne bei dem Fachgespräch am 14. Februar geklärt werden.