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Flugplatz Zweibrücken
Motorsport-Events am Flugplatz in Gefahr

Zur ersten Test- und Einstellfahrt des MSC Schiffweiler am Flugplatz Zweibrücken kamen vor zwei Jahren 54 Fahrzeuge, enes von Weltmeister Timo Bernhard. Für 2018 sind sogar 160 angemeldet. Doch das Event droht zu platzen.
Zur ersten Test- und Einstellfahrt des MSC Schiffweiler am Flugplatz Zweibrücken kamen vor zwei Jahren 54 Fahrzeuge, enes von Weltmeister Timo Bernhard. Für 2018 sind sogar 160 angemeldet. Doch das Event droht zu platzen. FOTO: Sebastian Dingler
Zweibrücken. Das Bundesimmissions­schutzgesetz erlaubt vier Veranstaltungen jährlich genehmigungsfrei. 2017 sah das auch die Kreisverwaltung noch so. Doch 2018 steht sogar der schon in zwei Wochen geplante erste Termin noch auf der Kippe. Von Lutz Fröhlich

Die Vorbereitungen für den dritten Motorsport-Testtag am Flugplatz Zweibrücken laufen auf Hochtouren, 160 Fahrzeuge sind schon angemeldet, 250 Aktive und 200 Zuschauer werden erwartet. Doch die Veranstaltung des MSC Schiffweiler am 17. Februar droht kurzfristig noch zu platzen. Denn der Motorsportclub und der Flugplatz-Eigentümer Triwo wissen immer noch nicht, ob sie wegen Bedenken der Kreisverwaltung Südwestpfalz absagen müssen.

Bereits 2017 hatten mehrere Motorsport-Veranstaltungen abgesagt werden müssen. Damals hatte die Kreisverwaltung die Triwo darauf aufmerksam gemacht, dass das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImschG) nur vier Motorsport-Veranstaltungen jährlich erlaubt, ohne dass der Anlagen-Betreiber eine Genehmigung hierfür hat.

Für 2018 hat die Triwo wieder deutlich mehr Anfragen für Motorsport-Events erhalten, berichtet Vorstandsassistent Dennis Müller auf Merkur-Anfrage – man habe deshalb nur den ersten vier Bewerbern zugesagt „und das frühzeitig schon letztes Jahr bei der Kreisverwaltung eingereicht“. Doch man werde bis heute hingehalten. „Wir haben dadurch Kunden in der Luft hängen, das ist auch für unsere Außenwirkung nicht gut.“ Woran es hake, wisse er nicht. Dieses „Störfeuer“ sei aber keineswegs typisch für das Verhältnis zwischen Triwo und Kreisverwaltung, betont Müller: „Wir haben einen intensiven Austausch, stimmen uns mehrmals monatlich ab und haben eine durchweg positive Zusammenarbeit auf der operativen Ebene.“ So duldet der Kreis auch weiter den Betrieb der für die Triwo wirtschaftlich sehr wichtigen Kfz-Teststrecke, obwohl diese laut BImschG ab dem 13. Betriebsmonat einer Genehmigung bedürfte (wir berichteten). Der BImschG-Antrag der Triwo sei fertig, so Müller – es fehle nur noch die Endfassung eines naturschutzkundlichen Gutachtens, weil auch noch Flora- und Fauna-Beobachtungen aus Mai/Juni einfließen müssen. Die Triwo habe „mit Hochdruck“ an dem BImschG-Antrag gearbeitet und über 80 000 Euro alleine für die Umwelt-Untersuchung investiert. „Wir bezweifeln zwar die Notwendigkeit dafür, weil ja eine Kfz-Teststrecke für die Umwelt sicher nicht schädlicher ist als vorher schon der Flugbetrieb, bei dem ja auch oft Fahrzeuge auf die Landebahn mussten. Aber wir waren trotzdem kooperativ und haben alles eingereicht.“ Es habe auch noch keine Lärm-Beschwerden gegeben, wenn die Landebahn als Kfz-Teststrecke genutzt wurde.



Der Vorsitzende des MSC Schiffweiler, Karl-Heinz Ganster, berichtet auf Merkur-Anfrage, die Kreisverwaltung habe ihm am Donnerstag erklärt, noch einige Dinge prüfen zu müssen. Der MSC brauche bis Dienstag eine Entscheidung. Die Zeit dränge, denn viele der 160 Angemeldeten müssten sich gegebenenfalls Alternativen suchen. Ganster berichtet, 2017 sei noch die Bauabteilung der Kreisverwaltung sein Ansprechpartner gewesen, damals habe es keine Probleme gegeben. Wegen des BImschG-Antrags sei nun die Umweltabteilung zuständig. Diese, so Gansters Eindruck, hält während des laufenden Verfahrens die BImschG-Verordnung zu den vier Frei-Veranstaltungen nicht für anwendbar.

Dennis Müller sagt, die Triwo habe von der Umweltabteilung signalisiert bekommen, dass in diesem Fall eine höhere Ebene entscheiden müsse, also die Landrätin. Die Kreisverwaltung hat auf Merkur-Anfrage eine Antwort für Anfang der Woche angekündigt.