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Mörsbacher BücherboXX: Eine Telefonzelle voller Bücher

 Initiatorin Julia Igel eröffnete gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen, die im Rahmen des Projektes an der Verschönerung beteiligt waren, die BücherboXX. Foto: nadine bröcker
Initiatorin Julia Igel eröffnete gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen, die im Rahmen des Projektes an der Verschönerung beteiligt waren, die BücherboXX. Foto: nadine bröcker FOTO: nadine bröcker
Mörsbach. Die Bücherboxx in Mörsbach ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt: Große und kleine Mörsbacher haben mit eigenen Händen, eigenem Geld oder eigenen Büchern zum Gelingen des Projektes beigetragen. nlg

Wie es aussieht, wenn mehrere Menschen sich für eine gemeinsame Sache engagieren, zeigte gestern Nachmittag die Einweihung der BücherboXX im Rahmen des 1. Mörsbacher Bücher-Cafés. Hier ist im Laufe des Jahres ein öffentlicher Bücherschrank entstanden, in den alle Mörsbacher Bürger kostenlos Bücher einstellen und entnehmen dürfen. Dafür wurde eine alte Telefonzelle umfunktioniert, die mehrere Kinder und Jugendliche im Rahmen eines Ferienprojektes unter Anleitung eines Graffitikünstlers gestaltet hatten. Auch mit einer Solarzelle ist die Bücheboxx ausgestattet, die für das nötige Licht sorgt. Die Umsetzung dieser Idee war nur Dank der vielen Helfer aus Mörsbach , aber auch Firmen und Institutionen möglich, erklärte Initiatorin Julia Igel. Da sie auch als ein Ort des Austausches gedacht ist, findet sich nun auch eine Pinnwand darin, an der jeder sein Anliegen anheften kann. Wie viele Menschen schon jetzt von der neuen BücherboXX begeistert sind, zeigte sich gestern Nachmittag. Da stand alles im Zeichen des Buches. Bei einem kleinen Bücherflohmarkt konnten Bücher erstanden werden, die Kinder der Kindertagesstätte Hand in Hand sangen mit "Alle Kinder lernen lesen" darüber und Lesungen für Groß und Klein prägten den Nachmittag.

Die Kinder der Kita haben übrigens die Regale im inneren der BücherboXX mit ihren Handabdrücken verschönert. Gleich vier Lesungen für die Jüngsten fanden in einer ruhigen Vorleseecke statt, während für die Erwachsenen drei regionale Autoren gewonnen werden konnten. Den Anfang machte Bärbel Philippi mit "Mir Trimmerkinner", gefolgt von Winfried Anslinger, der aus seinem Buch "Jahrhundertsommer" las. Den Abschluss bildete Lars Lunova, der aus seiner Biografie "Rock´n Roll Niemandsland" vorlas. Darin erzählt der Zweibrücker, der vielen aus der Coverband Sin-City bekannt ist, von seinem Weg aus dem Schlager zur Rockmusik. Ein Exemplar seines Buches stiftete er anschließend der BücherboXX. Die wurde sogar vor der offiziellen Eröffnung gerne von den Anwohnern genutzt, schließlich ist sie schon seit ein paar Wochen mit Büchern gefüllt. Bernhard Stahl beispielsweise hat bereits selbst Bücher hingebracht. "Weil wir das mit der BücherboXX eine gute Sache finden", begründet er. Darum wollte er sich die Eröffnung und die Lesungen nicht entgehen lassen.