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Möbelhaus soll 350 Arbeitsplätze schaffen

 Der Betreiber ist noch geheim – nach Merkur-Informationen wird es ein Markt der XXXLutz-Gruppe. Foto: dpa/obs/Lutz
Der Betreiber ist noch geheim – nach Merkur-Informationen wird es ein Markt der XXXLutz-Gruppe. Foto: dpa/obs/Lutz FOTO: dpa/obs/Lutz
Zweibrücken. Verkaufsfläche auf Truppacher Höhe soll etwas kleiner werden als geplant. Investor plant nebenan noch andere Geschäfte. Lutz Fröhlich

In gleich zwei Zweibrücker Gremien hat die Solinger Investorenfirma "Kleinpoppen Projekte" gestern Abend ihre Pläne für ein großes Möbelhaus an der A 8 auf der Truppacher Höhe vorgestellt. Dazu schien es im Stadtrat zunächst große Frage- und Diskussionslust zu geben - die Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD) mit Rücksicht auf den eine Stunde später tagenden Verbandsgemeinderat aber unterband: "Das ist eine Frage des Anstands." Denn das 12,8-Hektar-Grundstück gehört zwar zum interkommunalen Flugplatz-Zweckverband Zweibrücken, liegt aber auf Contwiger Gemarkung.

Die Verkaufsfläche bezifferte Kleinpoppen-Vertreterin Svenja Schneider auf 39 500 Quadratmeter - 5500 weniger als André Kleinpoppen voriges Jahr angekündigt hatte, aber immer noch deutlich mehr als die benachbarten Style Outlets (je nach Berechnungsart 21 000 bis 28 000 qm Verkaufsfläche). Ungefähr 350 Arbeitsplätze seien zu erwarten, so Schneider, die Hälfte davon Vollzeit. 780 Parkplätze soll es geben.

Den Möbelhaus-Betreiber verriet Schneider auch gestern nicht. Nach Merkur-Informationen handelt es sich um die "XXXLutz"-Gruppe, diese betreibt neben Märkten unter diesem Namen unter anderem Mann-Mobilia. Dafür machte Schneider gestern Überlegungen öffentlich, neben dem Möbelhaus möglicherweise weitere Geschäfte auf dem Gelände anzusiedeln - "natürlich nur, was nach der Zweibrücker Liste zulässig ist". Diese regelt, welche Branchen zum Schutz der Innenstadt nicht auf die Grüne Wiese dürfen.



Doris Meyer vom von Kleinpoppen beauftragten Planungsbüro Pröll-Miltner erklärte, neben einem klassischen Möbelhaus auf 31 500 Quadratmetern solle es einen 8000 Quadratmeter Verkaufsfläche großen Mitnahme-Markt geben. In beiden Bereichen würden zu 78 Prozent Möbel und Küchen verkauft - darüber hinaus Waren, die "das Angebot in Möbelhäusern in üblicher Form abrunden". Eine Beschränkung solcher Randsortimente ist in Rheinland-Pfalz nicht nur rechtlich vorgeschrieben - "sie ist auch ganz in unserem Sinne, denn wir möchten die Innenstadt ergänzen, nicht schädigen", ergänzte Schneider. Vor einer Ansiedlung ist, wie bei Märkten auf der Grünen Wiese üblich, auch noch ein "Zielabweichungsverfahren" von der Landesentwicklungsplanung erforderlich. Dafür haben Kleinpoppen und Pröll-Miltner eine "Auswirkungsanalyse" erstellen lassen. Demnach, so referierte Meyer, "können Wettbewerbs-Nachteile für Nachbarorte ausgeschlossen werden". Im Wettbewerb stehen werde das Möbelhaus aber "mit großflächigen Möbelmärkten in Zweibrücken, Homburg und Pirmasens".

Zur Umweltverträglichkeit sagte Meyer, aufgrund der ortsfernen Lage gebe es fast keine negativen Auswirkungen auf Menschen. Gering bis mittel würden die meisten Auswirkungen auf Landschaftsbild, Pflanzen und Tiere sein. Etwas problematisch sei ein kleines Wald-Biotop am Nordrand des Geländes. Dieses wird derzeit noch landwirtschaftlich als Acker genutzt. Groß sei deshalb der Verlust der Bodenfunktion. Der Versiegelung lasse sich aber durch Rückhaltemaßnahmen begegnen.

Der Verbandsgemeinderat beschloss nach kontroverser Diskussion mit großer Mehrheit die Einleitung eines Verfahrens zur Flächennutzungsplan-Änderung.

Lokales Seite 14