| 22:49 Uhr

Entscheidung vertagt
Minigolfplatz an der Schließ soll bis 2020 offen bleiben

Die Minigolfanlage an der Schließ.
Die Minigolfanlage an der Schließ. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Der jetzige Gewobau-Aufsichtsrat will bis zum Ende seiner Amtszeit im kommenden Jahr keine Entscheidung über Schließung mehr fällen. Von Eric Kolling

Die Schließung der Zweibrücker Minigolfanlage ist vom Tisch – zumindest bis Anfang 2020. Eigentümerin der Anlage an der Schließ ist die Gewobau, die sie seit 2014 an die Parkbrauerei und von dieser an die Roland Zadra Hotellerie Service KG weiterverpachtet. Gewobau-Aufsichtsratschef Berni Düker (SPD) erklärte gestern auf Merkur-Anfrage: „Es gibt Einvernehmen darüber, dass der Aufsichtsrat in der aktuellen Amtszeit keine Entscheidung in der Sache trifft“. Und weiter: „Es ist vernünftig, jetzt keine Pflöcke in den Boden zu hauen.“ Einen formalen Beschluss dazu habe es aber nicht gegeben. Hintergrund der Entscheidung sei der unmittelbar bevorstehende Wechsel im Amt des Oberbürgermeisters nach dem Tod von Dükers Genossen Kurt Pirmann. Und die Kommunalwahlen im Mai 2019, infolge derer nicht nur Stadtrat, sondern auch der Gewobau-Aufsichtsrat neu gewählt werden.

Zu Jahresbeginn hatte die Gewobau verkündet, den investitionsbedürftigen Minigolfplatz diesen Herbst schließen zu wollen, falls sich der Umsatz in der Sommersaison nicht „sehr deutlich erhöhen sollte.“ Die Einnahmen über Eintrittsgelder waren laut Gewobau von über 10 000 Euro im Jahr 2015 über 7300 Euro (2016) auf 6550 Euro (2017) gesunken. Laut Gewobau und Pächter Roland Zadra ließen sich dadurch weder Personalkosten decken noch Pachtzahlungen erwirtschaften.

Die angedachte Schließung hatte nicht nur Patrick Lang, von 2004 bis 2013 Betreiber der Anlage, moniert. Auch bei den Bürgern wurde das Vorhaben kontrovers debattiert.



Auf der 2000 Quadratmeter großen Anlage war nach dem Aus des Minigolfbetriebs der Bau von Ferienhäusern angedacht, das Unternehmen hatte die Bürger aber auch um weitere Nutzungsvorschläge gebeten. Und darum, den Platz häufig zu nutzen, um so über Eintritte mehr Einnahmen zu generieren und die Anlage vielleicht doch verlustfrei betreiben zu können. Die Besucherzahl war in diesem Sommer laut Düker insgesamt „ein bisschen besser als letztes Jahr“. Doch: „Wirtschaftlich betrachtet, kam trotzdem nicht viel dabei raus.“ Er gehe generell nicht davon aus, dass man mit Minigolf in Zweibrücken Geld verdienen kann.

Darüber, was mit dem Platz nach 2020 passiert, kann Düker nur spekulieren: „Es stellt sich die Frage, ob man aufbessert oder eine neue Anlage macht. Das hätte zur Konsequenz, dass sich die Pacht verteuert.“ Es habe schon Pläne gegeben, das Gelände umzugestalten, mit Freizeithäuschen und Klettermöglichkeiten zu versehen. „Diese Pläne sind im Moment überhaupt kein Thema“, sagt er weiter.

Die Minigolf-Anlage in Zweibrücken an der Schließ. Foto: Wittenmeier
Die Minigolf-Anlage in Zweibrücken an der Schließ. Foto: Wittenmeier FOTO: maw / Martin Wittenmeier