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Mehr Besucher bei Euroclassic

Zweibrücken. Das Festival Euroclassic hat nichts an der Anziehungskraft verloren. Im Vergleich zum bereits guten Besuch 2015 waren es in diesem Jahr noch einmal rund 200 Musikliebhaber mehr. Den größten Zuspruch hatte dabei Helge Schneider. Fritz Schäfer

"Das Festival Euroclassic hat sich auch in diesem Jahr wieder als zweitgrößtes Musikfestival in Rheinland-Pfalz behauptet", stellte der Projektleiter , Zweibrückens Kulturamtsleiter Thilo Huble, zufrieden fest. 8341 Musikliebhaber besuchten die 24 Konzerte. Rund 200 mehr als bei den 26 Konzerten 2015. In den letzten zehn Jahren kamen nur 2009 einige Besucher mehr.

Dabei war das Abschlusskonzert am Sonntag in Pirmasens wegen Erkrankung des Künstlers kurzfristig ausgefallen. Die meisten Besucher lockte Helge Schneider an. 1525 kamen in die Zweibrücker Westpfalzhalle. "Die Menschen haben unsere Auffassung bestätigt, dass der Jazzmusiker und Komiker sehr wohl ins Euroclassic-Konzept passt", verkniff sich Huble nicht einen Seitenhieb auf den Bunde der Steuerzahler, der im Frühjahr den Auftritt als deplatziert bezeichnet hatte (wir berichteten). "Aber zumindest hat die Kritik für eine gute Presse gesorgt", meinte Huble ironisch. "

Auch die Bürgermeisterin der Stadt Blieskastel, Annelie Faber-Wegener , verwahrte sich gegen die Kritik des Steuerzahlerbundes und stellte sich hinter die Projektleitung: "Das Konzept rechtfertigt es, Geld in die Hand zu nehmen. Wir sollen den Menschen nicht nur eine Infrastruktur anbieten. Sondern auch Kultur. Die hat ihren Preis."



Seit 1990 organisieren die Städte Zweibrücken , Pirmasens, Blieskastel sowie die Verbandsgemeinden Zweibrücken-Land und Bitscher Land ein grenzüberschreitendes Festival. Dabei gewährt das Land Rheinland-Pfalz einen Zuschuss von rund 80 000 Euro für die Konzerte in den rheinland-pfälzischen Orten. Im Saarland sind es 2000 Euro. "Das Festival ist auch eine Chance, über die Landesgrenzen hinaus miteinander zu arbeiten", betonte Francis Vogt, Repräsentant des Bitscher Landes. Die Zusammenarbeit im Bereich der Kultur könne ein Beispiel sein, in anderen Gebieten zu kooperieren.

Mit der Verbindung von Kabarett, Satire und Musik unter der Überschrift "Ein Festivals des Vergnügens" sei ein "spannendes künstlerisches Motto in unterschiedlichen Facetten" umgesetzt worden, sagte Thilo Huble. Neben Helge Schneider sorgte auch das Konzert von Max Mutzke für eine ausverkaufte Zweibrücker Festhalle (650 Besucher). In Pirmasens füllte das Festivalorchester Euroclassic die Festhalle mit 625 Besuchern. In Blieskastel ist seit Jahren die A Capella Nacht "ein Renner", meinte Faber-Wegner. Das werde auch im kommenden Jahr so bleiben. Christiane Schmitt aus dem Bitscher Land erwähnte das Konzert für Schüler in Ormesviller. "Das war wieder ausverkauft." Sie erwähnte das zwischen 17 und 25 Prozent der Besucher im Bitscher Land aus Deutschland, insbesondere aus Zweibrücken kämen.

Der Projektleiter sagte, dass die Vorbereitung für das Festival 2017, das unter dem Motto "Reformen, Zeiten und Epochen" stehe, im Gange seien. Allerdings wollte er noch keine Namen nennen. Es stehe aber fest, dass das rheinland-pfälzische Landes-Jazzfestival in das Programm eingebunden wird. Ob zwei- oder dreitätig oder an welchem Ort stehe noch nicht fest. Die Eröffnung Anfang September werde in Blieskastel stattfinden.