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Als Medizinstudentin nach Nepal
„Lust auf Abenteuer“

Anna Hapke bereitet sich auf ihr Praktikum in Nepal vor.
Anna Hapke bereitet sich auf ihr Praktikum in Nepal vor. FOTO: cvw
Zweibrücken. Die Zweibrücker Medizinstudentin Anne Hapke geht für ein sechswöchiges Praktikum nach Nepal. Von Cordula von Waldow

Noch ist Anne Hapke recht entspannt, doch bis zu ihrem Abflug hat die 23-jährige Zweibrückerin noch Einiges vorzubereiten. Vor allem studiert sie Bücher über Nepal, denn ab Mitte August wird sie ein sechswöchiges Praktikum in einem ihr unbekannten Land antreten.

„Ich hatte Lust auf Abenteuer“, begründet sie diesen Schritt und ihre Augen blitzen unternehmungslustig. Sie studiert jetzt im achten Semester Humanmedizin in Göttingen. Die Zeit ihrer Famulatur in den Semesterferien will sie dazu nutzen, sich nicht nur medizinisch, sondern auch persönlich weiter zu bilden und ganz neue Begegnungen mit fremden Menschen und der beeindruckenden Natur des Himalayas zu machen.

„Es war von klein auf da“, erinnert sie sich an die für sie glasklare Entscheidung für das Medizinstudium. Bereits als Dreijährige hatte sie ihrer Mutter Bärbel erklärt, dass sie Menschenarzt werden wolle. Als besonderen Schwerpunkt ihrer Arbeit interessiert sie sich für plastische Chirurgie. „Ich denke, wenn die Menschen so entstellt sind, nach einem Unfall etwa, macht das auch ganz viel mit ihrer Psyche“, sagt sie nachdenklich.



Auf der Suche nach einem passenden Ort für ihr Praktikum stieß sie auf ein Krankenhaus in Nepal, das spezialisiert ist auf Verbrennungsopfer und Menschen mit Mund-Kiefer-Gaumen-Spalten. Letztlich das Fachgebiet eines plastischen Chirurgen, dort jedoch weniger zu kosmetischen Zwecken, sondern um Leben zu retten. Außerdem werde sie dort mit Krankheiten konfrontiert, die bei uns weniger vorkommen. Nach dem Erdbeben in Kathmandu im Jahr 2015 haben die Menschen dort alle Hände voll zu tun, das Gesundheitswesen in Nepal zu fördern und sie hofft, ihren Beitrag dazu leisten zu können.

„Ich gehe in ein Krankenhaus mit einheimischen und interationalen Ärzten ohne Grenzen.“ Dies sei wohl eher ein einziger großer Raum, in dem Schwerstverwundete neben nahezu Genesenen lägen. Dort wird sie nicht nur lernen, wie man Blut abnimmt, Patienten untersucht oder Wunden näht.

Die junge Frau plant, während ihrer sechs Wochen in Nepal in einem Kloster in Kirtipur zu wohnen, um das Leben der Nonnen hautnah miterleben zu können. Sie erzählt: „Nur die ersten Tage habe ich ein Hotel, in dem es warmes Wasser und etwas zu essen gibt, weil ich mich erst vor Ort im Kloster bewerben kann.“ Die Ärzte in Nepal hätten weitaus weniger diagnostische und therapeutische Möglichkeiten, als deutsche Ärzte, zur Verfügung und trotzdem wird den meisten Menschen gut geholfen. An alternative Heilmethoden von Homöpathie bis Kräuterkunde sei sie von zu Hause aus gewöhnt. Außerdem treffen in Nepal gleich beide Religionen, Buddhismus und Hinduismus aufeinander, was die Vielreisende noch einmal speziell interessiert.

Da in Nepal vorwiegend Englisch gesprochen wird, hofft sie auf eine einfache Verständigung. „Die ersten indischen Wörter habe ich schon gelernt. Vor allem den Gruß „Namaste“ – „ich ehre das Göttliche in Dir“, skizziert sie ihre Vorbereitung.

Gespannt ist die junge Zweibrückerin auch auf die Feste, denn in Nepal werde gerne gefeiert. Über das Internet bleibt sie mit ihrer Familie und ihrem Freund in Deutschland verbunden. Außer möglicherweise auf ihrer Wanderung in dem Trekking-Paradies. Sie strahlt selbstbewusst: „Ich weiß noch nicht genau, was auf mich zukommt. Ich bin einfach offen und neugierig und freue mich.“