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Stabwechsel bei der Staatsanwaltschaft
Martin Graßhoff feierlich verabschiedet

Die Neue, der Alte und der Chef: Die leitende Oberstaatsanwältin Iris Weingardt, Justizminister Herbert Mertin und Weingardts Vorgänger Martin Graßhoff.
Die Neue, der Alte und der Chef: Die leitende Oberstaatsanwältin Iris Weingardt, Justizminister Herbert Mertin und Weingardts Vorgänger Martin Graßhoff. FOTO: Volker Baumann
Zweibrücken. Staatsanwaltschaft führt Iris Weingardt als Nachfolgerin offiziell ins Amt ein. Minister Mertin war auch da. Von Kai Hunsicker

Das Entree in die feierliche Zeremonie in der Eingangshalle des Oberlandesgerichtes im Zweibrücker Schloss bot ein Stück von J.S. Bach. Die Big-Band des Helmholtz-Gymnasiums ummalte vor gut 180 Gästen, Besuchern und Behördenmitgliedern die Ernennung der neuen und die Verabschiedung des früheren Behördenleiters. Der bisherige Leitende Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Zweibrücken, Martin Graßhoff, wurde gestern vom rheinland-pfälzischen Justizminister Herbert Mertin (FDP) offiziell aus seinem Amt verabschiedet. Schon seit April 2017 ist Graßhoff Generalstaatsanwalt beim Pfälzischen Oberlandesgericht. Zugleich wurde seine Nachfolgerin Iris Weingardt offiziell in ihr Amt als Behördenleiterin eingeführt.

Dass die Juristerei einem Anwalt oder Richter einiges an Fähigkeit und Wille abverlangt, zeigten die ausnehmend anerkennenden Gedanken der vielen Laudatoren. Oberstaatsanwalt Thomas Lißmann fand sehr persönliche Worte zu Graßhoffs Beginn und Zeit am OLG. Nachfolgerin Iris Weingardt bezeichnete er als absoluten „Glücksfall für die Behörde“. Justizminister Mertin wählte eine vergleichbare Wertschätzung in seinen Worten. Humorvoll ging er auf Graßhoffs sportliche Ader als Langläufer ein und lobt seine Verdienste als Staatsanwalt. Weingardt bescheinigte er etwa „einen offenen, transparenten und kommunikativen Führungsstil“, welcher der Behörde gut tue. Weingardt ist schon seit 28. Mai offizielle Leiterin der Oberstaatsanwaltschaft, der Festakt findet traditionell einige Wochen später statt. Neben weiteren Vertretern von Stadt, Polizei und Staatsanwaltschaft äußerte sich OLG-Präsidentin Maria Stutz von allen am persönlichsten: „Wir zwei Saarländerinnen in der Pfalz (…) Stellenweise verband uns eine private Fahrgemeinschaft, dabei hatten wir viel Zeit zum Reden. Zwar fahren wir heutzutage nicht mehr gemeinsam, aber den Dienstwagen teilen wir uns gerne“.

Stutz fand wertschätzende und warmherzige Worte, würdigte den Menschen Weingardt und erinnerte an das Gebot von Wahrheit und Gerechtigkeit. Weingardt sei „Staatsanwalt mit Leib und Seele“. Zum Ende fand Graßhoff viel Lob für die Effektivität der Behörde und betonte, wie wichtig ein konsequent handelnder Rechtsstaat sei. Dennoch sei „ein Chef immer nur so gut wie all seine Mitarbeiter und Kollegen“, womit er das Soziale herausstellte. An Weingardt lobte er „ihre Kollegialität und Menschlichkeit sowie ihre herausragenden Führungsqualitäten wie fachliche Größe“. Die letzte Ansprache gebührte der neuen Amtsführung: „Hätte nie gedacht, dass ich hier mal als Behördenleiterin stehe, als ich als Assessorin begonnen hatte“. Weingardt bedankte sich hingebungsvoll und klar bei Ausbildern, Kollegen, Wegbereitern. Sie warf einen Blick auf die äußeren Stationen in ihrer Zeit an der Behörde. Und öffnete dann panoramaartig den Blick auf die menschliche Seite einer juristischen Existenz: Ihre Rolle als Ausbilderin, als Mutter und Ehefrau, als Lotse für ausländische Kollegen, Rednerin und als Seelsorgerin in besonders schwerwiegenden Fällen. Weingardt wird ihr Amt gut ausfüllen, fachlich wie menschlich. Darin waren sich an diesem Vormittag alle einig.