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Dreyer-Auftritt im Oberbürgermeister-Wahlkampf
Vom Königspaar zu Wosnitza

Malu Dreyer (Zweite von links) ging am Donnerstagmittag im „Café am Markt“ von Tisch zu Tisch, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen.
Malu Dreyer (Zweite von links) ging am Donnerstagmittag im „Café am Markt“ von Tisch zu Tisch, um mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. FOTO: Marc Kleinert
Zweibrücken. Malu Dreyer unterstützt bei einem Bürgergespräch bei Kaffee und Kuchen den OB-Kandidaten der SPD. Von Lutz Fröhlich

Auf dem Rückweg vom Empfang des niederländischen Königspaars in Trier nach Mainz hat Ministerpräsidentin Malu Dreyer gestern Mittag eine Stunde Station in Zweibrücken gemacht. Als stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende unterstützte sie bei einem „Bürgergespräch“ Marold Wosnitza im Oberbürgermeister-Wahlkampf. Im voll besetzten „Café am Markt“ ging sie von Tisch zu Tisch, um mit den (meist schon etwas älteren) rund 70 Gästen zu plaudern – über Politik, aber auch über Privates. Mit einem Deutsch-Italiener tauschte sie Italien-Erfahrungen aus, mit einer ebenfalls von der Krankheit betroffenen Frau über Multiple Sklerose.

Thomas Althoff sprach bei Dreyer gleich zwei Themen an: Bundespolitisch sorge der ständige Zoff in der Großen Koalition für Verständnislosigkeit bei vielen Bürger, „das destabilisiert das ganze politische System“. Dreyer habe ihm geantwortet, sie nehme das mit, auch sie mache sich diesbezüglich Sorgen. „Und kommunalpolitisch hat Dreyer meine Idee, unterstützt, dass der Zweibrücker Stadtrat den Pirmasenser Rat mal informell zum Kaffee einlädt“, freut sich Althoff, denn er finde: „Gemeinsam erreicht man sich mehr, als wenn man sich gegenseitig Konkurrenz macht.“

„Gibt es etwas, was Ihnen Sorgen macht?“, begrüßt Dreyer die Gäste an einem anderen Tisch. Auch da geht es um Kooperation in der Region: Der Zweibrücker Jörg Staude befürchtet den Verlust der Kreisfreiheit Zweibrückens. „In absehbarer Zeit“ werde das Gutachten zur nächsten Stufe der Kommunalreform vorgestellt, kündigt Dreyer an und versucht zu beruhigen, entschieden sei noch nichts: „Wir werden dann gemeinsam mit den Kommunen überlegen, was wir machen, da gibt es ganz viele Optionen. Klar ist: Die Eigenständigkeit der Stadt ist nicht gefährdet. Wie die Form danach aussieht, muss man sehen.“



Mehrfach Gesprächsthema an den Tischen ist auch, wie wichtig es ist, am Sonntag wählen zu gehen. Wosnitza wäre „ein toller OB, der innovativ, kreativ und gemeinschaftlich regiert, auf die Menschen hört und das auch weitergibt“, wirbt Dreyer. Kurz vor der Abfahrt signiert sie noch etliche kleine rote Plastik-Enten – eine Idee einer Badeenten-Sammlerin aus Niederauerbach, verrät der Zweibrücker SPD-Ortsvereinsvorsitzende Thorsten Gries. Die signierten Enten seien als symbolisches Dankeschön für Wahlkampfhelferinnen gedacht.