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Autorengruppe mit neuem Werk
Lyrik und Prosa mit „Schatten und Licht“

Schatten und Licht
Schatten und Licht FOTO: privat
Zweibrücken. Die neu erschienene Anthologie der Zweibrücker Autorengruppe liefert auf 100 Seiten eine vielfältige Mischung aus „Gut“ und „Böse“.

Wie sagt man so schön: Wo Schatten ist, da ist auch Licht! Nun, das mag gewiss in vielerlei Hinsicht stimmen, nicht aber in jeder, zumindest wenn es nach den Texten der Autorengruppe Zweibrücken geht. In ihrer neuesten Anthologie mit dem Titel „Schatten und Licht“ befassen sie sich nämlich genau mit diesem Thema. „Hinter den Dingen das Unergründliche freilegen, das Gefährliche – auch das Absurde – das war diesmal unsere Absicht: Mit dem Bösen Aug in Aug. Doch bald merkten wir, dass es nicht so einfach ist, mit „gut“ und „böse“.

Die Grenzen sind fließend“, schreibt Barbara Franke für die Autorengruppe. Die zehn Autoren widmen sich darin ganz unterschiedlich dem Thema, mal ernst, mal traurig, mal hoffnungsvoll oder auch mit Galgenhumor. Und genau diese differenzierte Ansicht macht das Büchlein auch so interessant. Konrad Barner geht etwa in „Der böse Gott“ der Frage nach, welche Absichten Gott eigentlich hat und feststellen muss, dass es das Böse ist, das auch in der heutigen Zeit zu viel Macht hat. Michael Dillinger steuerte wie alle beteiligten Autoren mehrere Geschichten bei. In „Martha“ ist es ihm trotz aller Kürze gelungen, eine Traurigkeit zu transportieren, die zum Nachdenken anregt. Barbara Franke beleuchtet in ihrer Kurzgeschichte „Ganz anders“, wie sich ein Vorurteil in Luft auflösen, ja wie aus Skepsis Mitgefühl entstehen kann und schlägt dabei noch eine Brücke zwischen jungen und älteren Menschen. In „Schade. Schön. Alles Gute“, zeigt sie ebenfalls das unsichtbare Band zwischen zwei Menschen auf, jedoch mit der quälenden Frage belastet, wie weit Fürsorge für einen geliebten Menschen gehen kann, wenn einer von zweien zum Pflegefall wird – eine Geschichte, die einen selbst zum Grübeln bringt. In „Annette Kimmels „Gebäude 70“zeigt sich, dass das vermeintliche Unglück durchaus auch etwas Positives beinhalten kann. In Karin Klees Geschichten geht es unter anderem um Leben und Tod, auch wenn sich die tatsächliche Botschaft nicht immer gleich erschließt. Runa Neuer bringt in ihren Geschichten wie etwa in „Folgenschwer“ sogar ihre Heimatstadt Zweibrücken unter. So auch in der Geschichte „Vor der Haustür“, die in einer zehnten Klasse am Helmholtz-Gymnasium spielt und eine Schülerin zeichnet, die ihre ganz eigene Konsequenz aus der empfundenen Ungerechtigkeit zieht. In „Montag bis Freitag“ erzählt Gundela Nitschke vom Schicksal aber auch der Hoffnung verschiedener Menschen, die sich in Bestrahlung befinden. Mit Sicherheit keine leichte Geschichte und dennoch voller Kraft. Um das Leben und den Tod geht es auch in Wolfgang Ohlers Geschichte „Luk ist tot“. „Die Todesanzeige hat uns wieder zusammengebracht“, heißt es darin und spiegelt die traurige Realität einer verlorenen Freundschaft wieder. Von Heide Werner gibt es jede Menge Lyrik, die zum Beispiel zeigt, dass das Bild, das andere von einem haben, nicht dem eigenen entsprechen muss. Der letzte im Bunde ist Gerhard Rinsche, der es wieder einmal geschafft hat, mit wenigen Worten Humor in einen zuvor sehr ernsten Text zu packen. Schwarzer Humor wohlgemerkt, der sich besonders in der Geschichte „Ein Wunder“ zeigt, in der man durchaus den ein oder anderen Satz zweimal lesen muss, um die Wendung nicht zu verpassen. „Schatten und Licht“ der Autorengruppe Zweibrücken umfasst 100 Seiten und zeigt eine vielfältige Mischung aus „Gut“ und „Böse“, Lyrik und Prosa. Unter der ISBN 9 78355 8890 18 kann die Anthologie für acht Euro im Buchhandel bestellt werden (erschienen über Books on Demand), Ebook 3,99 Euro.