| 22:43 Uhr

Leserbrief
Es liegt einiges im Argen

Zu Leerständen in Innenstadt

In der Kolumne zur Lage der Innenstadt wird deren Problematik von Herrn Schneck nur ungenügend erfasst. Die dort ansässigen Einzelhändler wurden schon vor Jahrzehnten von Großmärkten auf der „grünen Wiese“ umzingelt. Hat der Stadtrat diese Entwicklung eher gebremst oder gefördert? Hat der Stadtrat den Einzelhändlern und Vermietern die notwendigen Gesprächsplattformen zum Gedankenaustausch zur Verfügung gestellt oder ist sonstwie auf sie zugegangen? Haben Einzelhändler und Vermieter selbst ausreichende Kommunikationsmöglichkeiten gesucht und dauerhaft aufgebaut?

Ist der rapide um sich greifende Leerstand im Innenstadtbereich vom Stadtrat ernst genommen und rechtzeitig energisch angegangen worden? Wird mit den Betroffenen geredet, werden sie persönlich eingeladen oder angehört? Wird das Parkplatzproblem angegangen oder geleugnet? Gibt es Shuttleverbindungen zwischen Innenstadt und Rosengarten oder Outlet? Werden die herrlichen Plätze der Stadt optisch miteinander verbunden?

 Gibt es von Stadtseite aus Umfragen unter den Besuchern der Innenstadt: Warum kommen sie? Gibt es personelle Unterstützung für die sehr engagierte (und erfolgreiche) City-Managerin Frau Stricker – oder muss sie die Arbeit weitgehend alleine stemmen? Gibt es eine Kooperation mit beispielsweise Pirmasens (gemeinsame Aktionen/Werbung)?



Warum stieg die Stadt aus dem Werbeverband „Pfalztouristik“ aus? Gibt es eine feste OB-Sprechstunde für Bürger?

Aber alle Probleme sind Schuld des Internets und der Innenstadt-Vermieter. Aha.

Nebenbei: Kennen Sie zum Beispiel die Grundsteuerabgaben und Straßenreinigungsgebühren der Vermieter? Kennen Sie die Mieten, welche die Einzelhändler für die Nutzung der Straße durch Büchertische oder Vitrinen an die Stadt zahlen müssen? Haben Sie mit Vermietern persönlich gesprochen?

Es liegt einiges im Argen in dieser liebenswerten Stadt. Es fehlt vor allem auf vielen Ebenen an Kommunikation und Kooperation, stattdessen viel Resignation. Das können und müssen wir ändern.

Thomas Althoff, Zweibrücken