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Neue Paddocks für die Hengste
Landgestüt macht sich fit für die Zukunft

 Die Gestütshengste fühlen sich in den neuen Paddocks wohl.
Die Gestütshengste fühlen sich in den neuen Paddocks wohl. FOTO: Cordula von Waldow
Zweibrücken. Fünf neue Paddocks auf einer Grundfläche von insgesamt 1000 Quadratmetern bieten den Hengsten im Landgestüt Zweibrücken jetzt deutlich mehr Bewegungsfreiraum und damit auch Lebensfreude. Von Cordula von Waldow

Insterburg, der Grand­sei­g­neur des Landgestüts Zweibrücken, schnaubt hörbar begeistert. Wie ein Jungpferd, galoppiert und buckelt der 21-jährige Trakehner-Hengst des Jahres 2019 dann vergnügt durch sein neues Paddock, wie der große Auslauf in der Fachsprache heißt. In gebührendem Abstand, tun es ihm der Araberhengst Ba Royal Hakim und sein Rassen-Kollege Ganimed gleich.

„Das war das Weihnachtsgeschenk für unsere Hengste“, erklärt Gestütsleiterin Maren Müller und freut sich, wie gut es den Pferden geht. Fünf neue Paddocks auf einer Grundfläche von insgesamt 1000 Quadratmetern bieten den Hengsten jetzt deutlich mehr Bewegungsfreiraum und Lebensfreude, was zudem ihrer Gesunderhaltung dient. „Wir können alle fünf Einzelabteile und die Sicherheitskorridore von jeweils drei Metern dazwischen zu einem großen Rundlauf oder zwei kleineren Bewegungseinheiten verknüpfen“, beschreibt Maren Müller. Die Sicherheitsabstände seien notwendig, weil Hengste in der freien Natur keinen Rivalen neben sich dulden. Die Stammhengste des Landgestüts sind bereits älter und verstünden sich Box an Box durch die Gitterstäbe zwar gut. Wenn im Sommer fremde Hengste aufgestellt seien, könne das jedoch „schon abgehen“.

Die Umrandungen aus 1,85 Meter hohen, runden Metallstangen machen Strom oder Bänder, in denen sich ein Pferd beim Wälzen verheddern kann, überflüssig. Wälzen und räkeln ist für die Hengste auf dem weichen Sandboden ein Genuss. Die geschickte Drainage im Untergrund mit Schichten von Schotter in unterschiedlicher Körnung und Eco-Rastern sorgt dafür, dass selbst nach starken und anhaltenden Regenfällen die Hengste trocken und sauber stehen.



Diese erhebliche Komfort-Steigerung bei der Unterbringung der Hengste wertet die ebenso renommierte wie beliebte EU-Besamungsstation und damit das Landgestüt noch weiter auf. Die Gestütsleiterin klärt auf: „Wir erwarten auf Grund dieser Investition, dass zunehmend Züchter ihre Hengste während der Decksaison bei uns aufstellen und als Frischesamen statt ausschließlich als Tiefgefrier-Sperma anbieten.“

Der Förderverein Kulturgut Landgestüt Zweibrücken begrüßt die Maßnahme aus mehreren Gründen. Der Vereinsvorsitzende, Jan Mohr, würdigt: „Das ist ein weiterer Baustein, der das Landgestüt Zweibrücken fit macht für die Zukunft. Außerdem ist es ein wichtiger Beitrag zur artgerechten Tierhaltung.“ Die Aufträge wurden in einer öffentlichen Ausschreibung vergeben und mit Geldern aus den Zuwendungen des Bezirksverbands zur Erhaltung und Verbesserung der Immobilie Landgestüt finanziert.

Während die Bodenarbeiten von einem Unternehmen aus Bexbach durchgeführt wurden, übernahm den Paddock-Bau ein international erfahrener Profi. Sobald es das Budget zulässt, sollen auch die übrigen Paddocks entsprechend wetterfest und pferdefreundlich umgebaut werden.