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Mitstreiter gesucht
Landgestüt soll mehr Touristen anlocken

Das Museum für Kutschen, Chaisen, Karren in Heidenheim schwebt Werner Euskirchen als Vorbild für Zweibrücken vor.
Das Museum für Kutschen, Chaisen, Karren in Heidenheim schwebt Werner Euskirchen als Vorbild für Zweibrücken vor. FOTO: Werner Euskirchen
Zweibrücken. Euskirchen: Museum, Vorführungen und Kutschenfahrten könnten zusätzliche Einnahmen bringen. Von Norbert Rech

Die langfristige Zukunft des Zweibrücker Landgestütes ist weiterhin nicht ganz gewiss. Schon seit längerem sucht die Einrichtung aus dem 18. Jahrhundert nach Geldquellen. Ein Lichtblick ist zwar schon in Sicht: Der Bezirksverband Pfalz fördert das Gestüt künftig mit jährlich 80 000 Euro. Auch vom Land gebe es positive Signale, sagt Werner Euskirchen in einem Merkur-Gespräch. Der pensionierte Richter und passionierte Kutscher hat aber noch eine ganz andere Idee, um das Gestüts-Defizit zu senken. So sei das Gestüt in den Bereichen Züchtung Pferdesport zwar bestens aufgestellt. Auch Veranstaltungen wie die Galaabende lockten Besucher an. Doch beim Angebot für Touristen müsse dringend etwas geschehen. „Das ist die schwächste Stelle“, bemängelt Euskirchen.

Er könne sich ein Museum vorstellen, das für Schwung sorgt. Darin soll zum einem über das Gestüt selbst informiert werden, wie es eine Ausstellung zum Jubiläum schon einmal gemacht hat. Zum anderen könnten Kutschen ausgestellt und die Entwicklung der Eisenbahn in der Region aufgezeigt werden.

Ein ähnliches Museum (Kutschen, Chaisen und Karren) habe er kürzlich im schwäbischen Heidenheim besucht. Dort können man sich ein Bild über die Geschichte des Reisens und der vielfältigen Transportaufgaben vergangener Tage machen.



Platz gebe es im Zweibrücker Landgestüt für eine solche Einrichtung genug. Euskirchen denkt dabei an die leerstehenden Speicher, die im Grunde nur gesäubert werden müssten. Das Projekt könne von einer noch zu gründenden Genossenschaft, in der sich viele Helfer wiederfinden, gestemmt werden. Einbinden in die Pläne will er auch den Verein zur Förderung des Schienenverkehrs in und um Zweibrücken und den Pfälzischen Rennverein Zweibrücken.

Doch damit nicht genug. Euskirchen will auch regelmäßige Kutschenfahrten anbieten, wie sie in anderen Städten längst im offizielen Programm der Stadtführungen stehen. Auch Hochzeiten oder Geburtstage hat er hierbei im Blick. Dabei will Euskirchen, der selbst leidenschaftlich gerne die Zügel in der Hand hält, mit den Verein für Pferde-Fahrsport Westpfalz zusammenarbeiten.

Neben dem Museum und den Kutschenfahrten sollen Gestüts-Besucher künftig auch in den Genuss von Vorführungen von einem Schmied, Wagner und Sattler kommen, regt Euskirchen an. Die alte Handwerkskünste sei vielen jungen Menschen heutzutage völlig fremd.

Um die Ideen verwirklichen zu können, benötige er allerdings jede nur erdenkliche Unterstützung – vor allem von der Gestütsleitung und der Stadt. Gemeinsam könne es gelingen gelingen, dass die Rösser in Zweibrücken nicht an Bedeutung verlieren. Bislang hat die Stadt Euskirchens vielfältiges Engagement allerdings meist ignoriert.