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Landgestüt braucht Hilfe aus Mainz

16 Monate, nachdem das Rheinland-Pfalz das Landgestüt einer Stiftung unter Führung der Stadt Zweibrücken übertragen hat, steht die 259 Jahre alte Pferdezuchtanstalt vor einer ernsten Herausforderung: In der großen Reithalle gibt es massive Brandschutzprobleme. Die können und sollen mit viel Geld zwar gelöst werden

16 Monate, nachdem das Rheinland-Pfalz das Landgestüt einer Stiftung unter Führung der Stadt Zweibrücken übertragen hat, steht die 259 Jahre alte Pferdezuchtanstalt vor einer ernsten Herausforderung: In der großen Reithalle gibt es massive Brandschutzprobleme. Die können und sollen mit viel Geld zwar gelöst werden. Die Frage ist nur: Wie soll das Geld aufgebracht werden, ohne dem Gestüt die Zukunft zu verbauen? Beim Eigentümerwechsel zum 1. Januar war allen Beteiligten klar: Das Gestüt wird noch lange Defizite schreiben - und muss einen erheblichen Investitionsstau auflösen. Die Landesregierung hatte deshalb versprochen, auch nach ihrem Rückzug zehn Jahre lang Defizite von insgesamt bis zu 1,5 Millionen Euro auszugleichen und Investitionen von maximal 800 000 Euro in die Immobilie zu zahlen. Diese Summe droht nun allerdings allein schon durch die Brandschutz-Maßnahmen für die Reithalle draufzugehen. Für die dringend erforderlichen Investitionen in eine attraktivere Gestaltung der teils arg heruntergekommenen Gebäude bliebe dann nichts mehr übrig.Angesichts des bislang fast völlig ungeweckten touristischen Potenzials des Gestüts für die gesamte Region ist zu hoffen, dass das Land die Brandschutz-Maßnahmen in der Reithalle übernimmt. Schließlich spricht viel dafür, dass Merkur-Informanten mit ihren Aussagen Recht haben, dass die Brandschutz-Probleme schon seit Jahren hätten angegangen werden müssen. Denn die neue Gestütsleitung hat ja baulich nichts verschlechtert, seitdem sie Anfang 2008 das Gestüt vom Land übernommen hat. Naheliegend ist zurzeit der Vorschlag, das Landgestüt aus dem Konjunkturpaket II zu fördern. Dies hat die Stadtverwaltung auch schon geprüft - doch werden aus dem Paket keine Stiftungen gefördert. Wichtig ist, schnell eine Lösung für die Finanzierungsprobleme zu finden. Sonst droht auch eine politisch brisante Debatte - mit Fragen wie: Warum werden die Brandschutz-Defizite erst jetzt angegangen? Hat das Land Probleme ausgesessen oder gar verschwiegen? Oder hat die Stiftung nicht genau genug geprüft, was sie erwirbt?