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Auftaktveranstaltung zur Rettung
Land fordert Bekenntnis der Zweibrücker zum Landgestüt

 Das Zweibrücker Landgestüt.
Das Zweibrücker Landgestüt. FOTO: dpa / Landgestüt
Zweibrücken. Ein Zukunftskonzept mit neuen Vermarktungsideen soll in einem Zeitraum von drei Jahren zu einer „schwarzen Null“ im Betrieb führen. Von Cordula von Waldow

Zweibrücken ist die Stadt der Rosen und Rosse. Seit mehr als 250 Jahren prägt das Landgestüt als historisches Kulturgut den einzigartigen Charme der ehemaligen Herzogstadt. Im wechselhaften Lauf der Geschichte ist es immer wieder gelungen, den Auftrag der Pferdezucht, des Reitsports, der Reitausbildung und zunehmend auch der Veranstaltungen an die moderne Zeit anzupassen und die touristische Attraktivität zu steigern.

Anfang des Jahres hat die Kirche das Landgestüt und seine kulturhistorische Kulisse als einzigartige Location für pferderferne Veranstaltungen entdeckt. 15 Vereine und Verbände haben in der historischen Stätte ihr Zuhause, hier lernen Kinder ab dem dritten Lebensjahr das Glück der Erde auf dem Pferderücken kennen und erleben pferdegestützte Pädagogik. Damit das auch so bleibt, verlangt das Land Rheinland-Pfalz jetzt ein klares Bekenntnis der Zweibrücker zu ihrem Landgestüt. Obwohl es durch eine geschickte Geschäftsführung der Betreibergesellschaft in den letzten zwölf Jahren seit der Privatisierung des kleinsten der zehn deutschen Landgestüte gelang, das Jahresdefizit von 400 000 Euro auf 65 000 Euro zu reduzieren, scheint dessen Fortbestand bedroht. Der Bezirksverband Pfalz sicherte mit seinem Engagement über 80 000 Euro die Unterhaltung der baulichen Anlagen.

Ein Zukunftskonzept mit neuen Vermarktungsideen soll in einem Zeitraum von drei Jahren zu einer „schwarzen Null“ im Betrieb führen. Für diesen Zeitraum hat Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) eine Förderung zugesagt, die jedoch an die Bedingung geknüpft ist, dass „nennenswert Beiträge Dritter“ eingebracht werden. Dazu hat die Stadt das Anlageprojekt „Unser Landgestüt – Bürger und Unterstützungsfonds“ ins Leben gerufen. Am morgigen Mittwoch um 18.30 Uhr findet die Auftaktveranstaltung dazu im Landgestüt statt. Hier erfahren Interessierte und Unterstützer unter anderem von Oberbürgermeister Marold Wosnitza Einzelheiten über die Aktion und ihre Hintergründe.



Noch-Geschäftsführer Alexander Kölsch und seine Nachfolgerin Maren Müller stellen das Zukunftskonzept „Unser Landgestüt“ mit einer Vielzahl neuer Projekte vor. Hierbei geht es um die Bewahrung des kulturhistorischen Erbes für die Stadt und dessen zeitgemäße Entwicklung zum Wohle der gesamten Region. Aktuelle Beispiele liefert die Reiterjugend aus den beteiligten Vereinen. Einer der Höhepunkte ist die Versteigerung von drei Werken des Zweibrücker Graffiti-Künstlers Peter Schaumburger zu Gunsten von „Unser Landgestüt“. Im Anschluss ist Gelegenheit zum intensiven Austausch. Die musikalische Umrahmung übernehmen Schüler der Herzog-Christian-Musikschule sowie der Stadtkapelle. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.