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KVZ-Prunksitzung
Festhalle fest in den Händen der Rotjacken

 Die KVZ-Jugendgarde hatte auch selbst sichtlich Spaß bei ihrem Prunksitzungs-Auftritt in der Festhalle.
Die KVZ-Jugendgarde hatte auch selbst sichtlich Spaß bei ihrem Prunksitzungs-Auftritt in der Festhalle. FOTO: Norbert Schwarz
Zweibrücken. „Zweebrigger Rathaus in roter Hand“ hieß – in Anspielung auf den neuen Oberbürgermeister, der als Büttenredner gut ankam – das Motto der KVZ-Prunksitzung 2019. Von Norbert Schwarz

Die KVZ-Narren, allgemein als „Rotjacken“ bekannt, haben die ausverkaufte Festhalle am Samstagabend in ein Tollhaus verwandelt. Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) kam zur Prunksitzung des Karneval-Vereins Zweibrücken mit seinen wahlkampferprobten „Siebenmeilenstiefeln“ – neu war, dass er die roten Turnschuhe nun, offensichtlich um vor politischen Attacken gerüstet zu sein, mit roten Schienbeinschützern aufgerüstet hatte. Als Anerkennung für seine unterhaltsame Jungfernrede in der Bütt über den ersten Arbeitstag im Rathaus bekam Wosnitza die von der Sitzungspräsidentin Heike Förch die gleichfalls rote Narrenjacke mit dem Stadtwappen auf der linken Brust übergestreift.

Unterhaltsame Stunden versprach Sitzungspräsidentin Heike Förch, die locker-flockig moderierend in ihrer Funktion nicht beim Elferrat Platz nahm, vielmehr als rotierende Sprecherin das Publikum passend informierte und zugleich bei Laune hielt. Die vielen Bühnenakteure mit tänzerischem Können oder parlierend aus der Bütt sorgten dann dafür, dass erst in den frühen Morgenstunden die Lichter ausgingen und alle regelrecht beseelt den Heimweg antraten.

Die Bandbreite des Bühnengeschehens war auch diesmal groß. Das Motto des Abends lautete „Zweebrigger Rathaus in roter Hand“. An Stelle von Worten hatten die werkelnden Bühnenbildner eine großflächige rote Hand als Aussage-Symbol gewählt.



Ein Augenschmaus dann gleich zum Auftakt: Die jüngsten Akteuere des Abend, die Tanzzwerge der KVZ, hatten nach wochenlangen Proben ihren großen Auftritt und gänzlich unbekümmert von der riesigen Narrenschar im Publikum, die fast allesamt ansprechend und einfallsreich kostümiert und damit allein schon dem Abend eine besondere Note verlieh, avancierte der nicht einmal zwei Jahre alte Milan Wild zum schönsten Prinzen der Welt. Die Kleinen steppten und hüpften sich in die Herzen aller, ein Auftakt nach Maß, wie alle meinten und sich voller Freude schon früh am Abend die Freudentränen von den Wangen wischten.

Derweil im weiteren Sitzungsverlauf sich die verschiedenen Garden noch zusätzlich mit überzeugenden Schautänzen dem närrischen Publikum präsentierten, bestimmten zum Auftakt die abgezirkelten, akrobatischen Tänze in rotweißer Gardeuniform das Bühnenbild. Jugendgarde, Juniorengarde, die toll wirbelnden blauweiße Funkengarde aus Landstuhl, sie alle sorgten, wie auch später die rotweiße Funkengarde der KVZ zusammen mit der Soloeinlage des einheimischen Funkenmariechens Selina Frübis, für Gardetanzgenuss vom Feinsten, in späteren Programmfolgen auch mit eindrucksvollen Schautänzen wie etwa dem der Juniorengarde unter dem Titel „Momente der Erinnerung“ oder das, was die der KVZ-Funkengarde mit „Theater, Theater“ betitelte.

Musikalisch bereicherten Johanna Sieber, Kevin Edelmann und Sandra Freyer als „Die Drei aus der Kiste“, gekonnt der tänzerische „Banküberfall“, mit dem sich die Aktiven des Damenballetts ihre Rakete verdienten und frenetischer Applaus für das Männerballett mit seinen Verwandlungskünsten. Sittsam einmarschiert als „Stanislaustruppe“ entpuppen sie sich dann als Motorradgang, welche die Puppen im wahrsten Wortsinn tanzen ließ. Großartig die Kostümierung, einfallsreich die gesamte Choreografie und spektakulär die Ausführung auf den Bühnenparkett. Der stürmisch geforderten Zugabe konnten niemand widerstehen

Die passenden Farbtupfer zum in allen Belangen unterhaltsamen Bühnenprogramm setzten dabei die jeweiligen Büttenakteure. Den Auftakt machte dabei bereits früh am Abend Joachim „Jomi“ Moser aus dem Saarland. Emilie und Laura Ries zeigten, dass es um den Büttennachwuchs beim KVZ gleichfalls gut bestellt ist, von den Erlebnissen in der „Bürgerwehr“ berichteten Lothar Pirrong und Michael Kölsch, als „Franzl“ feierte das Saalvolk den stellvertretenden KVZ-Sitzungspräsidenten Frank Jakobi, wie vor Wochen bei der CGH erfreute Kirk Rebmann als „Ess Nissje“ die Narrenschar und köstlich ergötzend komisch und humorvoll, in der Geisterstunde, Präsidentin Heike Förch als „Frau Allerschenschd“.

Oberbürgermeister Wosnitza berichtete minutiös über seinen ersten Arbeitstag im roten Zweebrigger Rathaus. Szenenbeifall gab es dabei nicht allein für den Anrufer Dirk Schneider, welcher dem OB nach dessen Bekunden ein blutendes Ohr „schwadudelt“ habe. Schier aus dem Häuschen gerieten die Lauschenden ob des Hinweises, dass Marold Wosnitza bei Bedarf ja in der benachbarten Kreisstadt Homburg ob einer namhaften Detektei Erkundigungen einholen könne.

Den abendlichen Schlusspunkt unter einen großartigen Prunksitzungsabend setzten die KVZ-Spatzen in gewohnter Manier.

 Das Damenballett begeisterte mit seinem Schautanz „Banküberfall“.
Das Damenballett begeisterte mit seinem Schautanz „Banküberfall“. FOTO: Norbert Schwarz
 Farbenprächtig in jeder Beziehung war die Prunksitzung des KVZ. Sitzungspräsidentin Heike Förch (links) machte OB Marold Wosnitza zum neuem Rotjacken-Träger.
Farbenprächtig in jeder Beziehung war die Prunksitzung des KVZ. Sitzungspräsidentin Heike Förch (links) machte OB Marold Wosnitza zum neuem Rotjacken-Träger. FOTO: Norbert Schwarz