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Kunstverein Zweibrücken
Kunstwerke, die triste Flure erhellen

Zahlreiche Gäste zur Ausstellungseröffnung des Kunstvereins im UBZ in der Oselbachstraße – untermalt mit jazzigen Klängen.
Zahlreiche Gäste zur Ausstellungseröffnung des Kunstvereins im UBZ in der Oselbachstraße – untermalt mit jazzigen Klängen. FOTO: Margarete Lehmann
Zweibrücken. Mitgliederausstellung des Zweibrücker Kunstvereins ergänzt durch Werke der Jugendkunstschule im Gebäude der UBZ. Von Peter Fromann

Den langen schmucklosen Fluren im Gebäude des Zweibrücker Umwelt- und Servicebetriebs (UBZ) tut Kunst gut. Die Mitgliederausstellung des Zweibrücker Kunstvereins, ergänzt mit Werken der Jugendkunstschule, stellt somit eine echte Win-Win-Situation dar. Dazu kamen am vergangenen Donnerstagabend noch lässige, wohltuende Jazzklangbilder der Posaunistin Alisa Klein und des Gittaristen Hannes Gajowski. Kulturdezernent Henno Pirmann begrüßte die Gäste samt Künstlern und Kunst. Jürgen Ecker, kaufmännischen Leiter der Jugendkunstschule, übernahm das Fachreferat.

Im Erdgeschoss des Hauses sind Bilder der jungen Künstler und Schüler der Jugendkunstschule zu sehen; auch die Originale, die in der jüngsten Veröffentlichung des lesenswerten Büchleins „Geheimnis des Weltalls“ der Autorin Esther Ringling Verwendung gefunden haben.

Gute Ansätze sind zu bewundern und auch schon richtig durchkomponierte Bildergeschichten. Eine Treppe höher dann die Werke der Mitglieder des Kunstvereins. Ein Thema war vorgegeben: Natur, so weit es zu erkennen war. „Was jedoch am Thema vorbeigemalt auf den ersten Blick zu sein scheint, kann sich ja schlussendlich als die Natur der Natur zu erkennen geben, die auf den zweiten Blick erst deutlich wird.“, wie Jürgen Ecker philosophierte. So kommen die Betrachter vom Seh- zum Denkerleben. Und ein Quäntchen Zeitgeist wird sichtbar als Zeichen, Chiffre oder fragmentarisch. Was Formate und Techniken betrifft: Es gibt nichts, was es nicht gibt im üblichen Umfeld. Hier sind Individualisten am Werk.



Johannes Rebmann schafft „Herbstzeichen“, Linien, Wellen, verschiedene Muster, großformatig, stilisierend, die durchaus ein Herbstbild ergeben.

Wie überhaupt gern Abstraktionen gesucht werden, Figürliches ist seltener zu Papier oder Leinwand gebracht. Hengameh Rasti verstreut zarte Heuhalme zu fast zerbrechlichen Gebilden, übermalt sie weiß, nur selten ein Farbtupfer darin, zu einer vergeistigten Landschaft. Barbara Würtz versetzt Schneewittchen vor einem großen Apfel ins Paradies. Auf dunkelrotem Grund ein paar wolligweiße Schafe mit schwarz getüpfelten Köpfen: Eine frappante leuchtende Wirkung von Dagmar Grieve.

Am besten gehen Kunstfreunde selber ins UBZ und machen sich ein Bild von den Bildern. Man kann die Werke auch kaufen. Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 19. Oktober zu den üblichen Öffnungszeiten der UBZ.

Nicht alle Aussteller können hier mit einem Satz gewürdigt werden. Es stellen aus: Amann, Danielle Bailly-Salins, Kurt Becker, Iris Conrad, Raimund David, Jürgen R. Edinger, Monika Emmert, Christiane Freimann, Brunhilde Gierend, Dagmar Grieve, Gerda Elisabeth Grunder, Bärbel Hafner-Neu, Ramona Hewer-Wachs, Herbert Kluding, Betina Knerr, Natalia Jelankina, Elisabeth Jensen, Birgit Oberlinger, Annette Peetz, Frauke Portscheller, Hengameh Rasti, Johannes Rebmann, Rita Rebmann-Holzdeppe, Ute Rinck, Liane Rößler, Elisabeth Schael, Eva Scheerer, Maria Schlachter, Evi Schreiber, Jolanta Spiczak, Heidi Stöhr, Eugen Waßmann, Norbert Weber, Iris Weiß, Heike Wilhelm und Barbara Würtz.